Kurz vor der Adventzeit machten sich drei Mörder auf den Weg, um eine Bank auszurauben. Zugegeben, sie waren nicht vom Fach dieses zu tun, aber wie es halt in alten Zeiten der Fall war, viele fühlten sich dazu berufen, ganz gleich ob sie es auch konnten.

Der Erste wurde bereits beim Verlassen der Bank erschossen. Der Zweite als er Geiseln nehmen wollte. Nur der Dritte entkam ohne einen Kratzer, weil er Myrre und Weihrauchschwaden hinter sich herzog und den Kommissaren den Weg seiner Flucht dadurch, nicht preisgab.

Als er heimkam und die Beute zählen wollte, bemerkte er, dass die Haustüre offen stand. Bereits beim Überschreiten der Tür roch er Brandspuren, die seine Nase kitzelten. Im Wohnzimmer fand er seine Frau vor. Neben dem verbrannten Weihnachtsbaum, vergewaltigt und mit mehreren Messerstichen bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Panisch und in Sorge lief er ins Kinderzimmer. Seine Augen füllten sich voller Tränen und ein verstummender Schrei verließ seine Lippen. Der Sohn aufgespießt auf einen dicken Holzpfal und abgeschlagenen Kopf, thronte mitten im Zimmer. Seine zehnjährige Tochter lag zerstückelt auf ihrem Bett und ein bunter Zettel lag auf ihrer Brust.

Weissgott wie viele Menschen er bis dato erschlagen und getötet hat, aber das was er jetzt sah raubte ihm den Atem. Er fiel auf die Knie, er weinte und er schrie seinen Schmerz heraus. Aber es gab keine Antwort darauf, Gott hielt die Schnauze – wie so oft in solchen Momenten. Was sollte er auch sagen, wenn Mensch, Mensch zerstört. Da blieb ihm einfach die Spucke weg.

Dem Mörder wurde schlecht und er übergab sich mehrmals. Nach einer Weile erkannte er das Blatt Papier auf seiner Tochter. Es war Weihnachtspapier und als er las was darauf stand, explodierte die Stimme in seiner Brust und er schrie unentwegt bis er das Bewusstsein verlor.

Der Morgen kam schneller als ihm lieb war. Eine Sirene der Wiener Polizei riss ihn aus seinem Traum. Einen Traum, der zu diesem Zeitpunkt, wohl das Sanfteste in seinen Leben war und zu was er fähig war. Er blickte nochmals auf dieses bunte Blatt Papier, welches nicht nur vom Weihnachtsmann unterschrieben, sondern auch über die ganze Seite vollgeschrieben war.

„Lieber Mörder, heute ist heilige Weihnacht. Und ich bring Geschenke dir. Deine Frau war eine Hure, dein Sohn – zu schwach und deine Tochter, was soll ich sagen, bis heute glaubte sie nicht an mich, aber jetzt, auch egal ... Du hast getötet und heute am heiligen Fest bekommst du die Rechnung dafür präsentiert. Heute, wo du fette Beute gemacht hast, wirst du alleine sein. Und heute, wo du das erkennst, wirst du feststellen, dass die Hölle dich nie freigelassen hat. Dich kann nicht einmal mehr dein Glaubendu retten. Du bist verloren wie die restlichen Arschlöcher auf diesen Planeten, die noch immer glauben, jemand kommt sie zu retten.“

„Kommen Sie mit erhobenen Händen heraus, hier spricht die Gendarmerie von Wien!!“, hörte der Mörder, als wäre die Stimme noch Welten entfernt. Beschissen Weihnachten, dachte er noch als er seine Waffen lud. Ja er kam heraus, aber nicht mit erhobenen Händen. Dem Kommissar schoss er gleich eine Kugel in die Brust und die beiden Witzfiguren neben ihren blauen VW Käfern mit Blaulicht jeweils eine Kugel in den Schädel. Bevor sie noch den Boden berührten, hauchten sie ihre Seele aus.

Mit wenigen Schritten erreichte er den Straßenrand und nahm noch zwei Beamte mit in die Hölle. Ein Kugelhagel prasselte auf ihn nieder und durch diese bewegt sah er aus, als würde er noch davonlaufen wollen. „Bleiben sie aber stehen!“, riefen die Kibara. Nicht nutze, der Mörder lief ihnen sogar entgegen und schoss ohne Unterlass auf diese feigen Hunde, die sich seiner Ansicht nach hinter den Boliden versteckten.

Ein junger Polizist, noch in der Ausbildung richtete sich hinter einem Fahrzeug auf. Der Mörder, völlig überrascht von dieser mutigen Handlung, schoss nicht auf ihn. Nein, er schoss gar nicht mehr. Er sah den Jungen Mann in die Augen, und so als würde er auf ihn warten, senkte er seine Waffen und lächelte ihn an. Ein Donner erklang, und die Brust des Mörders zerplatze unter Blutfontänen. Er ging in die Knie, während weiter Kugeln seinen Brustkorb durchsiebten. Sein Körper bebte von den Einschlägen, nur seine Augen waren auf den jungen Mann gerichtet. Bevor ihn die letzte Kugel traf, die ihn für immer verstummen ließ, sagte er „Frohe Weihnachten ihr Arschlöcher!“ Der junge Polizist sah, wie er ihm noch zunickte und mit letztem Aufbäumen auf den Rücken fiel.

Danach Stille, nicht gleich die stille Nacht, aber so ähnlich. Der junge Polizist beugte sich über den Mörder, wollte ihn noch aufrichten, wollte ihn fragen, warum er so viele Menschen erschossen hat, doch dieser hob nicht mehr den Kopf und nahm seine Frage mit ins Grab.

Ja meine lieben Leser – frohe Weihnachten. Denkt immer daran, zum Töten, bedarf es keine Motive, dass machen wir Menschen seit es uns gibt. Und daran kann nicht einmal der beschissene Weihnachtsmann etwas ändern…

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Michel Skala

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Margaretha G

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