Feministische Logik und sonstiges Kleinkindget²²zwitscher zur Rassistin Julia Klöckner

„Klöckner wirft „rot-grünen Feministinnen“ Ignoranz vor“

titelt die Welt. Kein Wunder das dies zu feministischer Schnappatmung führt. Eine Frau, die auch noch den Feminismus kritisiert, das darf es nicht geben, denn Feminismus ist für Frauen, Feminismus ist gut und Feminismus hat immer Recht. Ostdeutsche kennen ähnliche Denkmuster noch aus Zeiten der DDR.

Diesmal widmen wir uns der „Argumentation“ von Sibel Schick auf Twitter, die schreibt:

„Natürlich geht es @JuliaKloeckner nicht um die Probleme der Musliminnen und diese sichtbarer zu machen, ihre Argumentation kennen wir ganz gut aus der antifeministischen Bewegung. Ich versuche mit ein paar Tweets zu erklären. Los geht's.“

Interessant ist das die taz Autorin Sibel Schick im folgenden Klöckner unterstellt eine Rassistin zu sein, sie jedoch selber eher zu rassistischen Tendenzen neigt und auch sonst natürlich nicht sehr logisch argumentiert, wie man das von einer intersektionalen Feministin auch so erwartet.

In ihrem ersten Tweet schreibt Schick:

1-Sie erklärt gendergerechte Sprache für "banale Höflichkeitsformen", zieht einen Vergleich zu den "richtigen" Problemen: der Musliminnen. Indem sie unterschiedliche Probleme hierarchisiert,diskreditiert sie eine Diskussion,die ihr nicht passt.Das lässt sich "whataboutism" nennen

Halten wir also fest, whataboutism (sollten wir uns merken, brauchen wir später) diskreditiert die Diskussion die ihr nicht passt und lenkt sie auf „wichtigere“ Punkte. Machen wir weiter:

2-Dabei hat das eine kaum was mit dem Anderen zu tun. Probleme der Musliminnen wird nicht dadurch unwichtiger gemacht, dass in Deutschland eine gendergerechte Sprache gefordert wird. Aber so wird das eine Problem als irrelevant dargestellt, weil das andere angeblich akuter sei.

Nun sollte man doch kurz die Aussage von Frau Klöckner heranziehen die sagte:

„Diese Frauenrechtlerinnen kämpften für gendergerechte Sprache, aber sie schwiegen, wenn es um die Rolle der Frau in arabisch-patriarchalischen Familien in Deutschland gehe“

Klöckner stellt eben keine Hierarchisierung von Problemen auf um so eine Diskussion die ihr nicht passt auszublenden und auf die ihr genehmen Probleme zu lenken. Die Zeitung hat Klöckner überhaupt nicht zu gendergerechter Sprache befragt, warum sollte sie also davon ablenken? Sie spricht sich auch nicht gegen Sprache aus.

Was Frau Klöckner gesagt hat war ein Vergleich. Was da nun Whataboutdingsbums ist bleibt offen. Im Gegenteil, weil Schick das Argument von Klöckner nicht so leicht zerlegen kann nutzt sie eine Strohpuppe, die sie im ersten Tweet aufbaut und hernach vor staunendem Publikum als große Argumentation gegen Klöckner zerlegt. Doch machen wir mit Schick weiter:

3-Am wichtigsten ist aber, dass @JuliaKloeckner von weißen Feministinnen fordert, dass sie über Musliminnen und ihre Probleme reden, anstatt Musliminnen eine Plattform zu geben, auf der sie sich selbst zu ihren Lebensrealitäten äußern können. Sie schaut [auf] Musliminnen von oben herab

Ach so, weiße Feministinnen dürfen also nur über die Probleme von weißen Frauen reden, egal ob diese nun in Bayern oder in Hamburg leben, egal ob auf dem Dorf oder in der Stadt, weil weiße nun einmal eine homogene Gruppe sind. Nicht weiße jedoch, die nun in Bayern auf dem Dorf oder in Berlin in der Stadt leben, brauchen eine Plattform damit sie dort reden. Weshalb weiße Feministinnen aus Berlin Prenzlau der bayrischen katholischen Mutter aus Hintertupfingen, die 30 Kilometer mit dem Auto zum nächsten Kindergarten fahren muss, um hernach mit dem Mann auf dem Hof zu arbeiten, zwar befreiend das Betreuungsgeld absprechen darf, weil eine weiß Berlinerin sicherlich den Lebensalltag einer Bayerin kennt, nicht aber für Muslimin aus Kreuzberg sprechen kann.

