Die „KRONE DER SCHÖPFUNG“ durch STOPP an den NULLPUNKT.

Einstmals wurde der Mensch durch sich selbst zum höchst entwickelten Geschöpf der Natur erklärt, er handelte entsprechend seiner Stellung in dieser Hierarchie „von oben herab“ . In dieser wurde er in seinem Handeln immer schneller, rastloser und begieriger, immer höher und immer größer zu werden, koste es, was es wolle!

Und es kostete.

Viele seiner Spezies schossen „durch die Decke“, sie trennten sich von der Natur, sie ließen immer mehr ihresgleichen zurück, die nicht schneller konnten, die nicht höher wollten, die auch durchaus mit weniger zufrieden waren.

„SPEED KILLS“ - in den letzten Jahrzehnten des abgelaufenen Jahrtausends eine seligmachende Devise, alle Energien im freien Spiel der Kräfte entfesselt, nachdem sich der Kapitalismus der westlichen Welt als triumphaler Sieger auf dem Planeten wähnte, die Apologeten der Megaphilosophie der Ökonomie als neoliberale Technokraten auf den Plan traten, um nochmals ein paar gewaltige Zacken an Geschwindigkeit zuzulegen.

Um im „ENDSPURT“ voran zu liegen?

Um das Leben prickelnder zu gestalten?

Um ihre Angst vor dem Tod verdrängen zu können?

Sie beantworteten diese Fragen nicht, sich selbst nicht, und sie verantworteten sich auch nicht mehr gegenüber denjenigen, die sie weit zurückgelassen und teilweise arg deklassiert hatten.

Ihre Antwort war unverändert:

SCHNELLER – HÖHER – GRÖSSER – WEITER,

im Errichten von Monsterkonzernen, von Monsterbürokratien, von Monsterkreuzfahrtschiffen, ihre eigene Monströsität wuchs ins Unermessliche, es gab keinen Seelenanteil mehr in ihnen, der Bodenhaftung verlieh.

2008 kam, es war das Jahr der GROSSEN KRISE und es war gewissermaßen eine CHANCE, auf den Boden zu kommen, sich zu besinnen, darüber nachzudenken, ob es der richtige Kurs ist, der eingeschlagen wurde und ob es sich wirklich lohnen würde, das ganze letzte Pulver auch noch zu verschießen, um in der gleichen Richtung und auf die gleiche Art mit Volldampf weiterzubrausen.

Die CHANCE DIESER KRISE wurde verschwendet, sie wurde nicht genutzt, es wurden riesige Rettungsschirme aufgeblasen und danach ging der Raubbau weiter, die kleinen Einheiten wurden weiter aufgelöst und zerstört.

Heute, 12 Jahre später, wird der „KRONE DER SCHÖPFUNG“ ein riesengroßes STOPP durch CORONA aufgezwungen.

Und dieses STOPP ist nachhaltiger als alles zuvor in dieser atemlosen Welt.

Ein Nanoteilchen der Natur zwingt den Herrscher zum Stillstand.

Die PANDEMIE stellt eine Krise größten Ausmaßes dar, die Blutkreisläufe(Wirtschaft) des höchsten Geschöpfs werden stillgelegt, sie werden in Richtung NULLPUNKT gedrosselt, um möglichst viele Menschenopfer zu vermeiden.

Was in diesen Stunden und Tagen das Richtige oder das Falsche gewesen sein wird, das vermag jetzt noch keiner mit Sicherheit zu sagen, doch die einzelnen Gemeinschaften handeln wieder vermehrt in kleinräumiger Verantwortung, große Bürokratiemonster zeigen ihre Überflüssigkeit.

AUCH DIESE KRISE IST WIEDER EINE CHANCE,selbst wenn keiner weiß, welcher Stein auf dem anderen bleiben wird.

Der KEIM DER CHANCE ist die Gemeinschaft, auch wenn, so paradox das klingt, vorerst mal alle so gut wie möglich auseinandergetrieben werden, um Distanz zu anderen Menschenwesen zu halten.

Um nach dieser KRISE eine neue Art der Sprache wiederzufinden, wird es zuerst einmal viel STILLE brauchen, STILLE für Trauer, STILLE für DANKBARKEIT AN ALLE HELFENDEN HÄNDE, STILLE, um jedes überhebliche Gebabbel nachhaltig versiegen zu lassen.

