Der/die Kund(e)/in ist längst nicht mehr König.

Hauptsache das Geschäft läuft und vor allem die Spaßgesellschaft hat ihren Kick.

Verfasst am 16. 11. 2019

Heute jährt sich der Überfall auf mich durch fünf Jugendliche zum ersten Mal. In diesem Jahr war ich genau fünf Mal außerhalb der Wohnung. Alleine ist es mir gar nicht möglich.

Niemand kann sich vorstellen, was so etwas mit einem macht.

Nächtliche Panik-Attacken, Herzrasen, sobald ich die Wohnung verlassen will. Es ist, als sei man im eigenen Körper gefangen.

Von dem Überfall will ich erst gar nicht erzählen, außer, dass er sich nur wenige hundert Meter von meiner Wohnung entfernt abgespielt hat.

Der Weg zum Einkaufszentrum geht von meiner Wohnung über eine Holzbrücke total barrierefrei, da selbst Bodenmarkierungen für Fußgänger vorhanden sind. Sogar Rollstuhlfahrer können diesen Weg jetzt benützen.

Diesen Weg über die Brücke sind die BewohnerInnen unserer Siedlung schon immer gegangen, da er der kürzere und einfachere war und ist und auch für diese Siedlung so gebaut worden ist.Ich wohne schon gute dreißig Jahre hier.

Ich habe mich gefreut, als dann ein großes Einkaufszentrum daraus gebaut worden ist und habe den langen Baulärm, sowie den damit verbundenen Schmutz auf Fenster und Balkon bzw. insgesamt gerne in Kauf genommen.

Eigentlich habe ich nur eine TV-Media kaufen wollen, da diese unser Sohn vergessen hat. Er geht grundsätzlich für uns einkaufen, da es mir aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist.

Nach dem Überfall bin ich zunächst in Begleitung eines Security-Mannes, den ich durch die Scheibe der Trafik gesehen habe und darum gebeten habe, wieder nachhause gegangen.In Tränen aufgelöst, die Beine fast wie Gummi, voll mit Spucke über die ganze Jacke und Haare, auch das Gesicht und es war mir kotzübel. Die Jugendlichen (vier Burschen, ein Mädchen) haben sich auf dieser Brücke verschanzt und haben auf meinen Rückweg gewartet. Selbst dort haben sie noch herum gespuckt,laut mit Abstechen gedroht und gemeint, ich gehöre weg. Es waren viele Menschen da, aber die waren mit Einladen ihrer Einkäufe beschäftigt, haben wohl einen Blick riskiert, denn ich war ja umzingelt und die waren nicht leise und außerdem haben sie mich ja ständig bespuckt. Also es war nicht zu übersehen, dass das ein Übergriff war. Die Hoffnung, dass jemand zumindest per Handy die Polizei rufen würde, hat sich leider nicht erfüllt. Man schaut einfach weg, um nur ja nicht in etwas hinein gezogen zu werden.

Sie waren aber dann von der Brücke weg, als ich am Heimweg war. Der nette Mann hat mich trotzdem bis vor die Haustüre begleitet, da es ja wie erwähnt, nur wenige, vielleicht schätzungsweise ca. 300 Meter waren. Ich kann die Brücke von meinem Balkon aus sehen.

Dafür ist er dann von der Center-Managerin entlassen worden, denn das sei nicht seine Aufgabe, Menschen wie mich nach Hause zu begleiten. Zumindest war das ihre Aussage zum Technik-Leiter, als ich bei ihr war.

Und jetzt kommts: Am nächsten Tag habe ich einen Anruf erhalten, dass Fotos vorhanden sind und ich möge doch kommen, um diese zu betrachten. Also habe ich zuerst dort angerufen, ob das denn auch so stimme und als der Technik-Leiter das am Telefon bejaht hat, habe ich ihn gebeten, mir entgegen zu kommen, da ich nicht in der Lage war, diesen Weg alleine zu gehen. Das hat er auch gemacht, aber auf den Bildern waren es andere Jugendliche.

Er hat dann gemeint, er werde sich darum kümmern, dass wir am Montag gemeinsam die Videos anschauen und er würde mich auch dazu wieder abholen. Am Montag aber hat er mich angerufen und mir mitgeteilt, dass es so viele Videos gibt, dass er mich bitten möchte, erst am Dienstag zu kommen und er würde mich auch am Dienstag abholen, was er auch getan hat.

Es ist mir aufgefallen, dass er extrem schweigsam war und hat mich dann im Einkaufszentrum durch ein Labyrinth in das Büro gebracht, wo die Center-Managerin schon auf mich gewartet hat.

Sie ist mich direkt gleich angefahren, was mir eigentlich einfällt, als Frau alleine um die Uhrzeit (es war 16.00 Uhr) über die Brücke zu gehen, wo sie doch so einen großen, voll beleuchteten Haupteingang haben, der auch Video überwacht wird und außerdem muss mir klar sein, dass der Datenschutz es ohnehin verbietet, Bilder oder Videos zu betrachten.

Darauf hin habe ich gefragt, wozu man mich dann eigentlich geholt hat, denn dieser Weg ist ein Hürdenweg, den ich eigentlich nie mehr betreten möchte.

Da hat sie gemeint, sie wolle sich das „Gschichtl“ von mir persönlich anhören und hat dabei gegrinst, als bereite es ihr eine Freude, mich so zu demütigen. Ich war damals über 63. Ich weiß nicht, wie alt sie ist bzw. war, aber ich glaube, sie könnte meine Tochter sein.

Ich habe ihr dann von dem Überfall erzählt, aber leider habe ich sehr viel geweint dabei, denn ich war immer noch in einer Art Schockzustand. Eigentlich hat sie mich wie einen Lehrling behandelt, der etwas ganz Böses angestellt hat. Der Technik-Leiter ist ihr gegenübergesessen und hat sich voll ruhig verhalten. Als er mich das erste Mal geholt hat, hat er mich noch aufgebaut und mir versichert, die kriegen wir.

