Vom Geschäft mit Straßenhunden und Straßenkatzen

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Intensiv habe ich darüber nachgedacht, ob ich darüber schreiben soll, oder es doch lieber lasse. Aber ich schreibe jetzt darüber. Ich bin im Osten viel herumgekommen, daher habe ich auch einiges – nicht immer nur Schönes – gesehen. Vorweg, ich lebe in Bulgarien. Auch die Straßenhunde in Bulgarien können gesund sein, gesund und wohlgenährt, und auch glücklich. Hier, wo ich derzeit lebe, in der Stadt Warna, gibt es Hunde, die jemandem gehören und es gibt Hunde, die dem ganzen Dorf gehören. Es gibt Menschen, denen ich die Hunde am liebsten wegnehmen würde und es gibt Menschen, denen ich meine Hunde anvertrauen würde.

Obwohl es viele Hunde hier nicht gut haben, bin ich sehr spektisch, was die Adoption von Hunden aus dem Osten betrifft. Warum? Weil es oft nur ums Geld geht und nicht darum, den Hunden zu helfen. So müssen immer mehr Hunde gefunden werden, damit man sie um gutes Geld ins Ausland verkaufen kann. Es ist ein Teufelskreis. Einmal hatte ich hier ein Gespräch mit einer Dame. Man muss wissen: Die Armut ist in Bulgarien höher als in Österreich/Deutschland. Sie fragte mich, warum meine Hündin Muppy kastriert ist. Es wäre eine so schöne Hündin, und ich könnte mit ihr viel Geld im Ausland verdienen. Meine Antwort "Ich mache keine Geschäfte mit Lebewesen!", ließ sie verstummen. Ich dachte sehr lange über ihre Reaktion nach, aber ich kann die Frau nun besser verstehen. Es ging ihr nicht nur um ein Geschäft, es ist eine andere Sichtweise, eine andere Welt.

Hier gibt es viele Kettenhunde, die es schlechter haben als Straßenhunde. Im Sommer in der prallen Sonne, oftmals kein Wasser und die Kette gerade einmal ein Meter lang. Im Großen und Ganzen sehe ich hier vor allem glückliche Straßenhunde. Allein schon deshalb sollte man nicht glauben, diese Hunde unbedingt retten zu müssen. Viele von denen sind glücklich. Die wollen in Freiheit leben. Sie kennen kein Sitz, Platz, sie leben freier, wissen sehr wohl, worauf sie achten müssen, lernen auf der Straße sehr viel, sie wissen, wen und warum sie ihn scheuen, und auf wen sie zugehen können und vieles mehr. Das gilt natürlich nicht für alle Tiere, hier gibt es viele verletzte Tiere, ausgesetzte Tiere, jene, die auf der Straße schlechte Überlebenschancen haben.

Die Arbeit von einigen Tierschutzvereinen hier in Bulgarien interessiert mich sehr. Im bulgarischen Warna werden Hunde mit Ohrmarken versehen, Hunde, die kastriert und/oder ärztlich behandelt werden. Diese werden auch wieder auf die Straße gesetzt. Somit kommen sie in ihr gewohntes Umfeld zurück. Es gibt auch viele Menschen hier, die die Tiere füttern. Ich kenne einige, die in ihrem Auto immer Hundefutter mit dabei haben. Vom Tierschutz her dürfte sich in Warna also einiges bewegen. Auch gesetzlich konnten engagierte Tierschützer hier schon etwas bewegen.

Kurz zu "bulgarischen" Katzen. Eine Freundin hier die Katzenliebhaberin ist, hatte einmal bemerkt, dass es mehr Probleme bei Katzen gibt. Man findet sie oft auf Müllcontainern. Und sie hat Recht. Der Vorteil der Katzen gegenüber den Hunden ist bestimmt, dass sie nicht an Ketten gehängt werden. Aber Gefahren sind beide ausgesetzt: erschlagen oder auf andere Weise getötet zu werden, wenn sie "stören", das ist oft ihr Schicksal.

Ich will mit meinem Schreiben keinesfalls auf die Tränendrüse drücken, sondern einfach erzählen, wie es hier so läuft. Zum einen Teil sehe ich viel Leid, auch sehe ich das Engagement einiger Vereine von "außen" und natürlich wiederum glückliche Straßenhunde und Straßenkatzen. Meine Bedenken gelten eher der Adoption ins Ausland, es ist ein Teufelskreis, aus dem es noch kein Entrinnen zu geben scheint.

Ich gebe meinen Text einmal an Euch weiter ...

Liebe Grüße

www.codita.eu

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Justus Gläubig

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Spinnchen

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Gerhard Neuwirth

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