Heast zuagraste Bagasch – lernt´s ned Deitsch – lernt´s Weanarisch…

Warum? Weil wir uns große Sorgen machen müssen. Das Wienerische befindet sich auf den Rückzug, auch den meisten anderen Stadtmundarten geht es nicht besser. Obwohl man in den Familien und Bekanntenkreis noch überwiegend in der Mundart redet, dringt die Standardsprache immer mehr auch ins Private ein.

Der Wiener Dialekt, oder Mundart ist nie nur eine andere Art zu sprechen, sondern eine andere Art zu denken, fühlen genießen, leben und lieben. Allein das „Ich liebe dich“ klingt auf Wienerisch einfach süßer und feiner. „I mog di“ oder „I steh auf di“, „I foahr ob auf di“. Oder die zahlreichen Ausdrücke für den Alkoholrausch: Ein Spitz, ein Dusel, ein Gitsch, ein Flieger, einen Fetzen, ein Schwipserl, einen Schwamm, einen Schwül, einen Schweigel, einen Zapfen, einen Ziegel, man ist in der Fetten, im Öl oder in der Gluat und am nächsten Morgen hot ma an Brand oder no a Restfett´n (Wer mindesten die Hälfte dieser Worte kennt, ist scho a hoiba Weana Bazi).

Das Wienerische ist eine Mischung aus dem Jiddischen, Tschechischen, Rotwelsch, Französischen, Ungarischen, Slawischen. Geformt aus den kulturellen Einflüssen der letzten 2000 Jahren, stellt das Wienerische eine gewisse Universalsprache dar. Da können sich die Deutschen, mit ihrem astreinen (Niedersächsischen) Hochdeutsch dahinter verstecken. Und der Wiener selbst ist eine Mischung aus zuagrast, wegzog´n und glei doblib´n. Mit anderen Worten „Gemütlich und Scharmant“.

Eben, um diese wundervolle Sprache zu erhalten, sollen Zugewanderte sprich Zuagraste – Weanarisch lernen und net Deitsch. Wie symphytisch würde ein Tschetschene, der beim AMS-Schalter steht, klingen, wenn er nicht erst seine Schlagringe und Messer den Angestellten zeigen muss, damit ihm dieses sein Arbeitslosengelt aushändigt. Sondern einfach sagt: „Wüst an Köch Oida? Rüba mit´n Süba sonst hob i di am Wickl“. Oder ein Afghane, wenn er zu einem Wiener Mädel, statt belämmert „Ficken, Ficken“ einfach nur „Huarch zua Oide, zag ma dei Duttl und die Brunzbuschn“. Wenn des Madl von seiner Verführungskunst nicht ohnmächtig wird, und ihren Rock dennoch hoch hebt, sogt er: „Wos fiar Betonstampfa. Wuarscht los uns glei pudern“

Natürlich waren die beiden Beispiele da oben reine Fiktion. Aber man sieht schon ganz klar, dass man mit dem Wiener Dialekt hier bei uns gleich viel weiterkommt, als zunächst angenommen. Die Deutschen, die hier bei uns leben versuchen natürlich mit ihrer langweiligen Standardsprache gegenzusteuern. Leider mit großem Erfolg. Und dagegen müssen wir Wiener etwas tun, indem wir das Wienerische wieder zur Amtssprache erheben und in unseren Schulen diese lehren.

Wenn eines Tages die Bierpartei bei den Wienwahlen eine Mehrheit erringt – wird das die erste intelligente Maßnahme sein, von vielen die da folgen werden.

Prost, denn wo ein Wille – da auch Promille…

**Für unsere superpolitischkorrekten User hier. „Bagasch“ ist die Kollektivbezeichnung für sozial tiefer Gestellte - es Wappla.

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Matt Elger

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