Wieder zwei Tage auf Achse. Samstag zu Mittag sind wir bei zwei musikalischen Freunden in GNEIXENDORF (nördl. von Krems) zum Mittagessen eingeladen. Gut satt gegessen und mit viel Musik im Herzen, gehen wir auf eine lange Wanderung durch die Weinberge, die sich in diesem Jahr in ganz besonders starken Gelbtönen präsentieren, eine tolle Struktur in der Landschaft, die gelben Quadrate oder auch Rechtecke der Rieden, darein gezeichnet das dunkle Holz der Rebstöcke, mit den leuchtend gelben Blättern und jede Riede umrahmt von grünen Gürteln und Baumreihen. Eineinhalb Stunden gehen wir, ganz stark uns austauschend über das herrschende Thema Nr.1 und die damit verbundene skandalöse Demontage unserer Demokratie.

Wir sind angewidert von den Praktikern und Verschwörern in den Regierungen, weil man eigentlich ganz was anderes tun könnte, nämlich eine sinnvolle, ausführliche begleitende Aufklärung darüber, wie die Menschen so leben sollten, dass sie durch natürliche Grundbedürfnisse und -kenntnisse sich selbst in der Balance halten können. Einen Virus aufhalten geht nicht, Viren haben die Aufgabe, sich auszubreiten, doch die große Masse der Menschen will sich selbst nicht informieren zB über Experten und Heilwissende wie WOLF DIETER STORL, von dem ich hier vor Wochen schon geschrieben habe.

Aber das ist hier nicht das Thema.

Alles, was gesund und förderlich wäre, wird untersagt, wir singen nach unsrer Wanderung trotzdem noch ziemlich lange miteinander, es fördert auf einfachste Weise die Gesundheit!

Am späten Nachmittag fahren wir nach OÖ zu lieben Freunden, auch ein fröhlicher und geselliger Abend wird zur Immunstärkung herangezogen und wir übernachten in deren Haus.

Frühmorgens stehen wir auf, draussen ist es noch dämmrig und nebelig, es sollte in diesem Ort nahe Wels den ganzen Tag so bleiben.

Wir jedoch haben ein Ziel, welches laut Wetterbericht in der milden Sonne dieses schönen Herbstes liegt.

Wir werden über einen südseitigen Aufstiegsweg zu den zwei Gipfeln "Dachsteinblick" und "Brennerin" wandern, in der Hoffnung, dass wir südseitig möglichst schnell und bald möglichst viel Sonnenlicht "atmen" können, wiederum eine natürliche antivirale Methode zur Stärkung des Immunsystems.

Wir kommen von Norden her an den Attersee, den grössten, gänzlich in Österreich gelegenen See. Unser Freund Michael ist aus einem eher vermögenden Elternhaus und hat auch sehr lange in Schörfling gelebt.

Er kennt die Berge hier sehr gut und bei vielen auch die verschiedenen Aufstiegsmöglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen zu bestimmten Jahreszeiten.

Vor 5 Wochen waren wir noch auf der Insel DUGI OTOK in Kroatien, um in seinem Haus und auf dem Boot einige kleine Arbeiten zu machen, ich führte uns dann als Ortskundiger in den Karawanken über einen versteckten Gebirgspass, so ersparten wir uns diese idiotischen und völlig überflüssigen Tests, immerhin € 360.- für drei Personen.

Heute ist er der Anführer von uns, wir fahren entlang des östlichen Ufers des Attersees bis nach Weißenbach (wo der berühmte Hermann Maier lebt), dort biegen wir nach Osten in das wunderschöne Weißenbach-Tal, welches dort in die Gegend von Bad Ischl geht.

Beim Parkplatz bei den Gimbach Kaskaden parken wir und von dort beginnt unser Aufstieg zur BRENNERIN.

Heute wird es distanzmäßig nicht so lang, doch es sind etwa 1200 Hm hinter uns zu bringen, bevor wir oben sein werden.

Der Weg beginnt wunderschön, nach 10 Minuten sind wir bei den Kaskaden des GIMBACHES, einer Serie von Wasserfällen und glasklar hellgrüne Becken, in denen man natürlich nach einer Tour auch herrlich baden könnte, was meine Frau sich auch fest vorgenommen hat, für nach dem Abstieg.

