Die Seuche ist vorbei. Das erkennt man vor allem daran, dass die Gebühren-Inkasso-Sondereinheit, kurz GIS, wieder ihre Schergen ausschickt.

Was hab ich nicht mit der GIS herumgestritten! Seit Ende März 2003 (das war noch lange vor youtube) besitze ich keinen Fernseher mehr und hab den flimmernden Mindfuck-Kasten auch nie vermisst. Den Radio-Beitrag habe ich allerdings noch Jahre weiter bezahlt, immerhin hatte ich damals noch fast den ganzen Tag über Ö1 im Hintergrund laufen. Das hat eine ganze Weile, jede Menge Schriftverkehr und sicher drei, vier Home-Invasions des örtlichen GIS-Schergen (natürlich erfolglose, der kommt mir nicht über die Schwelle) gebraucht, bis die das kapiert haben, dass jemand tatsächlich nur ein Radio besitzt aber keinen Flimmerkasten.

Man darf dann allerdings nicht den Fehler machen, umzuziehen. Denn sobald du dich an einer neuen Adresse anmeldest, gerätst du erneut ins Radar. Dauert nur wenige Wochen und schon steht das blutleere Krähwürstchen wieder vor der Tür und geht dir mit seinem schleimigen Grinsen auf den Wecker.

Vor ein paar Jahren hat er mich kurz nach einem Umzug beim „fernsehen“ erwischt. Lustigerweise hab ich dort gerade ein englisches Video mit ziemlich verschwörungstheoretischem Inhalt geschaut, wo es auch akustisch entsprechend zuging. Hab den Kerl an der Tür warten lassen und schön laut gedreht, um ihn dann zu fragen auf welchem ORF-Sender das wohl gespielt wird.

„Ja, aber, der Fernseher …?“

Der Fernseher ist ein Monitor, Fetzenschädel. Ohne Laptop als Quelle spielt‘s da genau statisches Rauschen, sonst nix. NICHT EMPFANGSFÄHIG ist das Zauberwort. Und wenn du mit einem Durchsuchungsbefehl wiederkommst, darfst du dich auch gerne davon überzeugen. Ohne diesen Wisch kommst mir aber sicher nicht in die gute Stube.

Kurz darauf hab ich dann auch noch das Radio abgemeldet. Hätt‘ ich schon viel früher tun sollen, Ö1 ging mir schon lang auf die Nerven. Nur noch Islam hin, Feminismus her, garniert mit der üblichen, permanenten Selbstgeißelung die man als weißer, männlicher, deutschsprachiger Mensch über sich ergehen lassen muss. Ich frag‘ mich nur, weshalb sie im Klassik-Programm ausschließlich die Musik pöser weißer Männer (noch dazu von Säufern und Hurenböcken wie Beethoven, Schubert oder Liszt) spielen, diese Clowns.

Jedenfalls, seither spielt‘s bei mir nur noch Internet-Radio. Wieder einmal hat sich erwiesen, dass der Verzicht auf etwas (Radio) ungeahnte Perspektiven öffnet. Man braucht halt zwei, drei Wochen um sich umzustellen, Kanäle zu finden die einem gefallen und auch die technische Umgebung zu schaffen, um das Ganze reibungslos abzuspielen.

Pro-Tipps: Nix zahlen, egal für was! Gibt alles gratis im Netz, man muss nur ein bissl suchen. / Streams direkt im Browser oder über VLC-Player abspielen. / Wenn man einen Kanal länger durchgehend hören will braucht man TOR oder `ne VPN, sonst tracken Sie dich über deine IP und gehen dir auch auf diesem Weg mit Werbung auf den Sack.

Das hat jetzt knapp drei Jahre funktioniert, was wohl auch der Schafsseuche geschuldet war. Doch vorgestern Abend, kurz vor sex, klingelt‘s doch tatsächlich an der Tür.

Ich schau raus, „Wer da?“

– Das Krähwürschtl. „Wegen der GIS warat‘s …“

„Zum hundertsten Mal: Keine Empfangsgeräte!“ – wumms, Fenster zu, Ruhe im Karton.

Ich glaub ich spinne. Kann mir irgendjemand einen vernünftigen Grund sagen, weshalb man ORF hören oder schauen sollte? Wenn dir Schirennen und Fußball wurscht sind, hast doch echt keinen Grund. Hat denen noch keiner gesteckt, dass wir im Internetzeitalter leben? Und wer benutzt überhaupt den peinlichen Inet-Auftritt des ORF? Im Gegensatz zu ServusTV und anderen Privaten kriegen die Zwangsgebühren-Gemästeten ja nicht mal einen ruckelfreien Stream hin.

Der langen Rede kurzer Sinn – ich und die GIS, das haut nicht hin.

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