Liebe - Glaube - Hoffnung - und dann ...

Letzte Nacht erwachte ich aus einem Traum. Schweißgebadet schrieb ich noch die bruchstückhaften Erinnerungen nieder. Es war ein Traum ohne Bilder - nur das Flüstern einer Stimme - die aus der Ferne zu hören war ...

»Diese Welt wird untergehen und nicht ein Stein wird auf dem andern bleiben. Und gut so - sieh her, was diese Welt für Müll hervorgebracht hat. Vom Geistigen bis hin zum Menschlichen. Müll an dem ihr ersticken werdet wie die Fische im Wasser - wie die Vögeln in der Luft und wie alle Erdbewohner die noch immer dem irren Glauben unterliegen - jemand wird sie retten.

Für die einen die es versaut haben - wird es keine Rettung geben und für jene die liebten, glaubten und hofften - auch nicht. Für jene die alles besser wussten und für jene die alles für sich behielten - genauso. Den Barmherzigen wird kein Himmelreich gegeben werden und für die Wohltätigen wird nichteinmal die Hölle übrigbleiben. Für die Sanftmütigen sind die Tage gezählt und für alle Menschen- und Gottessöhne keine Hosanna in der Höhe. Die Jungfrauen im Himmeln sind bereits alle Tod, aufgezerrt, vergewaltigt und entstellt. Buddha, Krishna, Jesus, Abraham, Mohamed, Moses, Bhagvan, brachten euch das Licht - doch vergebens - Blinde sehen kein Licht. Und nur Blinde töten ihre Propheten - damit die, die sehen können - es auch nicht mehr sehen.

Das Ende naht und alles, was die Menschen in den letzten fünf Zeitepochen taten, war - gedrängt durch die Raffgier - streiten, bekriegen, abschlachten, verteufeln, entfremden.

Sieh her - ich bin das Ende und niemand wird es verhindern können. Eure Wissenschaft dient nicht eurer geistigen Entwicklung, sondern nur der Raffgier von Wenigen. Ihr habt in diese Welt nichts Wertvolles erschaffen, welches es wert sei - erhalten zu werden. Ihr habt die Zeit damit vertan um euren Speichel zu lecken, welcher euch bei euren eigenen Lobgesängen aus dem Mund lief. Es wurde euch Wunderbares gegeben und ihr habt es zerrissen, entstellt, vergewaltigt, geschändet, verbrannt, vergiftet - und verraten.

Nach der Hoffnung kommt das Ende und mit diesem - NICHTS!

Das Einzige, was du tun kannst - wenn der Augenblick kommt - ist Loslassen!«

Diese Nacht schlief ich nicht mehr ein. Ich ging ins Wohnzimmer, goss mir ein Glas Single Malt ein und ging auf die Terrasse. Der Morgen war noch jung und in einem grausilbernen Vorhang getaucht. Nebel lag über Wien - und der Whisky brannte wie das verdammte Höllentor in meinem Mund. »War´s das?«, fragte ich mich, »haben wir es wirklich versaut?«, und kippte den letzten Schluck in meinen Rachen.

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