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Es wird pausenlos diskutiert und geschnattert.

Jeder Gedanke, sei er noch so undurchdacht, wird sofort ausgesprochen. Auf Geschnatter folgt Metageschnatter und am Ende wird das Ganze noch analysiert und verbal ausgewertet.

Jede Evolutionsbremse hat zu allem eine Meinung, die natürlich immer und überall geäußert wird. Wir wirbeln zurechtgeschneiderte Wortkombinationen durch die Luft, die sich schön anhören, aber überhaupt keine Aussage beinhalten. Worte wie billiger Modeschmuck, der massenhaft im Ramschmarkt angeboten wird. Ein endloser Redeschwall, der sich selbst in der Bedeutungslosigkeit verläuft, weil er nicht einmal weiß, wo er hin will. Je mehr es von etwas gibt, desto stärker sinkt zumeist dessen Wertigkeit.

Dauerberieselung

Die wenigen Momente, in denen wir mit der Abwesenheit unserer Mitmenschen gesegnet sind, verbringen wir mit TV und Internet. Also wieder andere Menschen, die unsere sich bereits im Leerlauf befindenden Gehirne mit vorgekauten Informationen mästen.

Das Ego braucht stetige Rückmeldung aus dem Umfeld, eben weil es alleine nicht stehen kann. Wie denn auch? Es ist ja nie alleine.

Auch in vielen gesellschaftlichen Situationen ist es das Schlauste, die Klappe zu halten. Menschen sind theoretisch zur verbalen Zurückhaltung in der Lage. Ich meine nicht Schüchternheit, ich meine das gezielte Dosieren der Informationspreisgabe. Weil man etwas weiß, bedeutet das keineswegs, dass man es auch zum Besten geben muss. Die Entscheidung, ob das Gegenüber die Information erhalten sollt, darf bei wichtigen Themen nicht der Impulsivität oder dem Geltungsdrang zum Opfer fallen.

Man teilt auch nicht jedem wildfremden Menschen sofort seine innersten Gefühle mit!

Man zeigt auch nicht jedem sofort seine Brüste. Wer das tut, kann nicht erwarten, ernst genommen zu werden.

„Man muss über Probleme sprechen, um sie zu verarbeiten“

Das ist längst widerlegt. Der dauernde Fokus auf Probleme und alle Arten von Kränkung oder Unwohlsein bewirkt das exakte Gegenteil. Häufig verstärken sich Probleme, wenn wir dauernd darüber reden.

(Siehe: http://psycnet.apa.org/record/2000-05424-015)

Keineswegs sollte man alles aussprechen und so Probleme schaffen, wo keine Probleme sind.

Wer alle zwei Stunden davon spricht, ob er zu dick ist, der wird sich irgendwann womöglich dick fühlen und zwar unabhängig von der eigentlichen Körperfülle. Hätte er in dieser Zeit lieber gelernt, wie man Blechkuchen backt. Dann hätte er Kuchen statt eine Essstörung.

Stille

Die meisten Menschen haben Problem damit, Stille auszuhalten. Stille ist wie Dunkelheit, sie gibt Raum für eigene Gedanken. Wer das nicht aushält, hat ein Problem, das sich früher oder später auf jeden Fall an anderer Stelle manifestieren wird. Wer sich bei Stille sofort langweilt, dem liegt der Beweis für seine eigene Abhängigkeit und Hilflosigkeit bereits vor. Warum kann der Mensch, der heute so viele Möglichkeiten hat, nichts mehr mit seinen eigenen Gedanken anfangen geschweige denn eigene Gedanken entwickeln? Er wartet lieber darauf, dass aus einem blöden Kasten nicht nur vorgekaute, sondern vorverdaute Informationen kommen. "Vorverdaut" meine ich wörtlich, denn es ist zum Großteil einfach nur Scheiße.

„One must bear in mind silence and the sacred darkness to be the only unspoiled realities“ (Johannes Nefastos)

eigenes Bild

Also: Einfach mal öfter die Klappe halten!

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