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Gefühlsbetontes Denken ist weniger ergebnisorientiert und damit nicht zielgerichtet.

Ist einfach so, bitte nicht weinen.

Nun wäre ein Land mit zu wenig Empathie zweifelsohne ein Land voller Soziopathen, was nicht im Sinne des Zusammenlebens ist. Ein gewisser Anteil an stark mitfühlenden Menschen ist also durchaus notwendig, auch zum Erhalt einer Kultur. Nur hat die Betonung emotionaler Faktoren hierzulande die Oberhand gewonnen, was große Nachteile mit sich bringt und sogar gefährlich werden kann.

Mediale Faktoren

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Medien wieder. Aktuelle Filme und Serien beinhalten immer mehr emotional aufgeladene Szenen. Sogar einige Dokumentarfilme kommen nicht ohne eine traurige Geschichte und Tränen aus.

Dieses Phänomen kommt nicht zuletzt aus der Werbung. Emotional aufgeladene Inhalte können wir uns besser merken, sie haben einen größeren Einfluss auf uns. So wird eine emotionale Verknüpfungen zum Vermarkten eines Produktes oder einer Dienstleistung verwendet. Selbst technische Produkte lassen sich nicht mehr ohne eben diese gezielten Suggestionen verkaufen. In keiner Autowerbung geht es um die technischen Daten des Fahrzeugs. Es geht um Emotionen. Genau das passiert in der Politik.

Laberpolitik aus der PR-Agentur

Jede politische Diskussion wird früher oder später auf eine emotionale Ebene gezogen. Es geht längst nicht mehr um reale Folgen, es geht darum, wie und was wir fühlen. Ein reales Problem wird einfach in „Angst“, „Hass“ oder "Naivität" umbenannt und auf stümpferhafte, spekulative Weise psychologisiert. Ein Problem verschwindet aber nicht, wenn man die emotionalen Hintergründe analysiert und daraus keinerlei Handlung folgt. Man würde mit einem Bruchteil der Diskussionen auskommen, wenn auch nur eine einzige davon zur Abwechslung eine effiziente, zielgerichtete Handlung zur Folge hätte. Stattdessen führt eine Diskussion zur Nächsten. Wie soll man auch eine Lösung finden, wenn auf die Gefühle jeder Bevölkerungsgruppe Rücksicht genommen werde muss. Es ist immer jemand dagegen man kann kaum noch den Mund aufmachen ohne irgendwelche Gefühle zu verletzen.

Wenn man dann noch zu feige ist, sich unbeliebt zu machen sieht es düster aus für die Politik. Leere Parolen, die direkt aus der PR Agentur kommen sind auch in Deutschland angekommen:

"Yes, we can"

"Wir schaffen das"

"Kein Mensch ist illegal"

Was soll das alles heißen? Es ist eine Verkaufsstrategie, es soll nicht lösen, es soll Emotionen wecken und Wählerstimmen bringen.

Gesellschaftliche Entwicklungen

Das menschliche Gehirn ist sehr anpassungsfähig, was die Verarbeitung von Informationen angeht. Hirnareale lassen sich in gewissem Maße trainieren. Menschen älterer Generationen tun sich immer schon schwer, junge Menschen zu verstehen. Das liegt auch daran, dass sie anders geprägt, also trainiert bzw. programmiert wurden. Fühlen kann man lernen und man kann es verlernen, was sich in unterschiedlichen Kulturen durchaus abzeichnet. Die Geschichte zeigt sehr gut, was ein Mangel an Empathie bewirken kann. Ironischer Weise kann ein Übermaß an Empathie ein sehr ähnliche Resulate erzeugen, denn niemand kann die gesamte Welt bemuttern.

Generation Snowflake

Niemand hat einen Anspruch darauf, nicht gekränkt zu werden.

Das ist vor allem deshalb relevant, weil heute so ziemlich alles auf irgendjemanden kränkend wirkt. Es geht längst nicht mehr nur um Drohungen oder grobe Beleidigungen. Wir haben also die Wahl. Entweder wir lernen frühzeitig mit Kränkungen umzugehen oder wir verbieten allen den Mund, dann haben wir keine Meinungsfreiheit.

Es ist eine Form von kollektivem Selbstbetrug, dass der Staat die Aufgabe besitze, Menschen vor Kränkung zu schützen. Das Resultat ist eine Infantilisierung und damit eine Entmachtung der Bevölkerung durch Vater Staat. Ein als Individualismus getarnter Egozentrismus der die absurde Idee, persönliche Gefühle hätten irgendeine Relevanz für das Weltgeschehen in die Köpfe der Menschen pflanzt hat sich duchgesetzt. Die komplette Unfähigkeit, die eigenen Stärken und Schwächen zu sehen und zu akzeptieren macht und am Ende schwächer, als wir eigentlich sind. Sie macht angreifbar und verwundbar.

Wer an dieser Stelle noch mehr Empathie fordert, hat den Knall nicht gehört. Er war noch nicht laut genug. So absurd es sich anhören mag: Es ist an der Zeit Entschlossenheit zu fördern, nicht Mitgefühl.

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