Aktuell diskutieren wir ja, ob ein Lockdown für Nichtgeimpfte gerechtfertigt ist. Ja, es ist gerechtfertigt Nichtgeimpfte Personen mit einer Ausgangssperre zu belegen.

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Auf einschlägigen Seiten von Impfgegnern findet sich z. B. ein schönes Schaubild, das zeigt, dass Nichtgeimpfte doch wesentlich verantwortunsvoller sind, weil sie ja bei 3G getestet wurden, und somit nachweislich kein Covid19 haben. Hier z. B. ein solches Schaubild, das zeigt, dass doch auch Geimpfte das Virus weiterverbreiten können.

Screenshot

Natürlich ist dieses Bild nicht ganz vollständig, denn das Schaubild blendet einen Teil der Menschen aus. Es wird der Eindruck vermittelt, das hier jeder irgendwie jeden anstecken kann. Und genau das stimmt natürlich so nicht. Denn nur Geimpfte, die einen sogenannten Impfdurchbruch erleiden, d. H. sich trotz Impfung infizieren, können angesteckt werden und Covid19 weiterverbreiten.

Eingenes Bild

Das bedeutet, gibt es bei einer von 10 Personen einen Impfdurchbruch und eine von 10 Personen ist nicht geimpft, so brauche ich statistisch gesehen eine Gruppe von 20 geimpften Personen, um eine weitere Person anstecken zu können.

In der gleichen Gruppe habe ich jedoch bereits 2 ungeimpfte Personen, die angesteckt werden können. Hinzu kommt, in der Gruppe der Geimpften ist die Wahrscheinlichkeit für eine starke Covid Infektion um den Faktor 4 geringer, und das in der Gruppe mit dem höchsten Risiko. Das bedeutet, ich brauche eine Gruppe von 50 älteren ungeimpften Personen, ehe ich eine Person auf der Intensivstation behandeln muss. Und dieses nur dann, wenn ich davon ausgehe, dass jede Person eine nicht geimpfte Person ansteckt.

Die angestrebte Herdenimunität ist somit nicht gegeben, da zuviele nichtgeimpfte Personen vorhanden sind.

Doch warum wollen wir Herdenimunität?

Einfach gesagt, das Virus kann sich nicht mehr so schnell ausbreiten, und es gibt weniger Mutationen von Covid, denn bei jeder angesteckten Person steigt die Wahrscheinlichkeit einer Virusmutation. Hierdurch entlaste ich die Krankenhäuser, auf deren Intensivstationen gerade viele Menschen ohne Impfung liegen. Ebenso schütze ich den Teil unserer Gesellschaft, der sich wegen Vorerkrankungen nicht impfen lassen kann.

Zudem reicht in älteren Krankenhäusern oft ein einziger Covidpatient aus, und die gesamte Intensivstation kann wegen der Ansteckungsgefahr nicht mehr für andere Patienten genutzt werden.

Da sich nun einige der Impfung verweigern, kann es eine solche Herdenimunität so schnell nicht geben. Und unsere Gesellschaft muss aus diesem Grund andere Register ziehen, um genau diese Herdenimunität zu erreichen. Vorher war dieses der Lockdown für alle um die Ansteckungsketten zu durchbrechen.

Heute, mit zunehmender Impfung, ist eine Lösung die nicht geimpften Personen aus der Herde zu entfernen. Das ist keine Einschränkung von Freiheit, denn Freiheit ist weder grenzen- und schon garnicht bedingungslos. Irrationales Verhalten einiger darf nicht dazu führen die Gesellschaft zu gefährden.

Doch sind Impfskeptiker irrational?

Nicht jeder Skeptiker ist gleich ein irrationaler Impfgegner. Ich selbst bezeichne mich als Skeptiker, der jede Massnahme prüft und von allen Seiten beleuchtet (so wie hier zum Lockdown für ungeimpfte).

