Ein Hamsterleben ist gepflastert mit ständigen Stressauslösern, wilden Kindern und genervten Erwachsenen. Das wurde mir heute klar, als ich die tote Maus von der Terrasse gekratzt habe und trotz leichtem ekel einfach nur froh war, dass es eben eine Maus war und nicht wieder ein Hamster, der sein viel zu kurzes Leben im Maul einer ansonsten sehr faulen Hauskatze beenden musste.

Unser Einstieg in die Kleintierhaltung war gepflastert mit Todesfällen, die grausam und unnötig waren.

Die ersten neuen Tierchen waren zwei sehr putzige Rennmäuse. Beide starben innerhalb von 4 Tagen- Todesursache ungeklärt. Der Tierarzt vermutete einen Virus.

Nach zwei sehr bewegenden Trauerfeiern, mit schöner musikalischer Umrahmung, intelligenten Trauerreden (Jesus ist jetzt stolzer Besitzer zweier Rennmäuse!) und einem aufwendigen Leichenschmaus, beschlossen wir den Käfig wieder mit Leben zu füllen.

Ein Hamster sollte es sein!

Hamster sind nachtaktiv, sehr zerbrechlich und absolut ungeeignet für Kinder.

Die Dame in der Tierhandlung schenkte uns den Hamster und dazu noch Mehlwürmer. Immerhin haben IHRE Rennmäuse dafür gesorgt, dass sich meine Kinder nun auch noch Gedanken über den Tod machen mussten!

Der Hamster war süß, klein und sehr zutraulich. Der erste Abend war zauberhaft!

Am nächsten Morgen war der Zauber vorbei, als unter dem offenen Käfig ein Häufchen Gedärme lag. Die Katze wars.

Nach vielen, vielen, vielen Folgen von CSI konnte ich den Tathergang problemlos herausfinden und die Katze mit dem bösen Blick bestrafen.

Der Trubel am Morgen, die Schusseligkeit eines Kindes (sie beschuldigen sich gegenseitig!) und der heroischen Leistung einer ansonsten wirklich faulen Katze ist es zu verdanken, dass ich geplagt mit schlechtem Gewissen einen neuen Hamster kaufte.

Er hätte klein sein sollen, war aber groß. Er hätte grau sein sollen, war aber schwarz. Ich gebe zu, ich hatte die Hoffnung den Betrug merkt niemand- ich war ehrlich der Meinung, die Kinder hätten übernacht vergessen, dass der Hamster grau und klein war.

Zu Mittag musste ich schon gestehen, denn die Dame beschloss einen ausgedehnten Rundgang durchs Gehege zu machen.

Wenigstens entfiel die Beerdingung, denn die Katze hatte großartiges geleistet,und so stand dem neuen Hamster nichts mehr im Wege und er konnte ausgiebigst begutachtet werden.

Heute, zwei Wochen später, lebt sie immer noch. Endlich traut sie sich uns anzusehen, und ich sehe in ihrem Blick, dass sie weiß was geschehen ist. Wahrscheinlich hat sie ihren toten Artgenossen sofort beim Betreten der Wohnung gerochen und natürlich die Katze. Und auch Hamster können eins und eins zusammenzählen.

3
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

sisterect

sisterect bewertete diesen Eintrag 17.04.2018 02:05:13

gloriaviennae

gloriaviennae bewertete diesen Eintrag 16.04.2018 21:54:58

pirandello

pirandello bewertete diesen Eintrag 16.04.2018 16:53:47

Noch keine Kommentare

Mehr von Persephone