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Seien wir mal für einen Moment lang ehrlich: Atheismus ist doch richtig scheiße. Wenn alle sich zu Weihnachten heimlich vor der Kirche Glühwein oder andere Substanzen in die Birne knallen, sitzt man allein zu Hause und hat nicht mal einen glitzernden Baum. Andererseits: Wer will schon Christ sein, auf Sex vor der Ehe verzichten und gleich zehn Gebote (!) beachten? Auch niemand. Und die anderen Religionen? Überall Vor- und Nachteile .....

Man will halt Fleisch essen, zu Weihnachten möglichst viele Geschenke und am besten die Religion mit den meisten Feiertagen. Ist doch irgendwie ganz selbstverständlich, oder etwa nicht ? Nach dem Tod nimmt man gerne das ewige Leben, aber doch am besten mit 72 Jungfrauen. Ich meine, was kann man denn verflucht noch mal dafür, wenn keine der bestehenden Religionen alles hat, was man zum glücklichen Leben brauche? Durchaus ein schwieriges Problem.

Die Verbraucherorganisation "Stiftung Warentest" nahm unlängst eine Reihe von Religionen und Glaubensrichtungen näher unter die Lupe – und kam zu einem ernüchternden Ergebnis:

Insbesondere die Weltreligionen, die sich durch mehrere Milliarden Anhänger auszeichnen, schnitten bei dem Test wenig befriedigend ab. Auch weniger verbreiteten Religionen erging es nicht viel besser, einzig und allein der Pastafarianismus, der es weltweit gerade einmal auf rund 10 Millionen Gläubige bringt, bekam als Testsieger gerade noch die Note 2,3!

Bereits beim ersten Kriterium "Zeitaufwand" schnitten die meisten Religionen alles andere als gut ab. So heißt es im Testbericht: "Bei dem bisschen Freizeit, das neben Arbeit und Schlaf noch übrigbleibt, erachten wir es als problematisch, wenn für Religion auch noch wertvolle Stunden für wenig abwechslungsreiche Rituale und Gebete geopfert werden müssen." Lediglich die Anhänger des Pasta konnten die Tester in diesem Punkt überzeugen.

Gleich mehrere Religionen fielen als Spaßverderber und durch massive Einschränkungen der persönlichen Freiheit auf. So gab es beispielsweise für das Verbot von Alkohol, die Ablehnung bestimmter Fleischsorten oder wochenlange Fastengebote von den Testern ordentlich Punkteabzüge. Auch restriktive Bestimmungen, wer mit wem wann in die Kiste hüpfen dürfe, wurden natürlich mit Minuspunkten bedacht. Die östlichen Religionen und wiederum der Pastafarianismus hatten in diesem Punkt eindeutig die Nase vorn.

In Sachen Gleichberechtigung schnitten so gut wie alle untersuchten Religionen wenig zufriedenstellend ab: Männlicher Gott, männliche Propheten, männliche Geistliche! Dies wurde auch beim Testsieger bemängelt, geht der Pastafarianismus doch auf einen männlichen Propheten zurück.

Wenn es darum geht, wieviele Feiertage einzelne Religionen ihren Gläubigen gönnen, konnte sich eindeutig das Christentum positiv hervortun. Punkteabzüge gab es allerdings gleich wieder dafür, dass diese Tage meist mit Kirchgang (zu nachtschlafender Zeit) und längeren Messen verbunden sind, so dass die Anhänger erst recht wieder die Arschkarte gezogen haben.

Weiters wurden beim Test folgende Kriterien untersucht: Spaßfaktor nach dem Tod, Gräueltaten und Zahl der Todesopfer im Namen der Religion, Toleranz gegenüber Andersgläubigen, Erklärung für Leid und das Böse, Strafausmaße bei Vergehen sowie Glaubhaftigkeit und Widerspruchsfreiheit der Lehren.

Im abschließenden Resümee von Stiftung Warentest heißt es: "Praktisch keine der untersuchten Religionen war überzeugend, teilweise stellen diese sogar eine regelrechte Gefährdung für die Menschheit dar! Auch der Testsieger Pastafarianismus mit der Note 2,3 weist diverse Mängel auf. Wir empfehlen daher, bis auf weiteres zur Gänze auf Religion zu verzichten. Denn die Gottheit, die uns restlos überzeugt hätte, muss wohl erst geboren werden!"

Fazit:

Zur Lösung dieses durchaus elementaren Konflikts für den Wiedereinstiegs-Gläubigen empfehle ich persönlich das sogenannte Glaubens-Hopping, ein Trend aus Amerika. Ist vergleichbar mit Wechselwähler, später noch auf eine bessere Party gehen, Fähnchen in den Wind hängen, an der Börse spekulieren, sich nie wirklich festlegen, sexuell austoben und nur das Beste aus den angesagtesten Topreligionen mitnehmen. Warum nicht als Buddhist den Wecker ausstellen, als Christ frühstücken, Allah ein kleines Brandopfer im Toaster bringen und zur Selbstmotivation beim Verlassen des Hauses laut ein herzliches aber bestimmtes „Allahu akbar“ rufen? Bei allen anderen Sachen macht man es doch auch: Man pickt sich die Rosinenkerne raus. Und als Glaubenshopper muss man keine tausend Seiten Talmud, Bibel oder Koran voller langweiliger Textwüsten lesen, die sogar den Prediger selbst beim Vorlesen einschlafen lassen.

PS:

Frage: Warum heißt es eigentlich Gebet, wenn ich zu Gott spreche, und Psychose, wenn Gott zu mir spricht?“

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