......eine heimtükische scheiß Krankheit, mit der ich letzte Woche konfrontiert war.

Aber zuerst, was schreibt Wikipedia dazu:

"Paranoide Schizophrenie

Hierbei handelt es sich um die häufigste Form der Schizophrenie (ca. 60 %).[54] Wesentliche Merkmale der paranoiden Schizophrenie sind Verfolgungs-, Größen- sowie Beeinträchtigungsideen. Weitere häufige Symptome sind klassische Wahnvorstellungen sowie akustische Halluzinationen (z. B. Stimmenhören).[55] Auch Ich-Störungen sind häufig. Die wahnhaften Erlebnisse führen oft zu großer Angst und starkem Misstrauen.[54]

Die paranoide Schizophrenie wird mit einem eher günstigen Verlauf in Verbindung gesetzt."

Also von einen günstigen Verlauf kann in meinen erlebten Fall eher nicht die Rede sein, was war passiert.

Nennen wir sie Sandra-ein von ihr selbst gewählter Rufname.

Ich lernte Sandra zufällig und beiläufig vor etwa 2 Jahren in einen Cafe unweit meiner Baustelle kennen, sie war ein unterhaltsamer Mensch, immer einen Spass auf den Lippen und ihr Boxerhundweibchen ihr ständiger Begleiter.

Von gemeinsamen Bekannten erfuhr ich das sie irgendwie ständig auf Jobsuche sei, das sie nirgends lange bleibt, bzw. rausgeworfen wird und dadurch natürlich auch immer sehr knapp bei Kasse ist. Als Begründung laut "Freundinnen"(??) wurde angegeben: Weil sie oft einen Vogel hat, also deppert ist, dann wieder für ein paar Wochen verschwindet und wieder auftaucht.

Uns verband recht bald eine enge Freundschaft und so habe ich ihr Fallweise einen Reinigungsjob auf fertiggestellten Baustellen anbieten können, hab sie übermäßig entlohnt damit sie etwas finanziellen Spielraum bekommt. Also übermäßig heißt, etwa das doppelte was sonst bei so einen Reinigungsjob herauskomt.

Irgendwann habe ich es selber mitbekommen was es mit dem "sie hat einen Vogel" auf sich hat. Ihr Verhalten wurde von einen Tag auf den anderen irgendwie komisch, hat viel wirres Zeug geredet, war Fallweise aggresiv und in nächster Minute hatte sie wieder ohne Grund einen Lachanfall.

Ich habe dann wieder längere zeit Abstand gehalten (was aus heutiger Sicht damals schon ein Fehler war, sie hätte ärztliche Hilfe gebraucht) und mehrere Wochen später war sie wieder anzutreffen und es war so als ob nie was gewesen wäre, lieb, herzlich und natürlich ständig Pleite. Über die fehlenden Wochen wurde beiderseitig geschwiegen, bei mir aus fehlenden Interesse und Neugier, bei ihr wohl aus Scham.

Im Sommer 2021 ist die Lage wohl eskaliert, sie wurde in Abwesenheit-aus heutigen Wissensstand unrechtmäßig-aus ihrer Wohnung delogiert und kam bei ihrem wieder auftauchen bei diversen Freundinnen unter.

Seit ein paar Tagen weiss ich bescheid dass das was von ihren Freundinnen als "einen Vogel haben" beschrieben wurde bedeutet, das sie immerwieder von paroniden schizophrenie-schüben heimgesucht wird, was dann in einem mehrere Wochen andauernden Aufenthalt in der Psychiatrie gipfelt. Zuerst 1-2 Wochen in der Geschlossenen , und nach weiteren 1-2 Wochen offenen Anstalt kann sie wieder nach Hause gehen. Sie bekommt und das weiß ich auch erst seit einer Woche, Tabletten verschrieben, welche diese Schübe unterdrücken bzw. gar verhindern würden, bloß lehnt sie deren Einnahme ab, weil sie ist gesund und nach 2-4 Monaten ist es wieder soweit, die im LSF (Landesklinikum Sigmund Freud hieß es bis vor kurzem) verabreichten Medis verlieren ihre Wirkung und das Spiel beginnt wieder von vorne.

Im Herbst 2021 gab es wieder so eine Einweisung ins LSF von der ich aber nichts wusste, aber am 22. Dezember wurde ich von ihr kontaktiert, ich möge sie am Hauptbahnhof Graz treffen.