Nicht das wir uns falsch verstehen, natürlich ist es besser immer Menschen eine Plattform zu geben und mit ihnen zu reden. Doch Sibel tut alles um das nicht zu tun, denn sie geht nicht mal auf Argumente von Klöckner ein.

Aber gehen wir aber nun einmal davon aus, dass es die von Frau Klöckner benannten patriarchalen Strukturen wirklich gibt, so ist die Frage wie weiße Feministinnen nun nicht weißen Feministinnen, die von ihren patriarchalen Männern eingesperrt werden, eine Plattform bieten wollen. Anders gefragt, es viele Frauen mit muslimischem Hintergrund die sich gegen das Kopftuch aussprechen. Hier auf FuF gibt es z. B. @Aysel Stern , aber auch andere wie Seyran Ates in der Emma die das Kopftuch als Waffe ansehen. Stattdessen bieten intersektionalen Feministinnen wie Kübra Gümüşay, eine Befürworterin des Kopftuches, eine Plattform. Gibt es von Frau Gümüşay auch nur einen einzigen Beitrag der sich gegen das Zwangskopftuch in arabischen Ländern richtet? Hat sie eine, zugegeben, weisse Schachspielerin unterstützt die das Kopftuch nicht tragen wollte? Somit kann man zwar Menschen eine Plattform geben, trotzdem aber die Meinung in die Richtung lenken die man möchte. Einfach dadurch das man andere Meinungen ausblendet.

Natürlich ist das Tragen eines Kopftuches eine persönliche Entscheidung, doch wie groß ist die Chance auf Freiheit in einer streng gläubigen Familie, egal in welcher Religion? Nun kann man natürlich solch tiefgreifenden Überlegungen nicht mit ein paar Zeilen auf Twitter führen. Doch das Problem im Feminismus ist grundlegender, da er ein einfaches und in sich abgeschlossenes Weltbild liefert das mit hohlen Phrasen auf alles reagieren kann was ihn angreift und sich der/die Feministin dann auch noch als moralisch überlegen hinstellen kann.

4-Was Musliminnen brauchen sind nicht weiße Frauen, die über sie sprechen und sie bevormunden. Was sie brauchen: Dialog, Selbstbestimmung, Mitspracherecht, Gleichberechtigung NICHT NUT MIT IHREN MÄNNERN, sondern auch mit weißen Frauen.

Während also Frau Klöckner als weiße Frau nicht weiß was Musliminnen brauchen, weiß es Sibel Schick, weil sie aus der Türkei eingewandert ist. Und was brauchen nicht weisse Frauen, Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Mitspracherecht, übrigens nicht nur mit ihren Männern. Also genau das was Klöckner andenkt wenn sie sagt:

„Diese Frauenrechtlerinnen kämpften für gendergerechte Sprache, aber sie schwiegen, wenn es um die Rolle der Frau in arabisch-patriarchalischen Familien in Deutschland gehe

Sie hätte auch sagen können, sie geben zu wenig Frauen aus muslimischen Familien die Möglichkeit über die Probleme in ihrer Gesellschaft zu reden weil sie durchgehend über gendergerechte Sprache rumnölen. Für so tiefgreifende Überlegungen hat Sibel jedoch keine Zeit, deshalb machen wir weiter…

5-Und @JuliaKloeckner spricht von einem „Mindeststandard in unserer aufgeklärten Gesellschaft, die Wert auf Gleichberechtigung legt“. Mir ist überhaupt nicht klar, was gemeint ist, insbesondere seit der #metoo -Debatte, die von so vielen Deutschen als Selbstjustiz bezeichnet wird.

