NULL, es bleibt nichts mehr zu sagen…

Gestern Nacht ließ mich ein Gedanke der Vergänglichkeit nicht los und formte in mir ein Gefühl der Verlorenheit. Den Beitrag, welchen ich schrieb, wirbelte eure Gefühle auf – ich denke, ich konnte meine Gefühle mit den Euren teilen – danke…

Doch da gab es noch etwas anderes. Der Gedanke um die NULL und die Beschäftigung mit dieser, habe ich mir für heute aufgehoben. Es wäre Euch gegenüber nicht fair gewesen, diese Null mit dem Untergang der Menschen gleichzusetzten, da selbst nach einem Untergang, so heilsam er auch sein mochte, dieser keine NULL produziert.

In gewisser Weise ist die NULL nicht einmal eine Zahl, sondern im Gegenteil, sie bezeichnet gerade die Abwesenheit einer Zahl. Aus diesem Grund und wegen des Entsetztens, welches sie vielen Theologen verursacht hat, dauerte es ewig – bis die NULL überhaupt als "Etwas" auftauchte. In einigen Kulturen ist sie bis heute noch unbekannt.

Steigt ein mit mir, in einer kurzen Geschichte, die ihr gerecht wird. Ein Symbol für die NULL wurde in der Menschheitsgeschichte mindestens dreimal und zwar unabhängig voneinander „erfunden“. Die Babylonier begannen um 400 v.Chr. damit, zwei Keile in den Ton der Tafeln zu drücken. In ihrem Sexagesimalsystem hieß das soviel wie „keine Zahl in dieser Spalte“ Fast 1000 Jahre später verwendeten die Maya ein Muschelzeichen für dieselbe Funktion. Und die Kreisform, die bei den Indern die Bedeutung von „Nichts“ annahm, geht zurück auf den Abdruck im Sand, der bleibt, wenn beim Zählen ein Kieselstein entfernt wird.

So entstand unsere NULL als sichtbare Spur von etwas, das nicht mehr da ist. Wie intim sich dieser Gedanke mit meinem gestrigen Beitrag schwängert. Es bleibt von uns eine Spur, das was nicht mehr da ist. Deshalb gefiel mir der Kommentar von @FerdinandK, die Theorie, wenn Erdstücke mit Spuren von unserem Leben auf andere Planeten fallen – eine Spur von etwas, was nicht mehr da ist. Die NULL zeigt uns ein Geheimnis und, wenn man sich vor diesem Geheimnis nicht fürchtet – taucht man unweigerlich ein - in diese wundervolle Welt von nichts.

Wie die Eins sondiert die NULL die Grenzlinie zwischen An- und Abwesenheit. In vergangenen Traktaten der Inder wird die NULL als (Leere, Nichts), bezeichnet und erinnert uns somit an den Abgrund, das letztlich Unerkennbare, den bedeutungsvollen Grund allen Sein.

Damit schließe ich diesen schönen Gedanken und hoffe, meinen gestrigen Beitrag - euch näher gebracht zu haben …

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rigoletta

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