Sie wohnte nach ihrer Entlassung über 1 Monat in einem Caritas Wohnheim und so christlich wie die Caritas nun mal ist hat man sie 2 Tage vor Weihnachten vor die Tür gesetzt weil sie keinen Jobnachweis zusammenbrachte und ohne kann man im Heim nicht wohnen bleiben. Wohlgemerkt, sie war zu diesem Zeitpunkt gesund.

Jetzt überspringe ich die Zeit bis ende August 2022, wo sie Anfang Juni einen weiteren 3 Wochen Aufenthalt im LSF hatte. Am vorvoriges Wochenende war es wiedermal soweit, sie begann sich schlagartig zu verändern, inzwischen war sie von mir in einer freistehenden Wohnung meiner Großbaustelle Notuntergebracht, weil sich das mit einer neuen Wohnung verzögerte und sie sonst auf der Strasse leben müsste. So konnte ich live miterleben wie sich eine ansonsten Lebenslustige Frau veränderte, ich hätte nie gedacht einer solchen Situation so Hilflos gegenüber zu stehen.

Vorigen Donnerstag habe ich ihr zu verstehen gegeben das ich ärztliche Hilfe für sie organisiere, was nichts anderes heisst, sie wieder ins LSF zwangseinweisen zu lassen, denn freiwillig geht sie da nicht rein. Schlau wie ich glaubte zu sein habe ich sie gleich selber ins LSF gefahren und bin, mit ihr im Auto, Freitag um 8 Uhr bereits, gegen telefonische Vorankündigung (sie wussten sofort wen ich bringe)vorm richtigen Haus im LSF Gelände gestanden, was danach folgte war eine Tortur.

Weil Sandra nicht aus dem Auto ausgestiegen ist habe ich die Ärzte gebeten mir zu helfen, angemeldet samt Armbändchen war sie schon. Die haben mir zu verstehen gegeben, wenn sie nicht freiwillig mitgeht kann man halt nichts machen, rauszerren aus meinen Auto tun sies nicht und sollte ich selbiges versuchen rufen sie die Polizei und dann habe ich die größten Probleme, denn niemand darf gezwungen werden ins Krankenhaus zu gehen. Da war ich Paff, es war sicher ihr 10. oder mehr Aufenthalt, immer auf der selben Station, die Ärzte kennen ihre Geschichte und dann sowas?

Ich soll zurück fahren wo ich mit ihr hergekommen bin, die Rettung rufen, da kommt die Polizei automatisch mit und dann zu einen Arzt mit ihr, der sie Zwangseinweist, dann nehmen sie Sie. Alleine die Autofahrten waren ein desaster, ständig aggresive Schübe, dann wieder Lachanfälle und Aussagen wie: Wir müssen nach Wien, wir müssen zur Kirche sie hat heute Hochzeit, die Gäste warten schon, dann wieder, sie will nach Hause, auf die Frage wo dieses zu Hause denn sei kamen irgendwelche Adressen von denen ich nie etwas hörte. Angekommen nähe Notunterkunft habe ich die Rettung gerufen und prompt war die Polizei dabei, gleich 4 Beamte, 2 Frauen und 2 Männer, die mir zu verstehen gaben, das sie mich gleich einweisen lassen wenn ich meine Freundin auf so unsanfte Art loswerden möchte. Meine beschimpfungen der Polizei gegenber sowie auch dem Distriktarzt dem sie vorgeführt wurde, nur um ihrer Pflicht genüge getan zu haben erspare ich mir hier. Am Ende hat auch der Arzt keinen Grund gesehen sie einzuweisen, sie sitzt eh ruhig im Auto hat er gemeint und ich soll mich net so aufführen und sie zurück in die Unterkunft bringen. Mitnichten, ich habe mich mit ihr neuerlich nach Graz aufgemacht und dort unter Mithilfe einer Betreuerin eines Frauenhauses die ich von früher kannte wiederum die Polizei gerufen, die haben nach 3 bis 4 Fragen an Sandra gewusst was los ist und sie dem Polizeiarzt vorgeführt der sie dann endlich ins LSF eingewiesen hat, wo sie nach einer Woche Aufenthalt, bereits wieder kleine Fortschritte zur Normalität macht. Diesesmal lasse ich nicht locker und sie nicht heraus ohne eine betreuung in einer sozialen Einrichtung die sie zur Seite gestellt bekommt und die ihre Tabletteneinnahme kontrolliert....

Praniode Schizophrenie ist eine heimtükische scheiß Krankheit die man niemandem wünscht.

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