Doch es gibt keinen Grund mehr, wenn man nicht zur Risikogruppe mit Vorerkranungen gehört, sich nicht impfen zu lassen. Jedes Medikament das wir einnehmen, jedes Schnitzel das wir essen und jedes Getränk birgt ein Risiko. Selbst die Grenzwerte zum Feinstaub sind nur Richtwerte, die auf statistischen Wahrscheinlichkeiten beruhen, aber nicht garantiert vor einer Erkrankung schützen. Die Risiken der Impfstoffe hingegen sind bekannt. Kein Medikament ist so gut getestet worden wie die 4 Impfstoffe.

Keiner dieser Impfstoffe wurde in einem Hauruckverfahren zugelassen, sondern in einem ganz normalen Schnellverfahren, wie es viele Medikamente jedes Jahr durchlaufen. Es ist somit nichts aussergewöhnliches, sondern eine anerkannte Methode, die nicht ungenauer ist, bei der aber alle beteiligte Bereiche Hand in Hand arbeiten, um das Medikament somit schneller auf den Markt zu bringen. Weder die Anzahl der Probanten, noch die Zeit für die medizinischen Tests war kürzer, wie bei dem normalen Verfahren.

Weiterhin werden bei allen Impfungen Auffälligkeiten gemeldet. Das bedeutet, verstirbt ein geimpfter Mensch, so ist der behandelnde Arzt nach §6 Imfektionsschutzgesetz gezwungen, dieses an das Gesundheitsamt zu übermitteln. Hierzu gehören Herzinfakte, die nach einer Imfpung auftreten genauso wie Trombose etc.

Hier wird dann ausgewertet, in wie weit diese Meldungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen. Das bedeutet, in einer Gruppe der Menge X ist es normal dass 3 Herzinfakte auftreten, 2 Personen eine Trombose bekommen, 25 an Zahnschmerzen leiden und sich 5 den Arm brechen. Sicherlich werden Armbrüche genausowenig gemeldet wie Zahnschmerzen, es soll nur zeigen, dass einige Meldungen unabhängig von Covid sind, weil der Mensch auch ohne Impfung einen Infakt erleidet hätte. Treten jedoch Häufungen auf, so wird auch dieses umgehend untersucht. Somit kann man sagen, kein Medikament ist so gut getestet worden wie die Impfstoffe gegen Corona.

Das Paul Ehrlich Institut hat alle Nebenwirkungen aufgelistet. Und natürlich gibt es diese Nebenwirkungen, die sich jeder tranzparent im Bericht des PEI durchlesen kann (Kapitel 2, Seite 4ff).

Irrational ist normal

Dass ein irrationales Verhalten von Menschen normal ist, haben Amos Tversky und Daniel Kahneman 1974 in einem Experiment beschrieben. Sie beschrieben eine Person als schüchtern, detailversessen, zurückgezogen und ordnungsliebend. Danach befragten Sie eine Gruppe von Personen, ob es sich um einen Bibliothekar oder einen Landwirt handelt. Die meisten schätzten es handelt sich um einen Bibliothekar. Obwohl die Eigenschaften auch auf einen Landwirt zutreffen können, von denen es 4 mal mehr in den USA gibt.

Hieran wird aufgezeigt, dass wir viele Situationen eher intuitiv beurteilen, und nicht rational. So ist es auch bei der Impfung, ein Bauchgefühl macht uns Angst, und Angst ist nie rational.

Stellen wir uns eine andere Frage. Eine Familie nimmt ihren Familienhund, schlachtet und verzehrt ihn, weil sie gelesen haben, das Hundefleisch gut schmeckt.

Fragt man nun, ob dieses Verhalten nicht nur wiederlich, sondern auch unmoralisch ist, so antwortet ein grosser Teil der Probanten mit “Ja”. Erst wenn es an die Erklärung/Bewertung der Aussage geht fehlen viele gute Argumente um ihr Urteil zu begründen. Warum ein Hund nicht, aber die Familienkuh, die im Kuhstall neben dem Hund steht, schon? Auch hier ist es normal, dass wir uns nachträglich ein Kartenhaus aufbauen, das unsere Moralvorstellungen irgendwie untermauert.

