Ex-Grünen-Chefin wechselt von den Losern zu Berufs-Gewinnern bei Novomatic

Eva Glawischnig, die langjährige Obfrau der Grünen, legt ihre Mitgliedschaft in der Partei zurück und wechselt in die oberste Etage des niederösterreichischen Glücksspielkonzerns Novomatic.

Manche mag das, wie sie selbst zugibt, „irritieren“. Ich für meinen Teil halte diesen Schritt für absolut verständlich: Nach so vielen grünen Niederlagen in der jüngeren Vergangenheit, hat sie wohl einfach nach einem Posten gesucht, an dem Verluste kategorisch ausgeschlossen sind. Es ist bekannt: Das Casino gewinnt immer.

Was sie seit jeher interessiert habe, führte sie im Rahmen einer Pressekonferenz mit ihrem neuen Chef aus, wären eben immer „die großen Tanker der Wirtschaft und Industrie“ gewesen. Das klingt ein bisschen nach einer ehemaligen Polizeichefin, die ihren Umstieg in die Führungsriege der Mafia mit dem Verweis darauf begründet, das große Verbrechen wäre ja schon immer irgendwie Gegenstand ihres Interesses gewesen. Sie fasziniere auch die Internationalität des weltweit agierenden Unternehmens. In dieser Frage ist sie links geblieben: Egal wie schäbig eine Sache ist, wenn sie bunt ist und global, dann ist sie gut.

Besonders unterhaltsam fand ich ja die Aussage, die existenzvernichtende Spielsucht mancher Kunden könne man ohnehin nicht „wegverbieten“ – die längst dienende Vorsitzende der klassischen Verbotspartei ist also von der Saula zur Paula geworden. Und wenn man etwas nicht verbieten kann, soll man doch wenigstens daran verdienen.

Glawischnig ist übrigens nicht die erste Politikerin, die sich von dem Konzern hat einspannen lassen. Der ehemalige rote Bundeskanzler Gusenbauer stand auch in den Diensten Novomatics, bevor er dann ein mit 400.000€ Jahresgehalt bedachter Lobbyist der Republik Kasachstan wurde. Er soll auch hohe Summen aus den USA dafür erhalten haben, in der Ukraine im Sinne der EU zu intervenieren.

Ob wir Eva Glawischnig einmal auf ähnlichen Pfaden wandeln sehen? Für wen würde die wohl die Werbetrommel rühren? Saudi Arabien vielleicht? Die bezahlen sicher gut. Aber vielleicht haben die antikapitalistischen Wurzeln doch Spuren in ihrem Charakter hinterlassen, vielleicht ist ihr das Geld gar nicht so wichtig. Man sagt ja, jeder Mensch wäre käuflich – der Unterschied läge alleine im Preis.

Nach eigenen Angaben verdient Glawischnig heute nicht mehr als in ihrer Zeit im Parlament. Vielleicht ist die Sache also wirklich so, wie sie aussieht: Ziemlich billig.

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