Der Euro, „die Peitsche für die Völker der Eurozone".

Anfang, mein Blickwinkel

Die Bürger nutzen den Euro als normale Währung, auch zum Sparen, aber legen langfristig zur Sicherheit in anderen Anlagen an, für langfristige Anlagen sind Sparbuch oder das Konto definitiv nicht angebracht. Von der Politik, speziell den Landesregierungen und der EU wird der Euro für eigene Interesse genutzt, oft ideell geprägt. Doch der Euro ließe sich auch umbauen. Beides wird sehr wehtun, der Erhalt oder der Umbau, warum will ich aufzeigen. Es gibt riesige Ressentiments gegen den Euro, vor allem unter den Völkern. Viele Menschen sehen beispielsweise das viele Geld Deutschlands, also zuerst das es als einer der wenigen Länder eine „schwarze Null“ hatte, also keine neuen Schulden machte. Woher das Geld kam, ignoriert man dabei. Der Euro startete schon mit beträchtlichen Fehlern, aber derzeit summierten sich die Probleme auf, auch weil sie von der Politik kaum angesprochen werden, evtl. wird er deswegen sogar zerfallen, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Euro

Ressentiments

Beispiel,„Und über all dem thront Deutschland, das vom starken Euro immens profitiert, bzw. von der Schwäche der anderen“ Es gibt weit schlimmere und sogar dümmere Ressentiments, auch gegen Südeuropa in Deutschland, wie die faulen Griechen,… Es wird immer gesagt diese Ressentiments spalten den Euro. Es gäbe diese Ressentiments aber nicht, wenn die Menschen keine Probleme mit dem Euro hätten. Diese Probleme werden aber kaum benannt, noch diskutiert, also die Ursachen nicht erklärt. Stattdessen gibt es Statements, wie die Rettung Griechenland sei „alternativlos“.

Um eines auszuräumen, woher kommt das Geld Deutschlands

Deutsche „Ledige Angestellte verlieren fast 50 Prozent ihres Einkommens durch Steuern und Sozialabgaben, zeigt eine Studie. Unter OECD-Ländern ist der Wert nur in Belgien höher.“ Wohlgemerkt, darauf kommen noch Abgaben, wie Umsatzsteuer 19%, Benzinsteuer(65,96 Cent pro Liter Benzin), EEG Umlage und Stromsteuer,… Letztlich bleiben den deutschen Arbeitnehmern ca. 25% des Einkommens für ihre Ausgaben, wie Miete, Essen, für Kinder, Vorsorge. Es überrascht nicht, dass in Deutschland der Anteil der Hausbesitzer in der Eurozone am niedrigsten ist, gerade 44% und Deutschland beim Vermögenswert auch am niedrigsten in der Eurozone abschneidet, hinter Griechenland, Malta,…. Ich sehe sie dabei nicht der Rolle des Opfers, sie haben ihre Regierungen selbst gewählt. Auch basiert dies auf dem Konzept, einer guten Sozialversicherung, die aber seit 2002 enorm gekürzt wurde, weil sie selbst mit den enormen Abgaben nicht mehr zu finanzieren war. Deutschland galt vor 2002 als der „kranke Mann der EU“, war es auch, kein EU Land rettete Deutschland, sondern es musste sich selbst helfen, eben durch extreme Einschnitte und starke Lohnzurückhaltung, Nettolohnverluste über mehr als Jahrzehnt. Dies gilt seit 2015 als behoben.

Was sind die offensichtlichsten Probleme?

Nordeuropa, Deutschland hat beispielsweise seine Probleme weitgehend durch Nettolohnkürzungen, die die Effizienz der Unternehmen anhob, gelöst, die Wirtschaft wuchs, die Arbeitslosigkeit sank, so dass der Haushalt ausgeglichen war. Der Euro ist aber inzwischen zu schwach für Deutschland, übrigens für ganz Nordeuropa, auch für Österreich/Holland/Finnland/Luxemburg, d. h. die Arbeitnehmer dieser verdienen angesichts dem was sie für ihre Arbeitgeber erarbeiten zu wenig, aber die Wirtschaft ist trotz der Abgaben international konkurrenzfähig, da sie wegen Kürzungen enorm effizient ist. Auch das Stahlwerk in Duisburg erarbeitet Gewinn, trotz Klagen, das es zu wenig für die Risiken und den Investitionsbedarf sei, was stimmt.

