Diesmal hatte es wirklich nichts mit dem Islam zu tun: Ein 38-Jähriger Mann aus Braunau am Inn setzte zu einer Amokfahrt an, weil ihm mangels Geld keine Leberkäsesemmel gegeben wurde. Das mutige Eingreifen von Passanten hat Verletzte verhindert. Aus dieser Provinzposse lassen sich durchaus Erkenntnisse für die globale Ebene gewinnen.

Wenn richtige Anschläge passieren, liegt man heute in 99% der Fälle mit reflexartigen Rückschlüssen richtig: Wer war der Täter? Ein Araber. Warum hat er das getan? Er war Moslem. So richtig das ist, die Erklärung greift dennoch zu kurz. Es hat einen Grund, warum die Attentäter nie saudische Scheichs oder Imame aus Katar sind, sondern radikalisierte Kleinkriminelle. Ungleichheit & Verarmung führen regional zu Kriminalität, global zu Massenmigration und Terror.

Anis Amri etwa, der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, war eine gewalt- und drogenverseuchte Existenz. Die Schuld an seiner Perspektivlosigkeit gab er der Mehrheitsgesellschaft und radikalisierte sich. Die nach dem Sturz Saddam Husseins arbeitslos gewordene sunnitische Armee war später ebenfalls perspektivlos und nennt sich heute Islamischer Staat.

Natürlich spielt Religon eine Rolle. Der Islam erzählt die Geschichte eines Propheten, der seine Lehre mit Feuer und Schwert verbreitet hat. Eines aber ist gewiss: Hätten die Araber heute nicht den Islam, dann hätten sie etwas anderes. So wie Europa nach der Säkularisierung den Kommunismus und den Faschismus hervorbrachte. Ideologien und Religionen rechtfertigen Taten, sie verursachen sie nicht.

Ein Beispiel: Der Westen beruft sich auf die Errungenschaft von Demokratie und Menschenrechten. Trotzdem sind es gerade die USA, England und Frankreich, die innerhalb der NATO am aggressivsten auftreten und völkerrechtswidrige Angriffskriege führen wie Sonntagsspaziergänge. Warum? Wegen der Ressourcen. Auch die mittelalterlichen Kreuzzüge fanden statt, obwohl das Neue Testament anders als Tora & Koran kaum Gewalt kennt. Warum? Damals war der Orient kulturell und ökonomisch weiter als das mittelalterliche Europa – es gab etwas zu holen.

Wenn heute Masseneinwanderung stattfindet, dann geht es auch nicht um Sicherheit. Wer sich auf den Weg macht, der liest die Welt- wie eine Speisekarte und geht hin, wo die Früchte am tiefsten hängen. Dass Anschläge meist ausgerechnet England, Frankreich, Russland und die USA treffen, ist auch kein Zufall. Es ist eine Reaktion auf deren Interventionen im Nahen Osten.

Ich will keine Gewalt und keine Anschläge legitimieren oder relativieren, wer meine Beiträge kennt weiß, dass ich Masseneinwanderung ablehne. Wer aber verstehen will, was derzeit auf der Welt passiert, muss eines erkennen: Ideologien und Religionen werden von Machteliten missbraucht, um Bevölkerungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Mal die Menschenrechte, mal der Islam. Manchmal geht es um globale Ressourcen, manchmal auch einfach nur um eine Semmel mit Leberkäse.

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Margaretha G

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