Das schöne an Musikfans ist ja, daß immer wieder eine neue Generation nachwächst, denen man einen Abklatsch der alten Klassiker für neu verkaufen kann.

Allerdings - und das hat Seltenheitswert - gibt es immer mal wieder Coverversionen, die aus dem Retortenbrei herausragen und eine ganz eigene Qualität haben, nicht umbedingt besser oder schlechter als das Original, sondern anders.

Hier will ich euch jedenfalls mal einige meiner Favoriten vorstellen:

Sich auf 'nen alten Beat einen zurechtsingen kann fast jeder, aber N-Trance hat es mit Stayin' Alive geschafft, weite Teile des Originals der Bee-Gees zu übernehmen und das ganze auf geschmeidige Weise mit dem eigenen Stil zu verbinden:

Wenn man nichts hinzufügt, sondern einfach nur das Original nachsingt, ist es gleich mal schwerer, dem Song eine eigene Note zu geben. Als Heino sich an den Song Junge von den Ärzten vorgenommen hat, hat er mit seiner großväterlich-konservativ klingender Sprache die offentsichtliche Ironie des Originals nochmal auf amüsante Weise verschachtelt:

Manchmal wechselt bei einem Cover auch das Geschlecht des Interpreten. Zwar ist das meistens garnicht so wichtig, aber es wird spannend, wenn plötzlich ein Mann einen Song singt, der für eine Frau geschrieben war. Als Terminal Choice mit einer männlichen Gesangsstimme den Song I kissed a girl von Katy Perry gecovert hat, kam mir die Situation trotz fast gleichen Textes irgendwie anders vor (Geschlechterstereotype im Kopf halt):

Auch wenn die stimmliche Unterscheidung nicht so groß ist, kann eine Veränderung Genres vom melancholischen Popsong zu einem opernahften Rocksong ein Stück noch einmal in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen, so wie es Within Temtation mit Summertime Sadness von Lana Del Rey gemacht hat:

Mittelalterbands (im weitesten Sinne) sind ja eher dafür bekannt, historisches Liesdgut und/oder Themen zu bespielen. Muss aber nicht. Feuerschwanz ist da sehr umtriebig und hat unter Anderem Limit von Deichkind gecovert und damit die bisherigen Genre-Grenzen durchlässiger gemacht.

Wenn ein Song gecovert wird, ist das nicht immer offentsichtlich. Einen fetzigen 80er Sound hatte Kim Wilde mit You keep me hanging on. Daß das Original von den Supremes ist und aus den 60ern stammt, habe ich erst Jahre später zufällig erfahren. Hier das Cover:

Und dann schlägt das Karma zu! Andere zu Covern ist nämlich keineswegs eine Versicherung dagegen, selbst gecovert zu werden. Die Bloodhound Gang hat sich mit Kids in America ihrerseits wieder einem Lied von Kim Wilde angenommen:

Ein Coversong kann auch politisch sein. Die Bad Wolves wollten Zombie noch einmal neu mit der Orignialsängerin Dolores O'Riordan von den Cranberries aufnehmen. Während das Orignal sich auf den Nordirlandkonflikt bezog, besitzt das Cover eine winzig kleine, aber geniale Änderung am Text, die den Song wieder brandaktuell macht:

Zum Abschluss gibts noch einen Song von J.B.O auf die Ohren, der im strengen Sinne kein Cover ist, sondern eine Parodie: Frauen. Der Song basiert lose auf dem Klassiker Männer von Herbert Grönemeier:

Viel Spaß beim hören.

Habt ihr auch ein paar Lieblings-Cover?

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Tourix

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Maila

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Zaungast_01

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