Man schützt was man liebt, Europas Politiker tun das nicht.

Ob Christ, Jude, Moslem, Brahmane, Buddhist, Maoist, Hindus, Sikh, Kabbalist, Daoist, Shintoist, Konfuzist sowie Gnostiker und Atheisten dieser Welt – wir schützen doch alle, was wir lieben, oder? Kann man ein Land eigentlich lieben? Nicht wirklich, das wäre zu abstrakt. Man liebt die Menschen in einem Land, ihre Bräuche, ihren Glauben, ihre Kultur, man liebt Freunde, Familie, Nachbarn, die Gemeinschaft, das soziale Umfeld. Man liebt sie – oder auch nicht.

Und selbst wenn man sie nicht lieben kann, so kommt man dennoch mit ihnen aus. Teilt mit ihnen den Tag, die Arbeit, die Freizeit, das Vergnügen und auch den Kummer und die Sorgen. Manchmal teilt man mit ihnen auch den Schmerz und den Verlust eines Angehörigen, eines Freundes, eines Kindes. Und wenn man das aufrichtig tut – dann nimmt man Anteil an diesen Menschen. Und diese Anteilnahme verbindet uns, macht uns stärker und manchmal nimmt sie uns auch die Angst und den Schmerz, wenn auch nur ein bisschen. Aber das, was sie mit Sicherheit tut, ist: Sie eint uns.

Ver-eintes Europa – wo bist du? Wohin oder worin hast du dich verloren? Wenn deine Menschen einander misstrauen, hassen, sich erschießen, abschlachten und vergewaltigen, in die Luft sprengen und mit Fahrzeugen Männer, Frauen und Kinder töten? Wo ist die Liebe, die uns schützt? Wo sind die Menschen, die ständig von Einheit reden? Jene Einheit, die uns stärker, angstloser und freier macht – vor allem auch beschützten soll?

Langsam beginnen wir zu verstehen, dass diese aufgesetzte Einheit keine wirkliche ist. Sondern nur eine abstrakte – eine Fiktion, nur ein Mittel zur Macht. Mein Herz trauert um all die Menschen, die ihr Leben für diese Einheit verloren haben. Die geglaubt haben, sicher und beschützt zu sein, Zuhause zu sein in einem geeinten Europa. Ich nehme Anteil an ihrem Schicksal, und ich teile mit ihren Angehörigen den Schmerz, die Trauer und den Verlust.

Schon morgen, ja, morgen wird es ein Erwachen geben, und all jene Politiker, die zugelassen haben, dass diese Menschen sterben, werden erwachen. Nehmt Euch lieber schon mal in Acht, denn Ihr wisst nicht, wen Ihr da verraten habt.

Ihr habt vergessen: "was man liebt – das beschützt man", denkt lieber daran, oder tretet zur Seite und lasst jene Menschen an die Macht, die diese Liebe zu den Menschen nicht verloren haben!

Ruhet in Frieden, Ihr Opfer von Nizza.

shutterstock/ kerenby

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