Dann habe ich ihr erklärt, dass mir der Haupteingang (den übrigens niemand aus unserer Siedlung benützt) zu weit ist, da ich aus gesundheitlichen Gründen diesen nicht bewältigen kann. Sie hat dann aufgeschrien, dass ich ihr so ein „Gschichtl“ erst gar nicht drucken solle, denn diese Krankheit habe ich ganz sicher nicht und was ich mir eigentlich einbilde, ob ich eventuell in Zukunft Personenschutz von ihnen haben möchte?

Ich weiß nicht, was sie noch alles zu mir gesagt hat, außer dass ihr das niemals passieren würde. Diese Worte sind noch hängen geblieben, denn wie schon erwähnt, ich bin immer noch unter Schock gestanden.

Der Kunde ist schon lange nicht mehr König

Mir war ohnehin klar, dass ich dieses Einkaufszentrum in Zukunft meiden werde und das habe ich ihr auch gesagt.

Der Technik-Leiter hat mich dann noch nachhause begleiten dürfen und ich war einfach nur am Boden. Er hat auch auf dem Heimweg kein Wort gesprochen. Er hat schon davor gewusst, dass ich keine Bilder betrachten soll, klar der Datenschutz,sondern dass mich diese Frau fertig machen wolle, um vorzubeugen, dass ich es einer Zeitung oder anderen Medien erzähle, so die Meinung meiner Freundin. (eine Schuldirektorin)

Die Täter werden zum Opfer und die Opfer zum Täter. Man/Frau ist immer selbst schuld, wenn man überfallen wird.

Meine Freundin hat mir dann den Rat gegeben, den Vorfall schriftlich an den Vorstand zu schicken, was ich auch getan habe. Sie hätte mir sonst die Freundschaft gekündigt. Sie hat die Haltung der Center-Managerin nicht nur schrecklich, sondern total unverschämt gefunden.

Sie hat mir auch dabei geholfen, die E-Mail ordentlich aufzusetzen, denn ich war nicht fähig, die Sätze zusammenführend und verständlich zu bringen und ohne Tränen ist es gar nicht gegangen. Dann haben wir uns noch telefonisch vergewissert, dass die E-Mail-Adresse die richtige ist, damit sie auch an die richtige Stelle kommt.

Ich habe dem Vorstand noch FROHE WEIHNACHTEN gewünscht und dass ihren Kindern oder Kindeskindern niemals so etwas passieren würde und dann als Daraufgabe sich bei einer Frau, die für das Center verantwortlich ist, noch dafür rechtfertigen müssen.

Zurück gekommen ist natürlich nichts. Keine Entschuldigung oder so.

Ich habe auch den Bürgermeister davon informiert und selbstverständlich habe ich auch eine Anzeige bei der Polizei gemacht. Das habe ich noch am selben Abend zunächst per Telefon gemacht, wo man mir gesagt hat, sie würden mehr Kontrollen schicken.

Auf der Polizeistation

Da bin ich immer noch unter Schock gestanden und es war schlimm, alles dann auf der Polizeistelle nochmals zu erzählen, sodass der Beamte das in seinen PC hinein tippen hat können. Im Hintergrund habe ich noch mitbekommen, dass man einer älteren Frau die Geldbörse im selben Einkaufszentrum gestohlen hat.

Das Protokoll hat dann gute zwei Stunden gedauert – schreckliche Stunden. Die haben ja keine Schreibkräfte mehr und müssen alles selbst machen und wie schon erwähnt, die Polizeistelle hat sich in der Zeit gefüllt, dass mir die Beamten direkt leid getan haben.

Wenige Tage danach ist eine Kriminalbeamtin zu mir nachhause gekommen und hat ein langes Aufklärungsgespräch mit mir geführt, mir so ein Alarmpiepserl hiergelassen, ist mit mir auch den Weg gegangen und war total erschüttert, dass der Parkplatz so stark besetzt war. Hat mich noch gefragt, ob das am Samstag auch so war. Ja, da waren noch viel mehr, aber wie schon erwähnt. Niemand will sich mehr irgendwie einmischen. Die Beamtin war echt erschüttert, aber sie war sehr nett zu mir und hat sich viel Zeit genommen, mir Tipps gegeben und und und……

dass ich auch Hilfe beim Weißen Ring bekommen könnte. Ich habe einen pflegebedürftigen Mann zuhause und wenn ich eine Therapie in Anspruch genommen hätte, dann wäre das zu organisieren zeitlich nicht einfach gewesen, denn mit einem Gespräch wäre das ja nicht abgetan.

Täter - Opfer - Umkehr

Übrigens nur wenige Tage danach hat diese Jugendgruppe (die Beschreibung war identisch) unsere Anlage-BetreuerInnen in der Siedlung überfallen und so hat man einen Security täglich bis Weihnachten einige Male am späten Nachmittag unsere Siedlung kontrollieren lassen.

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Quelle: https://www.krone.at/2043343#fb-10555-df2b71f6

Tja. Dieser 16. November im Vorjahr hat mein Leben verändert.

Den Jugendlichen hat es Spaß gemacht. Sie haben nichts von mir gewollt, sondern tatsächlich nur ihren Spaß haben wollen.

Wir sind ja schließlich eine "Spaßgesellschaft" geworden und der Kick muss einfach immer mehr steigen, wie eben auch der Gewinn für die großen Konzerne.

Menschlichkeit ist nicht mehr gefragt.

Quelle: https://www.mallorcazeitung.es/tags/jugendbanden.html

Kriminelle Jugendbanden

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