Die Situation stellte sich in Südeuropa völlig anders dar, Beispiel Italien. „Die italienische Regierung hat mit einem sofort wirksamen Regierungsdekret die Eigner des größten europäischen Stahlwerks der Führung ihres Unternehmens enthoben. Ein Zwangsverwalter soll jetzt die Sanierung vorantreiben.“ Das Werk wird seit Jahren staatlich gestützt, nach EU Verträgen sollte es längst geschlossen sein, da es große Überkapazitäten in der Stahlproduktion gibt und direkte staatliche Stützung von Firmen verboten ist. Es geschieht aber nicht. Diese Stützung kostet dem Staat bzw. der Region Milliarden.

So wie in dem Stahlwerk Italiens, stellt es sich oft in Südeuropa dar. In Italien als drittgrößter Industriestandort der EU zeigt sich dies nur besonders. Man hat die "notwendigen Hausaufgaben" in Italien nicht gemacht, wie jahrzehntelange Lohnzurückhaltung, Abgabenkürzungen für Arbeitgeber, wie Abbau der Produktion und Arbeitnehmer, wie es in Duisburg oder auch in England geschah. Viele Unternehmen Italiens sind daher künstliche erhalten, sie sind überschuldet, bedienen ihre Kredite nicht mehr, werden teils mit öffenl. Geldern gestützt.

In Griechenland wurde dies noch intensiver betrieben, man wollte um jeden Preis jede Industrie erhalten. Spanien, Portugal,… ähnlich. Dies treibt die Schulden dieser Länder enorm in die Höhe. Die Kosten des Erhalts dieser Unternehmen steht dabei oft in keinem Verhältnis zu den positiven Aspekten dadurch, wie mehr Arbeitsplätze in der Region, mehr Gewerbesteuern, Exporte und Sozialabgaben. Dies ist aber im Grunde egal, es sind andere Länder. Diese Länder taten dies schon immer, sprich die Probleme aufschieben, statt sie sofort und entschieden anzugehen um sie auszuräumen, lieber schiebt man auf Kosten von Schulden auf. Diese Länder, wie Italien haben früher abgewertet, wenn sie es brauchten. Wenn Italien die Ausgaben über die Ohren gewachsen waren, ihre Wirtschaft stagnierte, wenn die Schulden zu stark gestiegen waren, dann hat Italien einfach mal richtig dicke Lira gedruckt und der Lira wertete mit der Herausgabe von extra 10% Lira o. ä. ab und die Wirtschaft wuchs wieder, weil ihre Produkte durch die schwächere Währung preiswerter waren, letztlich war dies je eine drastische Nettolohnsenkung und Enteignung der Ersparnisse, worauf sich die Bürger einrichteten, auch daher sind in Südeuropa besonders schwer Nettolohnkürzungen o. höhere Steuern durchzusetzen.

Es ist aber nicht Aufgabe des Euros, den Italienern vorzuschreiben, dies zu ändern, dies wollen die anderen Völker auch nicht. Und es wäre auch nicht Aufgabe den Deutschen, Österreichern, Finnen vorzuschreiben es wie die Italiener oder Griechen zu handhaben. Faktisch ist es aber so. Denn der Euro ist starr, die Länder können nicht mal eben so Geld nach Belieben drucken, sondern nur alle gemeinsam nach strikten Regeln bzw. die EZB für alle. Die Banken, die einen gewissen Spielraum hätten, blende ich aus, weil sie den seit der Bankenkrise kaum nutzen.

Wenn Länder, wie Deutschland halt einen ausgeglichenen Haushalt anstreben, dann sollen sie dies doch machen, die Bürger hätten entsprechend hohe Steuern, aber eine feste Währung, die ihnen dann auch zu Gute kommen sollte, aber die Unternehmen zu Effizienz zwingt. So unterscheidet sich dies für alle Euro-Länder, aber man zwingt alle Völker dazu alles gleich, wie die wirtschaftlich tonangebenden zu machen. Oder deren Wirtschaft geht dabei kaputt. Eine Katastrophe, wenn in Regionen 25% der Jugend arbeitslos ist, aber vielfach Realität in Südeuropa.

