DANTE ALIGHIERI - 700. Todestag, war er ein Zeitzeuge von heute???

Wir schreiben heute den 14. September 2021, und dieses Datum gibt uns die Möglichkeit, an einen der allergrössten, universalsten und poetischsten Philosophen zu erinnern, den die Menschheitsgeschichte je hatte und hervorbrachte.

DANTE ALIGHIERI schildert in seinen Gesängen der DIVINA COMMEDIA den Gang des Menschen durch das Inferno, durch das Fegefeuer und die fürchterlichen Zwischenwelten der menschlichen Erfahrungen und Wirklichkeiten hindurch bis zu einem Stadium des Menschen in absolut hoher Glückseligkeit.

Was mich an DANTE so fasziniert, ist nicht nur seine kunstvoll gesetzte italienische Sprachgewalt, sondern auch sein unglaublich umfassendes Wissen über die Kulturen, die Persönlichkeiten und prägendendsten Stationen der Geschichte weit vor seiner Zeit, seiner Gegenwart - und, und das ist das Faszinierende an ihm, es gibt so etwas wie eine beinahe "hellseherische" Komponente in seinem Werk, die bis in die heutige Zeit heraufragt.

Ich vermeide Hinweise und Betonung darauf, denn es ist kaum jemandem nahe zu bringen und von den meisten Nihilisten, Materialisten und naturwissenschaftlich gläubigen Zombies gibt es so oder so nur ganz Wenige, die eine universale oder kosmische Dimension des Menschen auch nur in irgendeiner Form spüren können. Und SPÜREN wäre wohl die mindeste Grundvoraussetzung dafür, menschliches Geschehen und sich ereignende Geschichte in ihrer Relation, Wertigkeit und Bedeutung richtig erfassen und einordnen zu können.

Der MODERNE URBANE MENSCH der JETZTZEIT ist dazu leider überhaupt nicht mehr in der Lage, zu sehr hat er sich in seinem Tun, Denken und Nicht-Handeln von allem entfernt, was einer unbedingten Verwurzelung entsprechen würde.

Kommen wir zurück zu DANTE:

Dante war ein hoher Stadtpolitiker seiner Zeit in Florenz über sehr viele Jahre hinweg. Er zählte zum Kreis der Partei "der Weissen", die in immer grössere Bedrängnis durch die Partei "der Schwarzen" gebracht wurde und damit in einen immer größer werdenden Gegensatz zum damaligen Papst gerieten, dem sich "die Schwarzen" zugehörig und verpflichtet fühlten.

DANTE musste schlussendlich fliehen, wie schon zuvor auch innigste Mitstreiter von ihm, und befand sich fortan auf einer permanenten Flucht, auf der und innerhalb dieser ihm die GESÄNGE SEINER COMMEDIA gelangen und er diese wahrlich unter heftigsten eigenen "Laborbedingungen" am eigenen Leib erfuhr und als wahre Geburtsvorgänge von sich gab.

Kurze Zeit gab es Hoffnung für DANTE auf eine Wiederkehr nach Florenz, als im Januar 1309 HEINRICH VII. in Aachen zum römisch-deutschen König gekrönt , später, im Juni 1312 in Rom zum KAISER erhoben wurde, doch die italienischen Verhältnisse zu dieser Zeit überstiegen die Möglichkeiten auch dieses hohen Herrschers, der wohl Dante mit Wohlwollen gegenüberstand, bei weitem, er konnte nichts an der Verurteilung und Verbannung des Florentiners durch seine Heimatstadt ändern.

Seine Dichtung und Philosophie zeigt ein großes Ziel des Menschen:

In seinem Persönlichen hat er immer die Chance und die Möglichkeit, sich zu einer Wiederverbindung mit DER GÖTTLICHEN WELTORDNUNG zu entscheiden und damit wieder zur Ganzheit zu kommen, dies auch im Sinne seiner großen Vorbilder VERGIL und ARISTOTELES.

NIHILISTEN werden an dieser Stelle wieder heftigst den Kopf schütteln, gibt es für sie ja gar keinen Gott und natürlich auch gar keine Schöpfung. Alles ist nur aus seelenlosen, zufällig herumfliegenden Steinen entstanden, und nichts hat mit nichts zu tun. Pflanzen sind Unkraut und Tiere sind seltsame Nebenprodukte und der MENSCH ist wahrscheinlich als Konstruktion in einem technischen Konstruktionsbüro entstanden. Auch die Ordnung der Planeten und sonstige Phänomene sind nur rein zufällig vorhanden, es zählt allein die TECHNIK, die MATERIE, die KALTE RATIO und vor allem die NATURWISSENSCHAFT, wie sie sich heute darstellt.

Götter sind bestenfalls politik- und staatsangestellte VIRROLOGEN, die jeden Tag einen anderen Blödsinn verzapfen. Der GEMEINE MENSCH bleibt in einem Fluidum der Angst in seiner gemütlichen kleinen Hölle weiter angstbesetzt, unbewusst, unfrei und abhängig von Kräften, die sich allein, von seiner Energie genährt, über ihn aufgeschwungen haben und mit der Macht eines geballten Papierkrams von Stimmzetteln, der den Händen des Volkes bei Wahlen entrissen wurde, seinen Untergang und seinen Tod in die Wege leiten.

DANTE ALIGHIERI ist für mich ein weiterer Zeitzeuge dafür, dass es genügend glaubhafte Wesen, Personen, Persönlichkeiten und aufgeschriebene Wahrheiten im Leben und in der Geschichte der Menschheit gibt, die uns vor Augen führen könnten, dass wir wissen, was da gespielt wird.

ZEITZEUGE deshalb, weil zwar er nicht ein Kind unserer Zeit ist und sein Körper seit 700 Jahren in RAVENNA vermodert, jedoch sein Werk "DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE" so zeitlos gültig ist, als würde es erst gestern geschrieben worden sein.

Wer heutzutage wissen will, wie er/sie das aktuelle Geschehen auf diesem Globus richtig einordnen sollte oder könnte, der sollte sich ans Werk machen und sich dieses Werkes annehmen, es lesen, es geniessen, es studieren und es begreifen.

Es setzt natürlich Offenheit, Energie und Leidenschaft, wissen zu wollen, voraus, doch es könnte doch auch sein, dass sich ERKENNTNIS bei und nach dem Lesen dieses epochalen Werkes einstellen würde.

Würde das geschehen, hätte mein Erinnern an den großen DANTE ALIGHIERI seinen Sinn erfüllt, und wenn es nur eine Seele wäre, die davon ergriffen wurde.

In diesem Sinne, ich feiere heute diesen 700. TODESTAG, als wäre es sein Geburtstag gewesen, weil ich mich einfach darüber freue, dass sein Werk und damit sein Geist für immer und alle Zeiten lebendig geblieben sind!

Als Link ist hier ein Feature von Ö1 gestern abend beigegeben, ich konnte es nicht ganz hören, da ich zum abendlichen Schwimmen im Sonneggersee unterwegs war, doch ich denke, dass es einen guten Blick auf DANTE ALIHGHIERI zulässt.

https://oe1.orf.at/player/20210913/650193

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