Eine einfache Multiplikationsaufgabe:

Bevölkerungszahl x Infektionsrate x Mortalität = Todesopfer.

Das soll hier einmal anhand öffentlich verbreiteter Zahlen einmal für Deutschland durchgerechnet werden.

Bevölkerungszahl

Deutschland hat 83,2 Millionen Einwohner.

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Infektionsrate

ca. 65% als Mittelwert, wenn die Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel 60-70% Infektionen erwartet.

(Quelle: Bild.de)

Vorläufige Mortalität

ca. 3,5% als vorläufige Annahme. Nach heutigem Stand sind es weltweit 4.000 Tote auf 113.000 Infizierte -> ca. 3,5%

(Quelle: Focus.de)

In Italien, einem Industriestaat, der am ehesten mit Deutschland vergleichbar ist, sind es gar 360 Tote auf 7.000 Infizierte -> ca. 5%.

(Quelle Merkur.de)

Aber bleiben wir mal konservativ bei 3,5%.

Zur Rechenaufgabe

Als vorläufiges Ergebnis:

83,2 Millionen Einwohner * 65% Infektionsrate * 3,5% Mortalität = 1,9 Millionen Tote.

Korrekturfaktor für die Mortalität:

Setzen wir hier einen Faktor X ein, der die Zahl der Toten erhöht.

Wer infiziert ist, kann bereits am ersten Tag gezählt werden, hat aber meistens noch keine so schweren Symptome, dass gleich am ersten Tag der Tod eintritt. Erst nach Ende der Epidemie lässt sich die tatsächliche Todesrate feststellen.

Tatsächliche Todesrate / Bisherige Todesrate = X.

Die Dunkelziffer

Setzen wir hier einen Faktor Y ein, der die Zahl der Toten senkt.

Alle Infizierte / Bekannte Infizierte = Y.

Sehr wahrscheinlich gibt es viel mehr Infizierte, als in offiziellen Statistiken erfasst.

Keine Monokausalität:

Setzen wir einen Faktor Z für kombinierte Ursachen an, der die Zahl der Toten senkt.

Da das Virus insbesondere Menschen mit vorgeschädigter Gesundheit angreift, ist die Todesursache nicht immer monokausal. Angenommen, jemand hat seine Lunge durch Rauchen geschädigt und stirbt nach einer Corona-Infektion. Ist dieser Mensch dann am Rauchen oder am Corona-Virus gestorben? Wie wird das gerechnet: Beides je 1x? 50:50? 60:40? Eine Aufgabe für Statistiker.

Mortalität Gesamt / Mortalität ohne Vorschäden

Nochmal rechnen:

Die Anzahl der erwarteten Toten in Deutschland beträgt demnach:

1,9 Millionen (Vorläufig nach verbreiteten Zahlen)

x Faktor X (Korrekturfaktor Mortalität)

/ Faktor Y (für Dunkelziffer)

/ Faktor Z (für kombinierte Todesursachen)

Das Ergebnis ist wegen der drei Unsicherheitsfaktoren höchst spekulativ und hängt vor allem von der Dunkelziffer ab. Es kann von weniger als 100.000 Menschen bis zu einer Millionenzahl überwiegend älterer und gesundheitlich angeschlagener Menschen reichen.

Zum Vergleich:

890.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland, davon 110.000 am Rauchen

(Quelle: feelok.de)

und mehrere Hundert bis 20.000 an der wiederkehrenden Grippe.

(Quelle: rki.de)

28.000 Betten stehen lt. Gesundheitsminister Jens Spahn für die Intensivbehandlung von Corona-Patienten zur Verfügung

(Quelle: Nochmal Bild.de)

Die Auswirkungen:

Bei einem milden Verlauf der Epidemie wären die Folgen zwar spürbar, gesellschaftliche und wirtschaftliche Verwerfungen wären allerdings vorwiegend durch psyschologische Effekte verursacht.

Bei einem agressiven Verlauf der Epidemie kämen jedoch deutliche demografische Faktoren hinzu.

Update:

Heise.de hat auch was dazu, umfangreicher und mit genaueren Begriffen und Grafiken.

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