Die Sonne brannte höllisch an jenem Tag, als Du durch meine Gasse gingst. Ich positionierte meine neuen Murmeln auf dem Gehweg. Bereit, diesmal die Grünen, die es mir besonders angetan haben, zu treffen. Ich war sieben, behauptete mit Recht, dass es meine Gasse war. Du lächeltest ohne jegliche Gegenwehr. Ich glaubte, dich erobert zu haben. Doch Du stichst mir durchs Haar, beugtest dich zu mir herunter, dem Rebellen, der sein Revier zu verteidigen vermochte - und küsstest zart meine Wange.

Ich roch dein Haar, deinen süßen Duft, der nach allem Wunderbaren roch, das ich zuvor noch niemals eingeatmet hatte. Ein wenig nach Mutter, aber doch so fremd. Ich sah in deinen großen grünen Augen, mit den langen Wimpern, die sich wie Flügeln eines Engels im Rhythmus deines Lächelns - zu mir schwangen. Als du gingst und dich öfters zu mir wendetest, wusste ich, dass du es warst - für immer.

Die erste Liebe, wir lagen eng umschlungen in meinem VW Käfer.

Ich achtzehn und du, voller Liebreiz, als wüsstest du ein süßes Geheimnis. Jede Berührung von dir, wie ein zarter Kuss, sagte mir -das warst du.

Viele Jahre fielen von mir ab, als wären sie nicht meine. Ich lernte, wie man Liebe schreibt, und dass sie dennoch ein ewiges Geheimnis barg. Meine Murmeln verloren sich in Schubladen des Lebens, und ich, ich gab alles und auch nichts.

Irgendwann, nach einem Meer voller Lippen, nach einem Berg zerbrochener Herzen, nach Trauer der Trennungen und Freuden der Begegnungen; an jenen Tag, wo ich glaubte, dich für immer verloren zu haben - kamst endlich du.

Es war nur ein Lächeln und doch trug es mehr, als jede Berührung davor. Ich habe dich nie wegen deiner Schönheit geliebt. Du bist die Freude und der Schmerz meines Lebens. Du hast meine Sehnsucht gelöscht, gabst Frieden meinem wachen Herzen. Deine Augen verliehen mir die Kraft, alles zu schaffen - unbesiegbar zu sein.

In deinen Augen, die mich magisch anzogen, warst immer nur du. In dem Lächeln, welches mir die Luft zum Atmen gab, warst immer nur du. In der Berührung, die mein Herz zum Brennen brachte, warst immer nur du. Und in deiner Stimme lag jedes Mal der süße zärtliche Kuss verborgen.

Denn du - warst immer nur du – wie an jenem sonnigen Tag.

12
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

nzerr

nzerr bewertete diesen Eintrag 23.04.2019 06:41:40

Markus Andel

Markus Andel bewertete diesen Eintrag 22.04.2019 21:28:10

Zauberloewin

Zauberloewin bewertete diesen Eintrag 22.04.2019 21:24:34

Tourix

Tourix bewertete diesen Eintrag 22.04.2019 18:35:09

sisterect

sisterect bewertete diesen Eintrag 22.04.2019 14:12:59

Michlmayr

Michlmayr bewertete diesen Eintrag 22.04.2019 11:53:23

Spinnchen

Spinnchen bewertete diesen Eintrag 22.04.2019 10:06:23

rigoletta

rigoletta bewertete diesen Eintrag 22.04.2019 08:39:33

Frank und frei

Frank und frei bewertete diesen Eintrag 22.04.2019 07:30:30

Petra vom Frankenwald

Petra vom Frankenwald bewertete diesen Eintrag 22.04.2019 07:07:06

Miki

Miki bewertete diesen Eintrag 21.04.2019 22:52:00

lie.bell

lie.bell bewertete diesen Eintrag 21.04.2019 22:40:48

24 Kommentare

Mehr von Michel Skala