In Berlin haben sich innerhalb von 10 Jahren die Mieten verdoppelt, die Stadt boomt, die Wohnungspreise explodieren und sind bereits auf dem Niveau von Paris angelangt. Immer mehr sozial Schwache müssen aus der Stadt ins Umland ziehen. In der Stadt wird jedes dritte Kind in eine Harz-IV-Familie geboren, ist also auf staatliche Unterstützung angewiesen. Jeder zweite Berliner hat Anspruch auf eine Sozialwohnung. Und alles in allem fehlen hunderttausende Wohnungen in Berlin.

Und was macht die Berliner Politik? Nichts! Herausragend in diesem "Nichts" ist, wie so oft, die RotRotGrüne Bezirksregierung von Friedrichshain-Kreuzberg und man fragt sich, wo bekommen angeblich normal denkende Parteien solche Typen her?

Da ist in dieser mehr als angespannten Wohnungssituation der Baustadtrat von Berlin Fridrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt, der lustig locker twittert:

„bauen, bauen, bauen. Wer den Menschen verspricht, dass dann alle gut würde, ist ein Ideologe. Wer das Gegenteil beauptet auch. Aber wer den Schutz des Bestandes nicht als Baustein der Lösung benennt und fordert, der hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.”

Nun hat jeder, der schon mal grob was von Wirtschaft gehört hat, auch etwas von Angebot und Nachfrage gehört. Die Nachfrage nach Wohnungen ist enorm, "70.000 Wohnungen zu wenig gebaut" titelte die Morgenpost, um nur eine der Zeitungen zu nennen, die hier Alarm schlägt. Dass die Mietpreisbremse, die gerade eingeführt wurde, nicht anschlägt, sogar umgangen wird, ist ein offenes Geheimnis.

Und sein wir ehrlich, durch eine Mietpreisbremse wird der Wohnungsmarkt nicht entschärft, einzig ein Preisanstieg kann so verhindert werden, theoretisch. Dass dies eine Theory bleibt, dafür sorgt auch der Baustadtrat der Grünen. Auch wenn man zum Beispiel die Lücke bei möblierten Zimmern, die momentan genutzt wird, um die Mietpreisbremse zu umgehen, schließt, so wird man in Zukunft für eine Schrottküche, die der Vormieter in der Wohnung gelassen hat, an den Vermieter Fantasiepreise zahlen müssen.

Gerade hier ist dann der Tweet des Berliner Bausenators bizarr. Wer in einer solchen Situation keine Wohnungen bauen möchte, ist nicht ein Ideologe, sondern ein Idiot. Natürlich kann man hier von Bestandschutz sprechen, doch man muss sich fragen, womit dieser Bestandsschutz erkauft wird? Denn wer glaubt, dass durch Mietpreisbremse oder ähnliche Maßnahmen irgendetwas gewonnen ist, der ist hier der Ideologe. Wer wie die Grünen allenthalben, fordert, dass Bürger in die Städte ziehen, um weniger zu pendeln, der muss diesen Menschen auch die Möglichkeit geben, in Städten bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die jetzigen Maßnahmen führen nur zu einer Stadtflucht, einzig die Familien, die es sich leisten können, werden in der Stadt bleiben. Wer glaubt, so wie Schmidt hier, eine Gentrifizierung stoppen zu können, der wird die Lage noch weiter anheizen und somit erst recht eine Lage schaffen, in der die Innenstädte reicheren Schichten vorbehalten sind.

Gedanken macht sich darüber freilich keiner. Man hat, so wie Schmidt hier, Angst vor einem Zuzug von Reichen, die angeblich alle nach Kreuzberg wollen. Wer hingegen eine durchmischte Innenstadt möchte, der muss durch sozialen Wohnungsbau dafür sorgen, dass hier Baulücken mit Sozialwohnungen geschlossen werden. Was die Grünen machen, ist jedoch genau die Politik, die eine CDU vor nicht allzu langer Zeit getätigt hat. Es geht nur darum, so wenig wie möglich zu verändern, anstatt mit Mut und Entschlossenheit neue Konzepte für Innenstädte umzusetzen.

Wer Leerstände für die jetzige Lage verantwortlich macht, der hat den Markt nicht verstanden. Wer etwas von bauen, bauen, bauen sei auch nicht die Lösung schreibt, sollte von seinem Amt zurücktreten. Leerstände lohnen sich nur vor einer Renovation oder um auf kurzfristige Imobilienpreisanstiege zu hoffen und dann die leerstehenden Wohnungen zu verkaufen. Diese werden durch weniger Wohnungsbau aber erst recht angetrieben, solche Aktionen durchzuführen, womit die jetzige Politik genau diese Lage verursacht, die zu Leerstand führt. Somit ist das Konzept, das der Grüne Baustadtrat hier fährt, ein Selbstmordkommando für Mietpreisanstiege und zur Verdrängung von Menschen aus unteren Schichten. Nicht, dass Hausbesetzungen, wie jetzt durchgeführt, nicht helfen würden, man muss nur die richtigen Objekte besetzen. Spekulanten trifft man dadurch wenig, ob sie noch ein Jahr mehr oder weniger spekulieren ist den meisten egal und im Gewinn bereits einkalkuliert. Wichtiger wäre die wirklich Schuldigen an der Lage zu benennen und deren Objekte zu besetzen.

Hier mal ein paar Objekte die lohnend sein könnten für eine Besetzung, wichtig ist immer nur die Schuld der Objekteigentümer rausstellen!

Objekt 1

Objekt 2

Objekt 3

Vertreter aller drei Objekteigentümer haben übrigens ganz viel Solidarität und Verständnis mit Besetzern bekundet! Was sollte also schief gehen? Zeigen wir es denen, die den Wohnungsmarkt anheitzen!

4
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Michlmayr

Michlmayr bewertete diesen Eintrag 28.05.2018 14:09:37

bianka.thon

bianka.thon bewertete diesen Eintrag 26.05.2018 11:18:39

Margaretha G

Margaretha G bewertete diesen Eintrag 25.05.2018 18:27:21

sisterect

sisterect bewertete diesen Eintrag 25.05.2018 14:46:29

6 Kommentare

Mehr von KlausBärbel