Es hat im Weißenbachtal um 9 Uhr gerade mal -1°C, die Sonne hat es noch nicht ganz geschafft, durchzubrechen. Unser Aufstiegsweg ist nicht markiert, geht auch sehr lange eine schöne alte Forststrasse entlang, bis diese endet und der Weg in eine steile Rampe mündet. Dort gehen wir hinauf und kommen in einen Teil des Waldes, wo der Sturm vor längerem sehr stark gewütet hatte und dementsprechend viele Stämme kreuz und quer liegen.

Längst ist die Sonne heraussen und wärmt uns bestens, Jacken sind ausgezogen und bald auch die Unterteile der langen Berghose. Der Schweiß rinnt und der Atem wird tiefer und tiefer, ein weiteres antivirales Naturheilmittel, welches nichts kostet.

Da der Weg in dem liegenden Gehölz immer wieder verlorengeht, haben schon einige umgekehrt, die uns im Anstieg flott überholten, sich aber verirrten. Deshalb bauen wir drei ganz emsig Stoanmandln auf, als Wegweiser für alle Nachkommenden, deren Zahl sich zum Glück in Grenzen hält, denn wir bevorzugen IMMER Wege, die von den Massen nicht gekannt oder als zu beschwerlich befunden werden. Einmal durch den Bruch durch, wird der Weg wieder gut kenntlich und schlängelt sich in langen Serpentinen am Hang entlang hinauf. Aber auch dieser komfortable Weg geht langsam zu Ende, es wird sehr steil und weglos, an einer Kante entlang, hinter der es zu Geröllfeldern hin abbricht.

Trotzdem ist es unbeschreiblich, welche Tiefblicke, welche Rundumblicke über bis zu 100km wir an diesem Tag haben!

Bald kommen wir an den Punkt, an dem zum ersten Male das Dachsteinmassiv zu sehen ist, mit den großen weiten Gletschern, die weiß zu uns herüberblitzen. Mit Michael habe ich dort schon Schitouren gemacht, allerdings auf der Dachstein-Südseite aus der steirischen Ramsau hinauf. Wir freuen uns jetzt schon auf einen schneereichen Winter und einige genussvolle Schitouren, mal sehen, ob es heuer genug davon geben wird.

Bis zu einem großen Jagdstand, von wo aus die Jäger auf die Gämsen in den Geröllfeldern einen Blick haben, hält meine Frau wacker mit, doch sie entscheidet sich, dort zu bleiben, es waren doch schon fast 3 Stunden in steilem Gelände von uns durchgegangen worden. Wir teilen die mitgebrachte Jause und setzen unseren Aufstieg fort. Wir sind bei den Latschen angelangt. Sie wird später noch weiter gehen bis hierher zu einem sonnigen Platz. Der ganze Bergrücken, den wir hinaufsteigen, ist dicht mit Latschen bewachsen und normalerweise ist bei Latschen kein Durchkommen. Vor langer Zeit haben die ansässigen alpinen Vereine eine Gasse durchgehauen, die jedes Jahr wieder ausgeschnitten werden muss, denn Latschen wachsen dort buchstäblich wie Unkraut. Durch die Latschen geht der Weg sehr mühsam, immer wieder in leichter Kletterei, es ist ein Prügel- und Knüppelweg, der einem sehr viel abverlangt, weil immer wieder große Schritte zu machen sind um felsige Stufen zu überwinden. Und es ist mittlerweile Mittag und ganz gut warm. Im Aufstieg ist so ein Weg sogar noch leichter zu gehen, im Abstieg hast Du zusätzlich noch die Schwerkraft als "Feind", die Dich dazu zwingt in den unebenen Steinen und Felsen jeden Tritt schnell zu entscheiden, um im Fluss und in der Balance zu bleiben.

Wer jemals in den Bergen wandern ging, weiß, wovon ich spreche.

Nach viereinhalb Stunden, alle Trink-, Foto- und Gesprächspausen inkludiert, sind wir endlich am höchsten Punkt und haben eine ganz überdimensionale Aussicht auf viele große und hohe Bergzüge, bis zum Hochkönig hinüber und nach Norden bis in den Bayrischen Wald zum Arber.

