Wissen sie noch? "Na, kleiner Engerling, wo gehst du denn hin?"

Der Engerling kriecht heute zur Straßenbahn.

Schlafprobleme in den Wechseljahren, topaktuell zur Zeit.  Die Nacht von gestern auf heute stand im Zeichen der Hormone, die scheinbar tagsüber nicht zu Wort kommen. Schweißausbruch beim Zudecken, nichts neues. Das Ende der Wallung naht, ich strecke mich noch einmal durch und drehe mich auf die linke Seite. Die Hormonparty steigt und ich beginne die Welt zu retten, rein gedanklich. Nach sieben Minuten, rechte Seite. Mist, ich habe vergessen der Chefin zu sagen, dass ich mit den Kids im Gänsehäufel bin. Herzklopfen. Kein Grund zur Aufregung, ich schicke Kollegin XY eine SMS, dass sie es ausrichten soll. Ob das klug ist? Linke Seite. Schülerin L kann nicht so gut schwimmen. Achtung beim Wellenbecken, vorher ein Gespräch. Gut, so blöd wird sie ja nicht sein, dass sie sich bedenkenlos in die Fluten wirft. Außerdem wozu gibt es dort eigenlich Bademeister? Und wenn der gerade ein anderes Kind retten muss? Herzklopfen. Es sind immer zwei am Beckerand. Drei Kinder auf einmal werden nicht gleichzeitig ertrinken. Herz schlägt wieder normal. Quatsch, ich informiere gleich in der Früh selbst die Chefin. Ah ja, die will mein Klassenbuch haben. Gehört auch fertig gemacht. Aber wo zum Teufel ist das? Herzklopfen. Nein, ich stehe nicht auf und suche es. Stille. Rechte Seite. Wallung. Decke weg.

Licht an, ich muss zur Toilette. Kein Wunder, drei Liter Wasser am Tag. Wozu habe ich Wallungen? Sollen doch die, die Flüssigkeit in mir entsorgen. Zurück im Bett. Noch vier Stunden. Hurra.

Wenig Schlaf verhält sich indirekt proportional zur Aussehens-Unzufriedenheit. Für alle Nicht-Mathematiker, indirekt proportional ist je weniger desto mehr. Das wiederum ergibt dann eine Kurve, die sich assymptotisch der X-Achse nähert. Die Waage kichert diabolisch. Da hilft es auch nicht, dass ich den Bauch einziehe und versuche mir drei Kilo wegzuatmen. "Wozu stellst du dich jeden Tag auf die Waage?", wollte am Samstag ein Freund wissen, "da gibt es Schwankungen von drei Kilo täglich". Gut, dann ziehe ich drei Kilo ab, heute zumindest. Erschlankt und fast gut gelaunt mache ich, ohne einen Blick in den Spiegel zu werfen, auf den Weg. In der Straßenbahn tippt mir eine nette Frau auf die Schulter. "Kann es sein, dass sie das T-Shirt verkehrt anhaben?"

In einem Posting habe ich gelesen, dass Wechselbeschwerden nur auf Einbildung beruhen. Ein Hoch auf meine Einbildungskräfte. Ich sollte Kapital daraus schlagen.

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Silvia Jelincic

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Veronika Fischer

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