Die Klimasteuer und die Klimadividende - wenn sie denn kommt - kann nicht sozial gestaltet werden, wenn die Einkommen und Vermögen nicht annähernd gleich verteilt sind.

Sobald es eine Klimadividende gibt, die an alle Bürger in gleicher Weise augeschüttet wird, wird diese nicht dazu führen, daß sich Sozialhilfeempfänger, Niedriglöhner und arme Rentner einen Lebensstil mit durchschnittlichem CO2-Verbrauch leisten können.

Nein, eine Klimadividende wird auf niedrige Renten und Sozialhilfe angerechnet werden. Mindestlöhne können niedrig gehalten werden, weil es ja noch die Klimadividende obendrauf gibt. "Dann produzieren Sie halt nicht soviel CO2." wird einem der Sachbarbeiter sagen, wenn das Geld zu knapp ist.

Wer wenig hat, wird neben Geld also auch CO2 sparen müssen, und auf diesen Schultern wird der Planet gerettet. Die Reichen wollen auch nicht, daß ihre Karibikinseln absaufen, aber sie werden sich mit ihrem Vermögen einen Lebensstil leisten können, der bei einem einem Mehrfachen des durchschnittlichen CO2-Verbrauchs führt. Sie müssen nichts ändern.

Wer wundert sich da noch über die Gelbwesten?

Die gerechtere Variante:

Alle Bürger weltweit bekommen täglich ein persönliches CO2-Budget, das nicht für Geld handelbar ist, aber über mehrere Jahre angespart werden kann. Jede Tankfüllung, jeder Flachbildfernseher und jede Flugreise kostet neben Bargeld einen bestimmten Betrag aus dem CO2-Budget.

Der CO2-Verbrauch, der z.B. bei Dienstreisen entsteht, wird dem Produkt oder der Dienstleistung zugerechnet, die ein Unternehmen produziert und auf das CO2-Budget des Käufers angerechnet (Der Webdesigner, der Telearbeit betreibt, wird also mit einer geringeren CO2-Rechnung für sein Design werben können, als einer, der täglich 90 Minuten die Autobahn schrubbt, um ins Büro zu kommen).

Natürlich werden die Menschen, die arm sind, weiterhin weniger haben und die Reichen weiterhin mehr. Ein einheitliches Budget erlaubt den Ärmeren einen Wettbewerbsvorteil, indem sie nicht soviel in Effizienz investieren zu müssen, während der einzige Weg, sich mehr leisten zu können, über den Weg der Effizienzverbesserung führt.

Und wenn das Budget alle ist? Ja, dann ist es halt alle, morgen gibt's neues und verhungern muss niemand. Einmal Überschall mit der Concorde 2.0 um die Welt? Ja gern, Luxus gehört zum guten Leben, aber dafür muss dann jeder Mensch ein paar Jahre CO2 sparen und zwar Ausnahmslos. - Eine Utopie?

Liebe Zeit

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invalidenturm

invalidenturm bewertete diesen Eintrag 01.05.2019 02:51:11

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