Normalerweise ist auf den Gipfeln des Höllengebirges immer der Wind präsent, sehr umtost von heftigen Stürmen ist immer der Feuerkogel, doch heute ist nur ein sanftes, aber kühles Lüftchen von Süd zu spüren. Zu dieser Jahreszeit in den Bergen hat man entweder gute Funktionswäsche an oder eben genügend zum Wechseln der verschwitzten Hemden und ein Handtuch zum Abreiben. Dann erst sollte man die wohlverdiente Jause angehen.

Michael und ich, wir sind Berg-Geniesser, wenn die Sonne so herrlich ist, wie an diesem Tag, bleiben wir so lange wie es geht, manchmal auch mit einem kleinen Schläfchen.

Diese Zeit ist allerdings im November limitiert durch die kürzere Tageszeit, d.h. um die schwierigsten Passagen des Rückweges gut und gefahrlos zurückzulegen, müssen wir danach trachten, sie bei Tageslicht zu passieren. Unten dann, wo ein großer Teil des Rückweges auf der langen Forststrasse zu gehen ist, dort macht uns die Dunkelheit nichts, aber dort brauchten wir gestern dann schon unsere Handschuhe und Mützen, denn die Nebelkälte wirkt trotz aller körperlichen Bewegung sehr auskühlend.

Das letzte Stück des Weges durch den Wald am Gimbach entlang zurück zum Parkplatz beinhaltet das gefährlichste Stück am steilabbrechenden Flussufer bei den Kaskaden. Dort aber haben wir unsere mitgebrachten Stirnlampen und Taschenlampen zur Verfügung.

Wir fahren, weidlich müde, aber zufrieden von dem Erlebten und dem Genuss der Gemeinschaft unter uns, zurück nach Schörfling, wo Michael in sein Auto umsteigt und wir geradewegs zurück nach Wien fahren.

Wir fühlen uns stark und gekräftigt und wir werden uns in den nächsten Wochen des Lockdown in keinster Weise von diesen Stärkungen unseres Immunsystems abhalten lassen, wir werden überall dorthin fahren und gehen, wohin wir wollen, hinauf und quer durch die Landschaft! Das ist die wirkungsvollste Maßnahme gegen jeden Virus.

Heute hab ich zu meiner Frau gesagt:

ES IST SCHLUSS MIT LUSTIG,

AB JETZT GIBT ES NUR MEHR UNSERE EIGENE ENTSCHEIDUNGSMACHT,

DIE ZÄHLT,

ICH WERDE MICH NICHT UNTERWERFEN, niemandem und keinem werde ich es gestatten, mich einzusperren!

Sollten tatsächlich angeordnete Massentests kommen, ich werde mit Sicherheit an keinem einzigen teilnehmen, nur über meine Leiche. Das ist fix und todernst. Ich misstraue all diesen Vorhaben zutiefst.

In Summe sind wir bei dieser Bergtour eine Distanz von 15km gegangen und haben insgesamt 2400 Hm in Auf- und Abstieg überwunden. Das sind Zahlen, das Wichtigste aber war das schöne Gemeinschaftserlebnis und das wärmende Sonnenlicht.

Pirandello

Das ist der erste Eindruck, der Gimbach, dem wir ein Stück weit folgen und darüber der Hochleckenkogel(1691m)

Pirandello

Pirandello

Tropfen vom frühen Morgennebel warten auch auf die Sonne.

Pirandello

Die Brücke über den Gimbach, wir tragen Handschuhe und unsere Jacken sind noch notwendig.

Pirandello

Ein markanter Hochsitz.

Pirandello

Ab hier wirds nun ziemlich schnell warm, Freude kommt!

Pirandello

Blick Richtung Süden übers Weißenbachtal hinweg zum LOSER(1837m)im Ausseerland.

Pirandello

Erstes genussvolles Sonnen"atmen".

Pirandello

Meine zwei wunderbaren Begleiter.

Pirandello

Richtung Südwesten ins Weißenbachtal, wo wir herkamen.

Pirandello

Ganz hinten in der Bildmitte ist der HOCHKÖNIG(2941m) mit dem Gipfelplateau der Übergossenen Alm(südwestliche Richtung).

