Alles was einem Ursprung entspringt, mündet auch irgendwann in den Verfall zur Nichtigkeit. Die Geburt ist das Fenster der Unendlichkeit, ein Lichtblick der Existenz. Viele Menschen beschäftigen sich mit der Frage nach einem eventuellen Leben nach dem Tod. Was uns Angst macht, ist der Gedanke ausgelöscht zu sein. Es gibt unterschiedlichste Ansichten und fertige Systeme mit Jenseitsvorstellungen. Ich glaube jeder Mensch ist früher oder später mal auf der Suche nach einer übermenschlichen Stütze. Auch wenn er schlussendlich keine verinnerlichen kann, hatte er sich einmal auf die Suche begeben. Ich selber, tja...... ich habe auch noch keinen Weg gefunden damit umzugehen. Ich habe Angst vor dem Sterben und dem Tod, der Gedanke eines Tages vollkommen ausgelöscht zu sein, bereitet mir Magenschmerzen. Die prinzipielle Frage nach dem Leben und dem Tod ist so gesehen durch und durch eine paradoxe. Wir suchen stets nach Vollkommenheit in unserem Leben, wir begeben uns in unbekannte Situationen, lernen neue Leute kennen, suchen uns neue Hobbys, verlieren uns selbst, um uns wieder auf die Suche zu begeben. Meistens alles vergeblich. Wer kann denn von sich behaupten 100% zufrieden zu sein mit sich selbst. Die Unzufriedenheit mit dem ICH, ist der Motor der uns antreibt. Wir suchen stets nach neuen Macken die uns an uns stören. Fühlen uns nie vollkommen. Das Nichts, wovon wir uns so sehr fürchten, wäre demnach die Abwesenheit von Etwas, oder vielleicht die Abwesenheit der Vollkommenheit. Das irdische Leben so wie wir es kennen, bewegt sich also stets in einem Graubereich. Weil das Etwas existiert sehen wir, so gesehen kennen wir das Nichts nicht und sehnen uns aber nach seinem Gegenteil. Glück existiert bloß, weil es Unglück auf der Erde gibt, Friede ist bedingungslos an Krieg gebunden, wie kann es also eine Vollkommenheit geben, wenn wir das Nichts verneinen. Ist nicht der Tod die absolute Stufe der Vollkommenheit. Er dauert unendlich lange, es gibt kein entkommen und trotzdem jagt er uns eine scheiß Angst ein. Ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht, das ist eine andere Frage, aber die Vorstellung des Nichts ist doch auch eine Art Unendlichkeit. Wir sehnen uns nach einem unendlichen Dasein im Jenseits, wir möchten unsere Lieben wieder treffen. Ist nicht der Glaube an Gott, oder an das Jenseits bloß eine Art der Angstverarbeitung. Wieso sucht man sich Gott, oder Götter, wieso beschäftigen wir uns mit Spiritualität, wieso suchen wir nach einem Masterplan der gesamten Existenz? Das sind alles Wege, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinander zu setzen. In meinen Augen manche mehr und andere weniger utopisch. Aber wieso verneinen wir dann das Nichts, was uns bevorstehen könnte, wir sehnen uns nach Unendlichkeit und Vollkommenheit. Wer das zu Lebzeiten bewusst nicht schafft, der wird nie dieses Gefühl erfahren. Auch wenn der Tod unendlich lang dauert, du kriegst nichts mehr mit davon. Du wirst vollkommener sein als je zuvor, hast aber keine Ahnung wie sich das anfühlt, weil du nicht mehr fühlen kannst. Vielleicht Gibt es Gott, ich schließe das nicht aus, aber diese Vorstellung lässt sich mit mir zur zeit nicht vereinbaren. Eigentlich geht das schon zu lange, dass ich mir ständig den Kopf zerbreche, aber ich habe das Gefühl, die Anwesenheit des Todes in jedem Augenblick, macht das Erlebte und das Leben bewusster und wertvoller.

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Daniela Noitz

Daniela Noitz bewertete diesen Eintrag 20.12.2015 20:41:08

fischundfleisch

fischundfleisch bewertete diesen Eintrag 20.12.2015 18:14:18

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