Wie ein Bootsunfall in der High Society zum Krimi wurde

Ich erlaube mir das Vorwort von Chefredakteurin Esther Mitterstieler zum News Ausgabe 24.2017 zu zitieren:

Liebe Leserin,

liebe Leser.

Es ist eine Tragödie. Fünf Männer fahren raus mit dem Boot und nur vier kommen lebend zurück. Beste Freunde, die sich einen schönen Bootsausflug am See und ein paar Gläser genehmigen wollten. So schnell kann es manchmal im Leben gehen. Einer der fünf ist Medienmanager, bis vor nicht all zu langer Zeit ein Prominenter. Wir haben in der Redaktion lange diskutiert, wie wir mit der Causa umgehen sollten - zwischen journalistischer Sorgfaltspflicht und rechtlichem Schutz des Betroffenen. Seit der Tod am Wörthersee öffentlich wurde, werden wir Medien praktisch täglich mit Vorwürfen konfrontiert, nicht die Wahrheit zu schreiben, uns vor den mächtigen im Land zu fürchten, uns vor journalistischer Verantwortung zu drücken.

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Die Geschichte geht einem nahe, weil jedem ein schwerer Fehler passieren kann. Und der Gedanke, wie man nach so einem Unglück sein Leben weiterführt, ist beklemmend. Wir haben uns dennoch entschlossen, die Geschichte vom Tod am Wörthersee ausführlich zu erzählen, aber den Namen des Bootslenkers zum Zeitpunkt des Unglücks - nicht zu nennen. Der Grund: Wir dürfen zu diesem Zeitpunkt den Namen nicht nennen und halten uns an das Gesetz. Das ist für alle gleich - egal, ob prominent oder nicht.

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Irritierend ist gleichwohl auch für uns Journalisten, dass wir den Namens eines Managers nicht nennen dürfen, der bis vor wenigen Monaten in der Öffentlichkeit stand und seit Kurzem im Gremium eines Unternehmens ist, dass stark von der öffentlichen Hand bestimmt wird. Da darf man sich schon fragen, warum die Steuerzahler nicht wissen dürfen was Ihre Vertreter tun. Dass am Boot am Wörthersee zu viel Alkohol im Spiel war, ist laut Polizeibericht erwiesen. Gerüchte gibt es zuhauf.

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Dass "eh alle Bootsfahrer am Wörthersee besoffen herumfahren", kann kein Argument sein, nicht über den Vorfall zu berichten. So tragisch der Vorfall, so abenteuerlich die Versuche das tragische Unglück klein zu reden. Wer Boot fährt, muss 0 Promille Alkohol - ausgeschrieben null - im Blut haben. Wer sich nicht daran hält verstößt gegen das Gesetz.

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Es muss die Frage erlaubt sein, wann jemand eine Person öffentlichen Interesses ist - und wann nicht. Schließlich sollen Menschen in bestimmten Funktionen Vorbilder sein.

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Wir lassen den Namen des Managers weg, weil wir uns an das Gesetz halten. Im Nachdenken über die aktuelle rechtliche Lage. Der Gesetzgeber täte gut daran, journalistische Freiheiten zu stärken, insbesondere wenn es um Skandale und Systemversagen geht. Dadurch müssen wir uns auch dem Vorwurf nicht mehr aussetzen, die ganze Wahrheit zu verschweigen.

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Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende - Esther Mitterstieler

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Nun das ist ein beeindruckendes Vorwort dem es einiges hinzuzufügen gibt.

Öffentliches Interesse ( Zitat Wikipedia - Auszug ):

Öffentliches Interesse ist ein in Gesetzen häufig verwendeter unbestimmter Rechtsbegriff, der die Belange des Gemeinwohls über die Individualinteressen stellt.

Das öffentliche Interesse ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, weil er in keiner gesetzlichen Vorschrift, in der er vorkommt, konkretisiert wird. Vielmehr ist es der Literatur und insbesondere der Rechtsprechung überlassen, den Begriff durch jeden Einzelfall im Wege der Subsumtion mit konkreten Inhalten auszufüllen. Die Voraussetzungen des öffentlichen Interesses erschließen sich nur im Rahmen einer umfassenden Beurteilung von Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung.

Es ist somit nicht so klar, ob der Name einer Person genannt werden darf oder nicht, es liegt sowohl im Ermessen des Journalisten als auch des Richters - und der Journalist könnte von Fall zu Fall "verlieren" da es vom Richter abhängt wie er entscheidet. Es gibt kein Gesetz dass die Nennung des Namens verbietet - aber man ist trotzdem nicht auf der sicheren Seite.