Nun sagt Klöckner, wenn man das Zitat nicht aus dem Zusammenhang reißt:

„Wenn hingenommen würde, dass Mädchen nur im Schwimmburkini in den Sportunterricht oder Frauen nur verhüllt auf die Straße dürften, wenn Mädchen weniger gelten als Jungs und Lehrerinnen nicht als Respektspersonen anerkannt werden, sei das „keine Toleranz, das ist Ignoranz“. Aber auch von muslimischen Männern müsse der „Mindeststandard in unserer aufgeklärten Gesellschaft, die Wert auf Gleichberechtigung legt“, eingefordert werden.“

Hohlen wir uns nochmal den ersten Tweet von Sibel in Erinnerung in der Sibel begann Klöckner würde von Diskussionen ablenken, „[i]ndem sie unterschiedliche Probleme hierarchisiert,diskreditiert sie eine Diskussion,die ihr nicht passt.Das lässt sich "whataboutism" nennen“

Natürlich ist es bei Frau Schick kein Whataboutism, es ist die hohe, quark die höchste Form feministischer Argumentationskust wenn sie jetzt auf #me_too kommt! Ich bin immer wieder erstaunt wie bereit Menschen sind ihre geistige Verblendung und Dummheit in der Öffentlichkeit darzustellen. Doch kommen wir nun zum Rassismus von Frau Klöckner.

6-Und dann überschreitet @JuliaKloeckner die Grenze zum Rassismus und sagt, dass Leistungen gekürzt werden sollen, wenn Integrationskurse nicht besucht werden. Wenn ein deutscher Mann, der Hartz IV bezieht, seine Frau Gewalt aussetzt, wird ihm die Hilfe gekürzt?

Nun ist erst einmal zu klären was Sibel damit meint, wenn ein deutscher Mann seine Frau Gewalt aussetzt, doch egal, hat schon jemand mitgezählt wie oft bis jetzt Sibel Whatsaboutism verwendet um die Diskussion in die für sie passende Richtung zu lenken? Was Sibel nicht versteht ist, dass in freiheitlich demokratischen Gesellschaften das Strafrecht Sanktionen für Straftaten bestimmt, und Sozialhilfe hingegen kein leistungsunabhängiges Grundeinkommen ist. Sozialhilfe wird nur dann gewährt, wenn ein Mensch ein Mensch selbst dazu nicht in der Lage ist. Verweigerung von Integrationsmassnahmen, wie das Erlernen einer Sprache, kann hingegen als Verweigerung gedeutet werden sich überhaupt in die Lage zu versetzen sich selbst zu versorgen.

Während also Feministinnen wie Schwesig fordern das Männer die nicht mehr in der Lage sind Unterhalt zu zahlen, auch noch der Führerschein entzogen werden soll, kann und darf sowas natürlich nicht für Frauen selber gelten. Also Leistungskürzungen damit Frauen sich selber versorgen können.

7-Noch nicht vorbei. @JuliaKloeckner fordert, dass die Gewalttaten der muslimischen Männer mit dem Streichen der Aufenthaltsgenehmigung bestraft werden. Dabei sollte sie als Politikerin wissen,dass die Aufenthaltsgenehmigung vieler geflüchteten Frauen von ihren Ehemännern abhängt

8-Das heißt, dass viele Frauen, die von Männern Gewalt ausgesetzt werden, können diese nicht melden, wenn sie wüssten, dass ihre Männer dafür abgeschoben werden könnten, WEIL SIE MIT IHNEN ABGESCHOBEN WÄREN. Sehen wir den Teufelskreis? Prima.

Boa, ein Teufelskreis? Nun spricht also eine nicht weiße, aber auch nicht Asylantin für Asylbewerber? Das geht also? Denn hier geborene Muslime sind erst einmal nicht betroffen. Warum die Frau, nachdem der Mann, der ja nun erst einmal verurteilt werden muss, nicht unabhängig einen Asylantrag stellen kann, wird sicherlich auch Sibel nicht erklären können. Es ist ja nicht so das die Polizei bei Gewalt sofort abschiebt und gleich die ganze Familie mitnimmt und in den Flieger bringt. Wer das glaubt sollte nochmals nachlesen was ein Rechtsstaat ist. Und sollte sich die Frau dazu entscheiden bei ihrem Mann zu bleiben, so muss gelten, in guten wie in schlechten Tagen.

