Stuttgart: Asoziales Alkoholverbot gegen Asoziale?

An einem schönen Sommerabend in Stuttgart beisammensitzen und ein wohlverdientes Bierchen zischen.

Dabei in einem Strassencafe oder auf einer niedrigen Mauer sitzen.

Mit dem debattierten Alkoholverbot wird das vielleicht demnächst einen Unterschied machen.

Denn wer denkt, dass bei einem Alkoholverbot der Alkohol verboten wird, denkt auch dass der Zitronenfalter Zitronen faltet.

In Wirklichkeit wird die Mauer verboten.

Denn dort kostet das 0,5er Bierchen 50 Cent und nicht 5 Euro. Die Gastronomie ist in der Regel von solchen verboten nicht in gleichem Maß betroffen.

Damit wird die Frage, ob und wie viel Alkohol ein Mensch in diesen Stadtteilen trinken kann, eine Frage des Geldbeutels.

Zwar ist naheliegend, dass der Großteil der asozialen Randalierer in Stuttgart sich kein Bier für 5 Euro leistet, allerdings ist ebenso klar, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen, die nur 50 Cent für ein Bier übrig hat, trotzdem nicht randaliert hat.

Nur den weniger wohlhabenden Teil der Bevölkerung für die Taten einet Minderheit in Sippenhaft zu nehmen und de Facto vom Alkoholkonsum auszuschließen, ist auch ziemlich asozial. Darüber sollten die Verantwortlichen in Stuttgart beim Beschluss von ihren Maßnahmen nachdenken.

Nachtrag 24.06.20, 18:20 Uhr:

Stell Dir vor, Du bist jung, hast wenig Kohle und durftest noch nie wählen. 10 Meter entfernt von dir sitzen ein paar Gutsituierte im Straßencafé friedlich bei einem Glas Champanger. Zwei Polizisten gehen zielstrebig an dem Straßencafé vorbei auf dich und deine Gruppe zu, die mit ein paar Discounter-Bierdosen friedlich auf einer Mauer sitzt. "Ihr dürft ihr nicht trinken. Ordnungsstrafe!"

-Was hälst Du von solchen Gesetzen?

-Was hälst Du von der Polizei, die solche Gesetze umsetzt?

-Was hälst du von Politikern, die so etwas an dir vorbei beschließen?

-Was hälst Du von einer Gesellschaft, die solche Politiker wählt?

-Was bist Du bereit zu tun, um diese Gesellschaft zu erhalten?

Das Problem sind die Ausfallerscheinungen von Alkohol.

Wieso also sollte mündigen Bürgern der sozialverträgliche Alkoholkonsum verboten werden, wenn es das mildere Mittel wäre, den Ausfallerscheinungen von Alkohol rigoros den Kampf anzusagen.

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