Cui Bono - "Wem nützt es?", die wichtigste Frage die man sich stellen muss:

Dazu muss man folgendes vorher wissen. Im §3 Wörtherseeschifffahrt steht ganz eindeutig folgenes zu lesen:

Die Schifffahrt mit zur Vermietung bestimmten Fahrzeugen mit Verbrennungskraftmaschinen ist verboten.

Damit ist nun mal klar dass derjenige der am Steuer des Bootes zum Zeitpunkt des Unglücks, niemals fahren hätte dürfen. Der Mann ist zwar verantwortlich für den Tod des Baumeisters aus Krems, aber rechtlich gesehen ist er nicht schuldig. Schuld am Tod hat der Bootshalter, oder dessen Vertreter der den Todesfahrer ans Steuer ließ.

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Wem nützt es also, dass die Namen in der Presse nicht genannt werden? Das nützt auschließlich dem NEO-Millionär Ramusch und sonst niemand. Damit wird völlig klar, dass die Vertuschung des Namens des Lenkers nur eine Nebelgranate ist, um von der Verantwortung des Herrn Ramusch abzulenken.

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Sobald dies klar ist, stellt sich die Frage, wer die Macht hat den Polizeiapparat zum Schweigen zu verdonnern und wer die Macht hat die Presse zum Schweigen zu zwingen. Es steht im Raum, dass seitens des BMI bei der Polizei das Schweigegebot erzwungen wurden und damit sind wir beim Innenminister Sobotka.

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Wer schafft es die NÖN, ORF-NÖ, Bezirksblätter, Heute, etc. ruhig zu halten? Nun bisher sagte man das Dr. Erwin Pröll nach. Ob er noch die Macht hat, oder ob diese Macht auf die Landeshauptfrau Mikl-Leitner übergegangen ist ist nicht so ganz klar.

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Wer hat die Macht mittels Karriereanreize die Auslegung eines Richters bei der Nennung des Namens einer Person zu dirigieren. Da sind wir beim BMJ - und beim Zitat der verstorbenen Nationalratspräsidentin Mag. Prammer: "Machen Sie sich keine Sorgen, die Strukturen in Österreich funktionieren noch ganz gut --- bis auf die Justiz!".

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Tja und jetzt frage ich mich gerade, warum nur fällt mir der Tierschützerprozess ein? Da war doch was, was war es nur????????

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Ah jetzt ist es mir eingefallen, StGB §278 der sogenannte Mafiaparagraph. Könnte es sein, dass der in diesem Fall passen könnte? Ich bin kein Jurist und habe nur laut gedacht, nur warum bringe ich die Namen Pröll, Sobotka, Brandstetter, Mikl-Leitner, Pilnacek, Pleischl, Hallbauer, etc. etc. nicht mehr aus dem Kopf wenn ich 278 denke.

Ich muss mal darüber nachdenken wie es zu dieser Assoziation in meinem Kopf kommt, vielleicht sollte ich zum Arzt, denn dass scheint mir ein gefährlicher Zustand zu sein.

_________ Update 14.08.2017

Der Tote hat ein Gesicht und hinterläßt Kinder und eine Frau.

Das Verhalten des Unfallverursachers Grasl und des politischen Umfeldes ist zu überdenken. Bis heute werden Details unterdrückt, Namen dürfen bisher nicht genannt werden und es scheint Versuche zu geben, das Geschehen zu relativieren. Trotz Unschuldsvermutung drängt sich der Verdacht auf, dass der Bootsbesitzer Martin Ramusch, ein Freund des LH a.D. Dr. Erwin Pröll, geschützt werden soll.

Der Standard:

"der Lenker des Motorboots, ein früherer ORF-Manager, war alkoholisiert gewesen. Gegen ihn ermittelt die Kärntner Justiz wegen des Verdachts auf grob fahrlässige Tötung. Der zweite Beschuldigte ist ein Freund des Bootseigentümers, eines Kärntner Eventveranstalters, der als dessen Vertreter an Bord war. Er hat das Boot zunächst gelenkt, heißt es, und das Steuer dann übergeben. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Unfalllenker behauptet dem Vernehmen nach, das spätere Opfer habe ihm vor dem Unglück ins Lenkrad gegriffendas allerdings bestreitet der zweite Beschuldigte. Und: Der Bootslenker, der 1,2 Promille Alkohol im Blut hatte, sagt aus, auch er selbst sei bei dem Unfall ins Wasser gefallen – also nicht nur das Opfer. Auch dazu gibt es laut Wohlinformierten unterschiedliche Wahrnehmungen: Nur ein Zeuge soll behaupten, dass er zwei Personen im Wasser gesehen habe. - derstandard.at/2000061629167/Divergierende-Aussagen-zu-Woerthersee-Unfall"

Familie Schroll

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SHG Mobbing Graz

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