Gerade höre ich in den Nachrichten eine Auflistung der katastrophalen Konsequenzen des Klimawandels - schon wieder. Eh. Fidschi musste schon Dörfer umsiedeln und beträchtlich mehr sind schon in der Warteschleife. Desertifikation, Überschwemmungen, Versinken, Tornados, Dürren, Tauwasser statt Permafrost, Dengue in Europa, die ausländischen Marienkäfer verdrängen auch schon unsere einheimischen Glücksbringer. Klimaflüchtlinge auf allen Ebenen.

In wenigen Jahre werden wir - ja WIR hier - auch noch mehr Menschen auf der Klimaflucht begrüßen dürfen. Spätestens dann sind wir so persönlich betroffen das wir uns betroffen fühlen. Lösungen gibts genug, aber der Fokus bleibt am Problem kleben. Leider: denn wo die Aufmerksamkeit hingeht, geht die Energie hin.

"Ja, eh".

Wir hören vor allem dann von den Klima- und Umweltproblemen wenn grade eine sensationsträchtige Katastrophe oder eine berichterstattungswürdige Konferenz stattfindet. Auch in diesem eben gehörten Beitrag wurde eingeworfen, dass 'man' hier nichts tun kann ausser die Betroffenen (wie Fidschi) finanziell zu unterstützen - es gibt sonst keine Lösung.

Lösungen. Dass es derer viele gibt umschiffen wir so elegant wie die Titanic den Eisberg.

Lösungen gibt es jetzt schon, überall und für alles - aber sie kratzen an unserer persönlichen Komfortzone. Ich rede hier von den Lösungen die DU, ICH und jedeR Einzelne in der Hand hat. Dass es noch Lösungen gibt die von oben kommen müssen, von Wirtschaft, Industrie und Politik rede ich nicht, denn da schieben wir einerseits ja die Verantwortung bevorzugt hin, andererseits stimmts natürlich, von oben regnet sichs besser.

Der Mainstream-Tenor ist noch immer, zumindest in Österreich:" Da kann ma nix machen...". Wie praktisch, nicht wahr? Dieses abgesegnete verschieben der Verantwortung, darin ist Österreich privat und politisch recht gut, und andere Länder stehen uns da kaum nach.

Problemfetisch oder Übersprungshandlung?

Was ist bloß mit unserem zwanghaften kollektiven und persönlichen Problemfetisch? Dieser Fokus auf das 'Problem', seine Komplexitäten und die endlosen Prognosen dafür dünken mir schon langsam wie ein ewigwährendes Ablenkmanöver. Ich fühle mich gefrotzelt, aber von wem genau kann ich nicht sagen.

Dieser Problem-Onanie muss ein Fetisch sein, oder eine Übersprungsreaktion, die uns so blind die Lösungen umgehen lässt. Egal wie groß und rosa der Elefant vor uns steht.

Lösungen gibts wie Sand am Meer

Die Permakultur besagt mit Recht, dass jedes Problem mit einer Lösung im Gepäck daherkommt. Alles andere macht weder evolutionär noch energetisch einen Sinn. Diese Lösungen zu sehen erfordert manchmal eine mentale Standortänderung, und die Umzusetzung der neuen Einsichten eine Bereitschaft aus der eigenen Komfortzone herauszutreten.

Wurst ist nicht (gleich) Wurscht.

Wenn wir schon so versessen auf Studien und Wissenschaftliche Beweise sind um die Verantwortung und den Handlungsbedarf im Idealfall abschieben zu können, dann könnten wir doch mal der FAO und der Weltagrarbericht glauben.

Thema Klimawandel, weil ich schon dabei bin: Landwirtschaft ist vor Verkehr der Hauptmitschuldige der Treibhausgasemission. Selbst wenn dem nicht so wäre? Lass es mich salopp formulieren:

Industrielle Massentierhaltung und Monokulturen treiben unsere Bauern (zur Erinnerung: Das sind immer noch die, die unsere Nahrungsmittel produzieren) in den Selbstmord oder Karrierewechsel sowie den ganzen Planeten, inklusive dir und mir, in den SuperGAraUs.

Alles ist eh schon a (bissi) tot oder toxisch. Boden-/Luft-/Wasser-/Lebensmittel-/Tier-/Menschvergiftung sind bereits status quo, in einem Ausmass dass es nicht mehr fassbar ist. Das macht natürlich Angst, so auf ganz persönlicher Ebene, wenn ich mich mal auf das Gefühl einlasse.

Aber es macht mich auch wütend. Weil ich verdammt nochmal gesund essen und leben will, und will das jede dieses Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit in Anspruch nehmen kann, wenn sie will.

Ich will dass jeder Mensch dort leben und wirken kann wo er geboren ist oder eben aus freien Stücken leben will.

Wenn mir dieses Recht entzogen wird, weil der Großteil der industrialisierten Menschen darauf besteht sich mindestens 3x am Tag Fleisch, Wurst, Fisch u.ä. aus furzenden Massenzucht-Rindern reinzuziehen dann wird Ernährung eben nicht zu DEINER Sache. Dann wir deine Ernährungsweise zu MEINER Angelegenheit und Problem.

Alles ist politisch. Alles. Und persönlich ist auch irgendwie alles.

Es ärgert mich wenn gesagt wird 'es gäbe keine Lösungen" wenn ich weiß, es scheitert under anderem daran, dass viele Menschen immer noch nicht kapiert haben (wollen), dass es sehr wohl Wirkung hat, was sie in welcher Menge und Qualität konsumieren.

Die Lösung zum Klimawandel?

Ist bekannt aber dennoch unbeliebt wie es scheint:

Iss mehr LOKAL, BIO und REGIONAL, SAISONAL. Iss vor allem weniger tierische Produkte, denn ich brauche keine Studie um zu wissen dass dieselbe Quantität einfach nicht in besserer Qualität daherkommen kann. Weniger ist auch hier mehr: Besser für Gesundheit, Wohlbefinden, Umwelt und Politik.

Weniger fliegen, fahren und ja... weniger Krieg führen, der K(r)ampf kostet nämlich nicht nur unnötigerweise Menschenleben sondern auch Resourcen en masse. Ja, ja, ich weiß es ist alles komplexer, aber das ist auch immer eine gute Ausrede um offensichtlich Maßnahmen zu vermeiden.

Und JAAA, ich weiß du hast sicher tausend praktische Ausreden parat. Aber jetzt mal ehrlich, ich verstehe dass das Leberkässemmerln schnell mal gern ausm Zusammenhang genommen wird. Aber hypotethisch: Wenn in ganz Österreich die Leberkäsekonsum auf die Hälfte einbrechen würde, würde über kurz oder lang weniger geliefert, sprich weniger produziert, sprich weniger Tiere gezüchtet werden. Dh. weniger Resourcen (Wasser, Land, Transport, Futter, etc.) würden da hineinfließen. Klar ist das jetzt stark vereinfacht, aber es veranschaulicht was ich meine.

Es ist eine einfache Rechnung, wenn man sich selber als wichtiger und einflussreicher Teil des Ganzen wahrnimmt. Vielleicht ist das der Punkt: Haben wir verlernt uns als einflussreich und wirksam wahrzunehmen?

Fangen wir doch jedeR für sich an, den Fokus zurück auf die Lösung zu schieben, und nicht länger wie in Schockstarre darauf zu warten dass sich das 'Problem' von alleine löst. Andererseits... Bequemlichkeit ist auch eine Endlösung.

CC0 Photo of Brown Bare Tree on Brown Surface during Daytime

CC0

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