Doch nun kommt es:

9-Das Problem im Punkt 8 besteht sowieso seit dem neuen Sexualstrafrecht, obwohl viele Migrantinnenorganisationen dieses Dilemma häufig und laut betont haben. Hat sie @JuliaKloeckner etwa nicht mitgekriegt? Ich dachte ihr wären die Probleme von Musliminnen ganz wichtig. Tja.

Nein, kann sie nicht mitbekommen haben, weil weiße Feministinnen die das neue Sexualstrafrecht von Maas, egal wie unsinnig es auch ist, unbedingt durchbringen wollten und genau diese weißen Feministinnen sich einen Dreck um alle Kritik geschert haben, egal von wem. Aber war das nicht eine Kritik an Klöckner in Tweet 3, dass weiße Feministinnen nicht besser eine Plattform geben sollten damit nicht weiße selber sprechen können? Warum haben weiße Feministinnen das denn dann bitte nicht gemacht?

10-Wenn geflüchteten Männern als Konsequenz der Gewalttaten gegen Frauen staatliche Hilfe gekürzt wird,fände ich das großartig. Aber dann auch den Männern mit sicherem Aufenthaltsstatus dasselbe. Geht's um die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen,oder darum, Ausländer zu bestrafen?

Nun möchte Sibel geflüchtete Männer (und nur Männern, den Frauen tun ja sowas nicht) staatliche Hilfe kürzen und findet das auch noch großartig. Ganz ehrlich, was Frau Sibel so großartig findet ist sicherlich auch ein Thema für die AfD. Denen wäre das mit Deutschen auch egal, auch weg mit Harz. Und wenn alle, warum nicht auch die tausende Frauen deren Kinder jedes Jahr in eine Pflegefamilie kommen, und warum nicht auch die 20 bis 25% Frauen die jedes Jahr schon im HELLFELD der Berliner PKS auftauchen.

Und ab wann wollen wir das durchziehen? Ab der Ohrfeige oder erst bei einem blauen Auge, beim ersten Mal oder erst ab drei Mal? Und was ist wenn die Familie sich nicht trennen möchte, dann würde darunter genau so die Frau (um die geht es ja nur bei Sibel) und Kinder leiden wie bei dem Gewalttäter der abgeschoben wird. Denn dann hätte die Familie weniger Geld zur Verfügung. Dumm gelaufen, Frau hat blaues Auge und Familie weniger Geld.

Was Sibel hier in keiner Weise bedenkt ist auch, das man in Deutschland einen Menschen nicht für die gleiche Tat stärker bestrafen darf wie andere (denn nicht Sozialhilfeempfänger würde man nicht zusätzlich bestrafen). Und genau da wäre die Forderung von Sibel nun einmal locker ein Verstoß gegen das GG. Zum anderen haben solche Dinge damals die Nazis gemacht, deshalb mögen wir das heute in Deutschland nicht mehr so (dass musste ich jetzt mal als Weißer sagen).

Ich springe jetzt gleich einmal zum letzten Tweet von Sibel die schreibt:

13-So macht @JuliaKloeckner bewusst die Erfahrungen der weißen Frauen mit Sexismus unsichtbar: "Musliminnen haben es viel schwieriger als ihr, seid froh und still." So ungefähr. Ihre Aussagen sind rassistisch und frauenfeindlich, und leider überhaupt nicht neu.

Nein, das macht Klöckner eben nicht! Sibel selber versucht durch Nebelkerzen und Strohpuppen abzulenken und wirft Klöckner auch noch Rassismus und Frauenfeindlichkeit vor. Rassistin ist sie übrigens selber, denn Sie unterscheidet in weiße und nicht weiße und unterstellt ihnen als Gruppe andere Motive. Gerade so als ob Klöckner, nur weil sie nicht 100% Sibels Meinung vertritt, kein Interesse daran haben kann die Lebenssituation von Musliminnen zu verbessern. Und genau das ist dann Rassismus, nur das hier Sibel selber die Rassistin ist und es nicht einmal merkt. Einzig jegliche Kritik am ach so geliebten Feminismus muss vermieden werden!

Übrigens ist dieser Text nicht als Zustimmung zu Klöckners Meinung zu verstehen.

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Claudia56

Claudia56 bewertete diesen Eintrag 27.01.2018 11:30:21

Zaungast_01

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