Putin-Tschetschenien und die Siege Russlands gegen den IS. Teil 2

Wie mein Blog von gestern schon vermuten lässt, war der Sieg Russlands gegen die in Tschetschenen, Dagestan und anderen Teilrepubliken eingesickerten Islamisten kein Einzelfall. Der letzte Sieg gelang in Syrien und die Kriegsführung hatte die selbe erfolgversprechende Taktik wie damals zur Jahrtausendwende.

Beleuchten wir einmal die Lage von damals.

Der Kaukasus ist eine Region, die hauptsächlich muslimisch ist und wo unglaublich viele Völker und Ethnien leben. Alleine die russische Teilrepublik Dagestan mit ihren nur 2,9 Millionen Einwohnern hat 30 Sprachen und ca. 80 Dialekte. Entsprechend ist der Kaukasus seiner Natur nach ein ähnliches Pulverfass, wie der Balkan, was man seinerzeit am Beispiel Tschetschenien-Krieg beobachten konnte.

Auch leben viele der dortigen Völker in – aus europäischer Sicht – recht archaischen Traditionen. Deshalb fühlen sich viele Kaukasier auch in Russland benachteiligt, auch wenn sich das nicht belegen lässt, aber so ist es eben bei subjektiven Eindrücken. Zitate aus folgenden Link übersetzt, wie aktuell über die Lage im Kaukasus diskutiert wird.

"Die Region hat die höchste Geburtenrate im Land. Aber junge Leute aus dem Kaukasus zögern, in die Armee einzutreten und sich für prestigeträchtige Aufgaben zu bewerben. "Es gibt so viele Menschen, die in den russischen Streitkräften dienen wollen, aber sie sagen, dass es dort eine Quote gibt" sagte Milizveteran Magomedkamil Hajiyev. "Natürlich gibt es keine Anordnung, weniger Jungs aus dem Kaukasus zu nehmen, das gibt es nicht und kann es nicht geben. Denn im Gegenteil, wir brauchen die Jungs aus dem Kaukasus in den Streitkräften" sagte der Staatschef.

Und jetzt kommt Putin zum Vergleich wie es in Syrien abgelaufen ist:

Nehmen wir das Beispiel Syrien. Dort ist unsere Armee im Einsatz. Es ist ein muslimisches Land und die Anwesenheit unserer muslimischen Soldaten dort ist äußerst wichtig, weil es das Vertrauen der lokalen Bevölkerung weckt. Und genau das passiert dort. Es war mein direkter Befehl, dass die russische Militärpolizei in Syrien hauptsächlich aus Soldaten aus dem Kaukasus besteht. Und sie erfüllen ihre Aufgaben hervorragend.

Das ist es, was in den westlichen Medien nie erwähnt wird: Russland hat ca. 20 bis 25 Prozent Muslime im Land und Putin hält nicht nur für Christen Ansprachen zu Weihnachten und anderen Feiertagen, sondern auch zum Beispiel für Moslems an ihren Feiertagen, wie dem Fastenbrechen. Dieser Umgang mit den Moslems im Land, hat dazu geführt, dass Russland Beobachterstatus in der Organisation für Islamische Zusammenarbeit hat. Dort sind die muslimischen Staaten der Welt vertreten und es gibt nur drei nicht mehrheitlich muslimische Länder, die dort Beobachterstatus haben. Neben Russland sind das noch Thailand und die Zentralafrikanische Republik. Keine USA, kein anderes europäisches Land, nur diese drei Staaten.

Dieses gute Verhältnis Russlands zu muslimischen Ländern hat auch dazu geführt, dass Russland im Nahen Osten diplomatisch an Boden gewinnt und derzeit Brücken zum Beispiel zwischen dem Iran und der Türkei und langfristig sicher auch zwischen Syrien und der Türkei baut. Und auch der Irak, der eigentlich unter US-Kontrolle steht, wendet sich immer mehr Russland zu.

Putins konsequent auf Ausgleich ausgerichtete Politik begann in Tschetschenien, wo nach dem russischen Sieg sogar ehemalige Mitglieder der islamistischen Regierung ins Parlament gewählt werden konnten und Russland auf Amnestie anstatt Strafen setzte. Und heute wendet Putin diese Erfahrungen auch in Syrien an, wo er seine Armee unmittelbar nach dem russischen Eingreifen in den dortigen Krieg ein Versöhnungszentrum gründen ließ, dass die verfeindeten Gruppen an einen Tisch holte und er brachte Assad dazu, ebenfalls großzügig Amnestien auszusprechen, sodass auch in Syrien jeder, der bereit war, die Waffe niederzulegen, wieder in ein normales Leben zurückkehren konnte. Das erklärt auch, warum der IS kaum zwei Jahre nach Russlands Eingreifen in Syrien praktisch besiegt war.

Welch unrühmliche Rolle der Westen in diesen Spiel mit den Islamisten gespielt hat, dafür werde ich wohl einen 3. Teil verfassen müssen, damit es nicht zu lange wird.

Schönen Sonntag.

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