Pirandello

In westlicher Richtung sehen wir rechts der Bildmitte den SCHAFBERG(1782m), der schon zur Gänze in Salzburg liegt.Die Nebel unten im Weißenbachtal haben sich schon merklich gelichtet.

Pirandello

Inzwischen wurde es ziemlich warm und schweißtreibend, die unteren Teile der Hose hab ich schon abgezippt, auch Handtuch ist praktisch.

Pirandello

Hier gehts irgendwie lang, manchmal weiß man es nicht so genau.

Pirandello

Zum erstenmal zeigen sich einige Gipfel des Dachsteinmassivs an der linken Seite des Berges in der Bildmitte, auch der weiße Gletscher ist erkennbar.

Pirandello

Wir sind hier schon in den Latschen angekommen, blicken in nordöstliche Richtung zu Hochlecken und zum Brunnkogel(1708m), auf dem ich mit Michael vor einigen Wochen war.

Pirandello

Ganz im Hintergrund in der Bildmitte sieht man in südöstlicher Richtung die hohen Gipfel des TOTEN GEBIRGES, dessen höchster der Große Priel(2515m) ist. Es ist das grösste Kalkkarstgebiet Mitteleuropas.

Pirandello

Dieser große Jagdstand bietet für die Jäger einen Blick auf die links davon, steil nach unten liegenden Geröllfelder, wo sich auch Gämsen zeigen.

Pirandello

Wir sind noch mitten in den Latschen, doch zum ersten Mal zeigt sich uns unser erstes Ziel, der Gipfel des Dachsteinblicks(1559m).

Pirandello

Freund Michael beim Latschenschneiden. Bald haben wir es geschafft.

Pirandello

Vom Gipfel Blick nach Nordwest, dort im Dunst, hier kaum zu erkennen, sieht man den GROSSEN ARBER(1456m), der höchste Berg im Böhmerwald/Bayrischer Wald, liegt in Niederbayern.

Pirandello

Richtung Norden, der Gahberg(852m) bei Weyregg sieht wie eine lange Insel aus. Wäre der Nebel nicht, würden wir da unten den Attersee sehen.

Pirandello

Hinten links der latschenbewachsene Gipfel der BRENNERIN(1602m), auf den wir nach unserer längeren Gipfelrast noch schnell hinaufspringen. Ab dann gings wieder bergab und die Sonne stand bereits tief.

Pirandello

Ein letzter Blick noch zum Dachstein(2995m) und zum Gosaukamm, mit der GROSSEN BISCHOFMÜTZE(2458m).

Pirandello

Der kleine Kerl in meinem Rucksack ist seit Jahren fast immer mit dabei, er ist neugierig und vorwitzig und er heisst KNALLI!

Er ist derjenige, der mich immer wieder zu übermütiger Durchgeknalltheit anstiftet. Jetzt wisst ihr: Ich bin nie schuld, er ist der Schelm!

Pirandello

Die Nebel steigen und füllen langsam die Täler....

Pirandello

Mit der Sonne geht es jetzt immer schneller abwärts.

Pirandello

Der Nebel kocht immer höher...

Pirandello

Das Weißenbachtal ist auch Richtung Osten schon gut gefüllt....

Pirandello

Diese Gräser bekamen in diesem Moment gerade noch die letzten Sonnenstrahlen ab....

Pirandello

Unser Abstieg wird noch eine Zeitlang dauern, hier sehen wir schemenhaft eine Bauminsel drüben im Nebelmeer...

Pirandello

Bis wir dann mit dem letzten Licht steil hinunter in die eingenebelten Wälder sehen, dort, wo wir hinmüssen, doch dort wird es dann schon dunkel sein und die letzten 10 Minuten zum Auto gehen wir dann schon mit den Stirnlampen, um den Weg zu sehen.

Ich hoffe, der Beitrag gefällt euch und gibt einen Einblick in eine Art der Fortbewegung, die einem ungeheuer viel Kraft und Ausdauer gibt, die wir notwendiger denn je brauchen werden.

In ganz anderer Betonung, als mir das hier hämisch nahegelegt wurde, sage ich zu jedem: GEH WANDERN, es wendet und wandelt und bringt klare Zuversicht!

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