Wahrlich ein langer Prozess, welchen die Jugend nicht kennt und das Alter dagegen freudig begrüßt. Dabei geht es nicht um den Kuss der Zeit, weil Zeit kaum Rücksicht auf das Schicksal der Menschen nimmt und ihrer eigenen Gesetzmäßigkeit folgt. Es geht auch nicht um das Auslöschen des Egos oder sonst eine multiple Einrichtung unseres Geistes, welcher gelernt hat, dass außer ihm - nichts anderes existiert.

Es geht vielmehr um die Art der Betrachtung, die uns ab einem gewissen Alter, nicht nur einholt, sondern auch zu Teil werden lässt. Es ist die verständnisvolle, menschliebenden Erkenntnis, dass wir nicht allein sind - und welche sich in uns dermaßen ausbreitet, dass uns der Morgen danach, ganz gleich wie wir wachgeküsst werden – zufriedener, heller, liebender erscheinen lässt.

Sie berührt all jene, die weit über die Fünfziger sind und entzieht sich allen die darunter liegen. Wenn das Leben und nur dann, gelebt ist, wenn die Wünsche wie Pfeile ihr Ziel getroffen haben, wenn das wilde Leben seine Erfüllung nur noch nach Sanftmut ausrichtet, weil es absolut nichts mehr zu gewinnen, zu erobern oder besiegen gibt. Weil die Erfüllung aller Wünsche schon längst geschehen ist.

Dann und erst dann taucht diese wundervolle Fee auf, mit dem unschuldigen Duft von Veilchen, mit ihrem sanften Kuss, der uns aus dem Ich erlöst und uns eine Welt offenbart – ganz gleich wo wir uns befinden - einem Heimkommen gleicht. Es ist die Erkenntnis des Alters, wenn die Sexualität zwar angenehm, aber nicht mehr wichtig ist, wenn sich Leidenschaft in Beziehung wandelt und jene Distanz zum anderen - zur Wohltat wird. Ein Abstand, der dir erlaubt zu Atmen, welcher der Jugend verhasst ist und dir, wenn du ihn zulässt – zum Segen.

Spätestens jetzt – werden es einige wisse, worum es hier geht. Und spätestens jetzt, beginnen jene zu verstehen, weil sie es auf der Haut spüren. Wie wichtig es in ihren Leben geworden ist, in der Gemeinschaft zu leben und nicht allein. Dass selbst mit mehreren Menschen, die sich verstehen, das letzte Kapitel des Lebens -zum Abenteuer werden kann.

Wie gesagt, die Jugend mit all ihrem Streben wird es nicht verstehen, auch jene die nie wirklich und wahrhaft gelebt haben, gleichfalls. Aber die Welt ist zum Glück auch voll von den anderen, die sich noch finden müssen – um dieses Abenteuer zu beginnen…

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