Weite Teile der politischen und intellektuellen Eliten stecken mit dem Kopf so tief im Treibsand der Geschichte, dass sie für die Probleme der Gegenwart völlig blind sind: Ökonomische & politische Instabilität in Europa, NATO-Imperialismus und Islamismus. In der Geschichte unterzutauchen heißt nicht, aus ihr gelernt zu haben.

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Heute ist es 80 Jahre her, dass der größte Bluthund der jüngeren Zeitgeschichte die hochgerüstete Armee des Dritten Reiches über die Grenzen seiner früheren österreichischen Heimat rollen ließ. Das omnipräsente ritualisierte Darstellen von Betroffenheit wäre ein Zeichen von Reife, würden nicht allerorts die Indizien dafür sprechen, dass in Wahrheit kaum jemand aus der Geschichte gelernt hat.

Scheiternde Gegenwart

Wir erkennen das vor allem am kollektiven Systemversagen der Politik in der Migrationskrise seit 2015, an der stillschweigenden Akzeptanz einer imperialistischen NATO-Außenpolitik sowie an der ratlosen Haltung der Gesellschaft gegenüber der tatsächlichen Bedrohung unserer Zeit: Dem Islamismus.

Historische Analogien

Die Flüchtlingskrise ist natürlich nicht mit dem Weltkrieg vergleichbar, aber das Verhalten führender Politiker legt offen, dass wesentliche Voraussetzungen der damaligen Katastrophe strukturell erhalten geblieben sind:

Wieder hat sich kaum jemand daran gestört, dass die deutsche Regierung ihre subjektive Moral über geltendes Recht gestellt und damit erneut von Berlin aus Europa ins Chaos gerissen hat: Mit einem Tweet und einem Selfie der Kanzlerin wurde die Dublin 3 Verordnung für Flüchtlinge einfach ausgesetzt. Wieder will die Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht wahrhaben, dass ihre Führung jeden Bezug zur Realität – um nicht zu sagen den Verstand verloren hat. Wieder steigern sich die Deutschen umso intensiver in ihren vermeintlich historischen Auftrag, je offensichtlicher wird, dass sie scheitern müssen. Und wieder agierte Österreich als erster Erfüllungsgehilfe des Wahnsinns: Wie damals mit Schuschnigg hatten wir auch diesmal einen inkompetenten Kanzler, der sich der Macht beugte, anstatt Haltung zu zeigen.

Viele rechtfertigen dieses Verhalten mit dem Verweis auf Menschlichkeit, aber das ist Unsinn. Menschlich wäre es gewesen, eine Zahl festzulegen und dann wirklich Bedürftige dort abzuholen, wo sie jetzt immer noch sind: Frauen, Kinder, Alte, Familien und Verletze. Anstelle derer haben wir jetzt haufenweise dumme junge Männer im Land, deren Dasein sich vor allem in der Kriminalitätsstatistik niederschlägt: Alleine in Wien wurden nur innerhalb der letzten Woche sechs Menschen von drei importierten Tätern niedergestochen.

Fixiert auf die Vergangenheit, blind für die Gegenwart

Aber warum kommen diese Menschen überhaupt? An der nachhaltigen Destabilisierung weiter Teile des Nahen Ostens und Afrikas ist eine weitestgehend von ökonomischen Interessen geleitete imperiale Außenpolitik der USA sowie zahlreicher europäischer Verbündeter verantwortlich. Natürlich ist der Westen bei Weitem nicht an allem schuld, was dort schief läuft – eine erhebliche Mitverantwortung aber ist offensichtlich. Jedenfalls würde es deutlich mehr Sinn machen das zu thematisieren, als die Leute ununterbrochen mit flackernden Schwarzweißvideos aus dem letzten Jahrhundert zu malträtieren. An der Gegenwart kann man etwas ändern, nicht an der Vergangenheit.

Würde dieser Zusammenhang offensichtlich gemacht, dann wüssten die Leute auch das Phänomen des islamistischen Terrors besser einzuordnen: Dieser passiert nicht in erster Linie aktiv, sondern reaktiv! Es ist kein Zufall, dass fast immer dieselben Länder von Anschlägen heimgesucht werden: Amerika, England, Frankreich oder Russland. Es sind genau die Staaten, die eine starke Präsenz in den Kriegsgebieten unterhalten – und zwar seit Jahrzehnten.

Jubel für Kriegsverbrecher - Berlin 2017

Das Dritte Reich ist inzwischen die am besten aufgearbeitete Epoche der ganzen Menschheitsgeschichte. Die Leute kennen sogar die Essgewohnheiten Adolf Hitlers und wissen, wie sein Schäferhund hieß. Alles unter dem Motto: Nie wieder. Dass die deutsche Öffentlichkeit im Jahr 2017, wieder in Berlin, den Kriegsverbrecher Barack Obama gefeiert hat wie pubertierende Mädchen Justin Bieber, fällt irgendwie keinem auf.

Warum? Weil unsere politischen und intellektuellen Eliten mit dem Kopf so tief im Treibsand der Geschichte stecken, dass die für die Gegenwart völlig blind sind. Sie tragen Schuld daran, dass die Mehrheit der Bevölkerung wie blinde Trottel durch die Zeit stolpert, anstatt von ihrer Chance Gebrauch zu machen, das Schicksal ihrer Zivilisation aktiv zu gestalten.

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