Ist es nicht merkwürdig. Wir leben in Ländern wo jeder der will Gerichte anrufen kann. Jeder kann gegen jeden und alles vor Gericht ziehen und sein Recht einfordern. Wegen Käfern Eidechsen oder Fledermäusen kann man große Bauprojekte über Jahre hinaus verzögern oder sogar ganz verhindern. Ist man mit einem Urteil nicht zufrieden kann man über alle Instanzen bis hin zum EUGH klagen. Was will man mehr könnte man meinen.

Trotzdem gibt es etwas was man zivilen Ungehorsam nennt. Das Recht von Bürgern gegen alles was ihnen nicht gefällt gemeinschaftlich gewaltfrei Widerstand zu leisten statt Gerichte anzurufen.

Dieses Recht auf zivilen Ungehorsam ist durch Urteile der obersten Gerichte bestätigt und somit legal.

Befremdlich allerdings finde ich was alles zum zivilen Ungehorsam gezählt wird. Blockaden zum Beispiel würden unter anderen Umständen wohl als Nötigung gesehen. Das nieder reißen von Zäunen als Sachbeschädigung. Das nicht befolgen von polizeilichen Anweisungen als Widerstand gegen die Staatsgewalt. Das unbefugte Betreten von privaten oder gewerblichen Grundstücken als Einbruch. Das Anlanden von illegalen Einwanderern als Schleusung. Bei zivilem Ungehorsam jedoch wird das von Politik und Medien gelobt und unterstützt.

Man spricht dann nicht etwa von Straftaten und Straftätern sondern von Aktivisten Umweltschützern Flüchtlingshelfern etc.

Allerdings gibt es Unterschiede. Wehren sich junge Leite gegen den systematischen Umbau der Gesellschaftsstruktur ihres Landes durch Zuwanderung gelten diese schnell als rechtsradikal und werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Da wird dann nur das zeigen von Plakaten und das aufhängen von Transparenten schnell zur Straftat und Demonstrationen werden zum Aufmarsch.

Es kommt also ganz darauf an......

Eigentlich halte ich persönlich nichts vom zivilen Ungehorsam denn wie gesagt es gibt für alle Streitfälle Gesetze und Gerichte. Seit allerdings das Schicksal von Ländern offenbar nun von NGO's und Aktivisten und nicht mehr von gewählten Politiker gelenkt wird könnte es auch für mich Zeit zum Umdenken sein und auch ich könnte Aktivist werden.

Eine Aktion hab ich mir schon ausgedacht. Ich könnte mich mit einem Schild „Streik gegen Ausbeutung“ vor das Finanzministerium setzen. Ok ein echter Streik wäre es nicht denn mein Chef wäre sicher not amused und würde mich einfach kündigen womit ich mich aber gleich zum Opfer stilisieren könnte. Als PR könnte ich mit einem Ruderboot von Berlin bis nach Wien rudern. Vielleicht wird so ja eine Massenbewegung daraus und ich darf vor der UN sprechen.

Macht ihr alle mit ? Wer hat bessere Ideen ? ;)

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