Vermutlich wäre es schlau gewesen, hätte ich diesen Blog gleich als ersten, als allerersten hier verfasst. Warum jetzt? Ich habe keine Ahnung. Oder doch. Es war heute der Kommentar eines Users, der meinte, als Blogger möchte man doch Applaus haben. Stimmt. Anstelle von Applaus verwende ich Anerkennung und die will ich in jedem Fall.

Der Anfang

Einen meiner ersten Texte verfasste ich mit ungefähr 18 Jahren. Die Fahrt mit der Straßenbahn ging mir auf die Nerven. Wie musste es eigentlich dem Fahrer der Straßenbahn gehen? Es entstand eine Art innerer Monolog. Meine Zwillingsschwester entdeckte diesen und war zu Tränen gerührt. Wörter können bewegen. Das wusste ich schon vorher, das aber ich mit Wörtern bewegen kann, war mir neu. So sind in den folgenden Jahren viele kurze Texte entstanden, die alle in unterschiedlichen Laden verendeten. Nach meiner Matura entstand in mir das erste Mal der Wunsch Kinderbücher zu schreiben. Ich hatte Konzepte und jede Menge Ideen im Kopf. Aber es gab die Realität. Meine Eltern waren nicht sehr begeistert von meinem Berufsziel, warnten mich vor dem möglichen Hungertuch. Schreiben kannst du immer, war der Vorschlag.

Sie sollten Recht behalten.

Stillstand

Es folgten Jahre des Stillstandes. Mein Sohn kam zur Welt. Ich war von Beginn an Alleinerzieherin, studierte, zur Erleichterung meiner Eltern Medizin und musste auch noch irgendwie zu Geld kommen. Irgendwann studierte ich dann nicht mehr Medizin, verdiente nur mehr Geld und versuchte mein Kind zu erziehen. Geschichten hatte ich immer im Kopf, Papier aber nicht zur Hand. Mit 30 Jahren entschloss ich mich Lehrerin zu werden. Studium, Kind und Geld verdienen. Auf ein neues. Immer noch viele Wörter und kaum Papier.

Der Neuanfang

Als im Jahr 2003 meine Großmutter im Alter von 97 Jahren verstarb, bekam ich einen Einblick in die Geschichte meiner Familie, der mich zutiefst bewegt hatte. Ich begann diese Geschichte aufzuschreiben. Damals brauchte ich kein Papier mehr, der Computer hatte Einzug in mein Leben genommen. Schreiben wurde zur Sucht. Das Buch war in seiner Rohfassung fertig. Nach einem Absturz des Computers, war diese verschwunden.

Es begann die Zeit der Internetforen. Nur für die Schublade zu schreiben war mir mittlerweile zu wenig. Ich traute mir zu mit meinen Texten an eine, wenn auch kleine, feine Öffentlichkeit zu gehen. Ich schrieb über ein Jahr in einem kleinen Literaturforum, das leider von der Bildfläche mitsamt meinen Texten verschwunden ist. Sine numero hieß es. Zwei der Texte habe ich in einem großen deutschen Literaturforum gepostet. Dort ging ich aber unter, weil diese stark auf Wien bezogen und im Wiener Dialekt verfasst waren. Ein bisschen Aufmerksamkeit bekam ich trotzdem. Im Zuge von offenen Leseabenden des Ersten Wiener Lesetheaters wurde eben diese Texte vorgelesen und fanden Anklang.

Schreiben kannst du immer

Seit nahezu 12 Jahren habe ich nie wieder aufgehört zu schreiben. Zwei Bücher habe ich geschrieben. Über die Schwierigkeit einen Verlag zu finden könnte ich ein drittes Buch schreiben. Aber es gibt sie. Ich habe schon an anderen Stellen gebloggt, für Lehrerzeitungen geschrieben und bei Wettbewerben mit Erfolg mitgemacht. Und jetzt bin hier gelandet.

Warum ich schreibe?

Ich habe Millionen Wörter im Kopf, die zusammengesetzt Millionen von Sätzen ergeben. Aus diesen Sätzen entstehen Geschichten, Essays und Bloggs. Schreiben ist meine Waffe, meine Triebfeder und mein Leben. Ich habe mich von Beginn an entschieden unter meinem Klarnamen zu bloggen, weil  meine Texten meinen Namen tragen sollen. Ich möchte mich nicht verstecken. Somit schließt sich der Kreis. Anerkennung ist mir extrem wichtig. Ich will bewegen, aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Ich will gelesen werden.

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Veronika Fischer

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Silvia Jelincic

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