Ähnlich ist es auch hier mit Impfskeptikern. Eben dann, wenn diese zu Impfgegnern werden. Man reimt sich sein Weltbild zusammen. Es wird vom Todesimpfstoff gesprochen, obwohl eine höhere Sterberate geimpfter nicht belegt ist. Im Gegenteil, einmal wird die Untermortalität von 2020 als Beweis für die "Covid Lüge" genommen, aber von einem Todesimpfstoff gesprochen, obwohl auch 2021 eine Untermortalität belegt ist. Ja was denn nun?

Oder Unfruchtbarkeit, die angeblich durch die Impfung verursacht wird. Bill Gates, der ALLE Regierungen weltweit geschmiert hat, und irgendwann nehmen diese Idiotenjünger dann Entwurmungsmittel für Pferde um sich gegen Covid zu behandeln, obwohl auf der Packungsbeilage eindeutig steht, das dieses nicht für Menschen zugelassen ist.

Danach werden die Systemschergen, also die Impfärzte und Krankenpfleger beschimpft. Im nächsten Schritt wollen sie dann Impfbusse nicht mehr ins Dorf lassen, womit sie andere gefährden, bzw. den Druck auf impfwillige Dorfgenossen erhöhen sich nicht zu impfen. Rufen dazu auf Polizisten standrechtlich zu erschissen, was zumindest eine Einweisung in die Psychatrie mit sich brachte.

Die hardcore Impfgegner, die Ärzte anpöbeln, die Impfbusse blokieren oder gar Polizisten standrechtlich erschiessen wollen gehören eh in die Geschlossene.

Beim Rest, also Impfskeptikern wie mir, denke ich, jeder sollte das Recht haben darüber zu entscheiden ob er sich impfen lässt oder nicht. Jeder kann alle Informationen frei einsehen, kann sich untersuchen lassen und prüfen ob er zu den Risikogruppen mit Nebenwirkungen gehört oder nicht. Wer sich danach trotzdem nicht impfen lässt, und dieses nicht stichhaltig begründen kann, sollte einmal tief in sich gehen.

Nur sollten unsoziale Entscheidungen auch Konsequenzen haben. Unser aller Freiheit endet an der nächsten roten Ampel, sowie die Freiheit des Selbstmörders kurz vor dem Brückengeländer, von dem er springen möchte, endet. Die Freiheit des nicht geimpften endet bei der nächsten Welle an seiner Wohnungstür. Warum sollen geimpte Menschen und die, welche sich nicht impfen lassen können, unter der Dummheit oder Faulheit von Impfskeptikern leiden? Menschen die aktiv unsere Herdenimunitât unterlaufen müssen dann die Konsequenzen ihres Handelns tragen. In Singapur dürfen ungeimpfte in Zukunft die Krankenhauskosten selber zahlen.

Warum sollte die Gemeinschaft für Fehlentscheidungen einzelner aufkommen? Deutschland ist noch nicht soweit, doch bald wird es in vielen europäischen Ländern bei steigenden Fallzahlen den Lockdown für nicht geimpfte geben. Und das hat im Gegensatz zu den Aussagen einiger prominenter Idioten nichts mit Faschismus zu tun. Nicht nur das deutsche Verfassungsgericht hat Eingriffe in Grundrechte gebilligt, wenn sie dem Gemeinwohl unterworfen sind. Hierzu BVerfG, Urteil vom 24. November 2010, Az. 1 BvF 2/05; BVerfGE 128, 1 – Gentechnikgesetz, Rn. 191.

Aber es ist jedem selbst überlassen das anzuzweifeln.

Wir haben oben ja bereits über Moral gesprochen. Wie bewerten wir den Fall, dass jemand weiterhin bei ständig wechselnden Sexualpartnern kein Kondom benutzen möchte, und das mitten in einer Aidswelle? Es gab zu Anfang der Aidspandemie einige Kontaktanzeigen von Idioten, die weiter ohne Kondom vögeln wollten. Auch sie waren getestet. Das Kriterium ihrer Reinheit war die Blutspende, die einenmit sich brachte. Zumindest dachten diese Kondom und Hirnverweigerer genau das. Natürlich ist die Einschätzung falsch.

Moralisch ist in diesem Fall zumindest die Sachlage klar zu bewerten. Ja, dieses Verhalten war moralisch falsch!

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