Das ist eben der Mist des Euros. Man zwingt durch den festen Kurs und die festen Bedingungen für alle, quasi alle Teilnehmer dazu genauso effizient zu wirtschaften und sparsam zu haushalten wie die Besten, sonst gibt es wirtschaftliche Probleme. Das müssen sich alle klarmachen, der Euro ist dadurch die arbeitnehmerfeindlichste Währung die es gibt, denn der Euro wird Änderungen auch in Südeuropa erzwingen. Daher diese Ressentiments und der teils enorme Hass auf den Euro. Daher der Begriff "Peitsche".

Warum wird es nicht geändert

Was in den Hinterzimmern und von wem gesagt wird ist Geheimnis. Macron soll nun laut einiger Medien der Heilsbringer sein. Er will in Frankreich keine harten Reformen durchführen, wie dicke Reallohnkürzungen, weil diese bei den Arbeiternehmern unbeliebt sind und seiner Beliebtheit schaden, sondern er will über eine Eurosteuer Transferzahlungen für Frankreich erreichen, Italien wäre sicher dabei. Dabei ist zu bedenken, Deutschland hat im EZB Rat eine Stimme, genauso wie Malta oder die Griechen. Österreichs Regierung könnte beispielsweise einmal mitmachen, Kern/Kurz den Zahlemax geben, viel Spaß bei den folgenden Wahlen. So stellt sich dies auch für andere Länder, wie Holland, Luxemburg, Österreich, Slowakei(hat rel. wenig Schulden), Finnland, Deutschland,… dar. Sie werden beliebe kein Interesse an einer Transferunion haben, wie von Frankreichs Präsident gewünscht, Macrons "linke Vorschläge" sollte man sie ehrlich nennen. Bisher stellten sich alle Änderungsvorschläge ähnlich dar. Entweder waren sie für Südeuropa nicht akzeptabel, weil es scharfe Einschnitte verlangte oder für Nordeuropa nicht, weil sie enorme Summen zu zahlen hätten. Leider wird über den Ankauf von selbst schlechten Anleihen durch die EZB, über die Target2-Salden dennoch Geld von Nord- nach Südeuropa verschoben. Aber über die Hintertür, ohne es den Völkern zu erklären.

Vorschläge

Es gibt entsprechende Vorschläge, ein Spaltung in Nord/Südeuro oder für jedes Land eine Euro, z. B. ein Holland-Euro,... Oder die Haftung bei der EZB abschaffen, also die Haftung von 27% durch Deutschland abschaffen, habe Zweifel das da Italien oder Frankreich jubeln würden, jeder wäre für die eigenen Schulden wieder plötzlich allein verantwortlich, die Folge drastisch steigende Zinsen für Problemländer. Ich wäre für die komplette Auflösung innerhalb eines Wochenendes, Ostern bietet sich an. Deutschlands einzige Schuld ist, nicht längst aus dem Euro raus zu sein. Der wäre dann aber mit diesem Schritt 20% niedriger. Das Geschrei der Leute, mit den Ressentiments würde ich gern einmal hören. Verkürzt formuliert, diese Änderungen würden sehr schmerzen und teuer sein. Eine Aufspaltung in Nord/Südeuro würde die Forderungen aus Nordeuropa an Südeuropa natürlich stark entwerten, weil der Südeuro an Wert verlieren würde. Ein steter Tranfer von Nord nach Süd, nichts anderes sind die Target2Salden oder teils der Anleihekauf der EZB wären aber auf Dauer noch teurer. Was die schlechte wirtschaftlichen Situationen in Italien, Frankreich für die Betroffenen bedeuten muss nicht im Detail aufgeführt werden. Ob diese dem ideellen Wert des Euros, wie Völkerverbindung, gerecht werden, mag jeder selbst für sich bewerten.

---

Anhänge:

Target2-saldo Deutschlands, inkl. ein Video zum anklicken zur Erklärung dieser Salden.

Das Zitat "die Peitsche für die Völker Europas" des anonymen Schreibers „Iris123“ habe ich etwas geändert und zur Überschrift verwendet.

Anm.: OECD-Länder stehen für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit und gelten i. d. R. als Länder mit hohem Pro-Kopf-Einkommen und gut entwickelte Länder.

0
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
0 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

1 Kommentare

Mehr von Matt Elger