Der KEIM DER CHANCE liegt auch in einem neuen Zuhören, denn es gab und gibt noch immer die Stimmen, die gewarnt haben vor der größenwahnsinnigen Hybris des Menschen, die sich im gnadenlosen Zerstören der kleinteiligen, dem Menschen dienenden Strukturen gezeigt hat.

Wozu eine GRENZENLOSE WELT SCHAFFEN?

Wozu GRENZENLOSES WACHSTUM?

Jeder Mikrokosmos hat eine Haut oder eine Zellwand, warum sollte der Makrokosmos zu einem grenzenlosen Gemansche verschwimmen, in dem Anonymität, beliebige Austauschbarkeit, uferlose materielle Quantität und absolute Dominanz ganz weniger Organe über alle anderen herrschen sollten???

Der menschliche Organismus hat eine Außengrenze, eine Haut, er hat verschiedene Organe, kleine, sehr kleine und große, die nicht in Hierarchie arbeiten, sondern in einem sinnvollen Kreislauf miteinander.

So arbeitet ein Biotop.

Der überwiegende Teil der Menschheit ist religiös, wenn auch nicht in einem konfessionellen Sinne und an einen Gott gebunden, doch seelisch spüren wir alle ein starke Verbundenheit mit allem Lebendigen, je überblickbarer die „Ganzheit von allem“ rund um uns ist.

Übrigens - meine Seele ist momentan bei allen Kleinbauern dieser Welt, die sich redlich bemühen, die Früchte für das Leben zu kultivieren. Meine Seele ist deshalb bei ihnen, weil ich seit gestern durch den bekannten Paradeiserbauern ERICH STEKOVICS weiß, wie verzweifelt sie um ihre Existenz ringen, wie viele von ihnen weltweit, aber auch in Europa, in den letzten Jahren mutlos geworden sind und sich das Leben nahmen. Ich selbst stamme aus diesem Milieu, deshalb leide ich mit diesen Ernährern mit.

Nach CORONA, wann immer das auch sein wird, sollte es tunlichst nicht auf die gleiche Art weitergehen wie vorher, wir müssen dringendst NEUE KULTURTECHNIKEN lernen und anzuwenden versuchen, die die Menschen wieder in kleiner umgrenzte Verantwortungsräume einbindet, verbunden mit allen modernen Errungenschaften. Das sehe ich als ein Gebot der Zukunft, zu verletzlich und ausgeliefert ist die Menschheit an viel zu große Einheiten, Strukturen, Bürokratien und Konzerne.

Das GROSSE STOPP durch CORONA erzwingt vor allem eine Reduktion der Geschwindigkeit, eine Reduktion eines immer weiter linear vorangetriebenen Wachstums und dieses Zeichen sollte ernst genommen werden.

Nichtsdestotrotz soll auch an dieser Stelle ganz besonders all jenen gedankt werden, die jetzt im Gesundheitssystem eine Riesenlast zu tragen haben, die stehen momentan unter einem irren Arbeitsdruck und darauf darf nicht vergessen werden!

Früher gab es mal einen Slogan:

„SMALL IS BEAUTIFUL“

Ich möchte diesem Slogan nicht huldigen, denn er ist zu euphemistisch.

Doch worüber wir jetzt schon nachdenken sollten, dass wäre alles, was mit den Begriffen REGIONALITÄT, AUTARKIE, AUTONOMIE, ÜBERSCHAUBARKEIT, TRANSPARENZ, VERWURZELTHEIT, HANDSCHLAGQUALITÄT zusammenhängen könnte. Viele von uns haben jetzt Zeit dazu, diese Zutaten sollten eine zukünftige Wirtschaft des europäischen, aber auch globalen Menschen prägen, wenn sie dereinst wieder anspringen sollte.

Das ist der Versuch der Deutung der Metaebene, die sich mir durch das CORONA-GESCHEHEN zeigt.

Wie viele letztlich das Desaster überleben werden, weiß ich nicht.

Ich verhalte mich, so gut es geht, gemeinschaftlich und ich wage nur eine einzige Prognose:

NUR STÄMME WERDEN ÜBERLEBEN.

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