GEWALT und SELBSTBESCHÄDIGUNG, erzeugt durch NICHT GELEBTE GRÖSSE.

Hier veröffentliche ich auf Grund der aktuellen Situation noch einmal einen Text von mir, der hier vor ca. 4 Jahren erschienen ist:

pirandello.

NICHT GELEBTE GRÖSSE erzeugt Gewalt und Selbstbeschädigung.

#Politik

#Kultur

#Deutschland

#Selbstbewusstsein

27.11.2017, 15:57

Wer sich unter seinem Wert in die Welt stellt, sei es ein Individuum, eine Gemeinschaft, ein Staat, der beginnt in sich Wut und Zorn zu bunkern.

Ich stelle ein Zitat von FRIEDRICH NIETZSCHE aus „Also sprach Zarathustra“ an den Anfang meines Beitrags:

Und also sprach Zarathustra zum Volke:

Es ist an der Zeit, dass der Mensch sich sein Ziel stecke. Es ist an der Zeit, dass der Mensch den Keim seiner höchsten Hoffnung pflanze.

Noch ist sein Boden dazu reich genug. Aber dieser Boden wird einst arm und zahm sein, und kein hoher Baum wird mehr aus ihm wachsen können.

Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch nicht mehr den Pfeil seiner Sehnsucht über den Menschen hinaus wirft, und die Sehne seines Bogens verlernt hat, zu schwirren!

Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Ich sage euch: ihr habt noch Chaos in euch.

Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch keinen Stern mehr gebären wird. Wehe! Es kommt die Zeit des verächtlichsten Menschen, der sich selber nicht mehr verachten kann.

Wenn ich in den heutigen Tagen DEUTSCHLAND betrachte, so bekomme ich immer das unbestimmte Gefühl eines geknebelten und völlig unter seinem Wert in der Welt stehenden Landes.

Wenn ich mir viele Einzelindividuen in der Gesellschaft, in Institutionen, in Parteien oder auch in Bewegungen anschaue, die sich dem korrekten Mainstream und den gängigen Sprachregelungen unterworfen haben, dann fällt mir eine Sache immer ganz deutlich auf:

Wer sich nicht zu seiner vollsten, grössten und schönsten Gestalt erhebt im Leben, dessen Wirken wird im Endeffekt immer kontraproduktiv ankommen, es wird gegenüber seinen Worten immer unendlich viele Mißverständnisse geben, es wird ihm gegenüber immer verquere Handlungen geben, die in letzter Konsequenz immer eines erzeugen:

GEWALT und damit auch SELBSTBESCHÄDIGUNG.

Das also, was ich am Individuum beobachten kann, das gilt in sehr analoger Weise auch für den Staat als Ganzes.

Ich möchte das als Außenstehender am Beispiel DEUTSCHLAND betrachten.

Es gäbe für Deutschland eine gedachte Bandbreite zwischen zwei Polen, auf deren Länge es sich so positionieren könnte, dass es wieder mit seiner ganzen Größe in der Weltgeschichte seinen Platz einnimmt.

Der eine Pol, der grenzenlose Größenwahn und die geballteste Kraft einer destruktiven Zerstörung, wurde in der Geschichte schon gelebt, repräsentiert durch das nationalsozialistische Regime im sogenannten Dritten Reich.

Der andere Pol, das Deutschland der Untertänigkeit, der Nichtentscheidung, der Führungslosigkeit, der Menschenrechtsduselei um buchstäblich jeden Preis, des faulen Kompromisses in einer vollkommen faulen und desolaten EU, des Hintenherummauschelns, diesen anderen Pol erleben wir gegenwärtig.

Dieser Standort Deutschlands an diesem Pol erzeugt eines mit allergrösster Sicherheit in hohem Maße:

PURE GEWALT und SELBSTBESCHÄDIGUNG.

Wenn die freie Energie des Lebens nicht gelebt wird, dann beginnen die Organe in einem Organismus zu rebellieren, verrückt zu spielen und schlussendlich auch aufeinander loszugehen. Es kann bei einem Organismus sogar dazu führen, dass ein Organ in ein anderes Organ Wucherungen und Krebsgeschwüre induziert, die nicht gelebte Energie richtet sich in zerstörerischer Weise gegen das gesamte eigene System.

Was wir an einem menschlichen Individuum beobachten können, zeigt sich uns im grösseren Maßstab auch an einem Staat.

Deutschland krankt von Grund auf schon daran, dass es, strenggenommen, keine Souveränität als Basis besitzt.

Deutschland hat bis heute keinen Friedensvertrag von den Alliierten bekommen und Deutschland hat sich bis heute damit zufrieden gegeben, obwohl davon eigentlich nur die Anderen, sprich USA, RUSSLAND, FRANKREICH und GROSSBRITANNIEN profitiert haben.

Die Eliten in diesen Ländern haben die Ressentiments GEGEN und die Schuldgefühle DER Deutschen auch auf subtile Weise immer gut genährt und gefördert, wo immer es notwendig war.

Das Land sollte in deren Augen niemals mehr groß und stark werden, zumindest nicht grösser und stärker als ein gezähmter Orang-Utan in einem Zoo es ist.

Das Land sollte sich nur mehr verstohlen über sich selbst freuen, über seine überragenden Kulturleistungen seiner grössten Söhne und Töchter im Bereich der Dichtung, der Literatur, der Malerei, der Architektur, der Philosophie, es sollte zwar die Welt weiterhin mit den höchsten Errungenschaften seiner Ingenieurskunst bedienen, doch es sollte diese Früchte doch am besten so freigiebig herausrücken, dass die Anderen sie leicht kopieren und als ihre Früchte ausgeben konnten.

Und das taten alle ausgiebigst, allen voran CHINA und die USA.

Solange es die Teilung in BRD und DDR gab, war das Ganze nicht so evident, war doch das Spiel des Kalten Krieges stets im Vordergrund.

Doch seit der Wiedervereinigung – immerhin schon seit 28 (!)Jahren – wurde die Rolle des geknebelten Riesen immer deutlicher, seine Stellung als „51. Bundestaat“ der USA war augenscheinlich und in den ganzen Jahren der Kanzlerschaft der ANGELA MERKEL wurde es immer augenscheinlicher, dass die Spitze dieses Landes nicht führen kann oder will, sondern immer mehr und stärker geführt wurde.

ANGELA MERKEL wurde zur braven und emsigen Vollstreckerin aller Befehle, die aus Washington kamen und die in Washington hörten sich zur Sicherheit auch an den Telefonen der deutschen Staatsspitze um, ob die wohl so tanzen, wie sie, die Atlantiker wollen.

Die deutsche Kanzlerin mutierte dabei mehr und mehr zu einer Verwaltungsbeamtin, die in ihrer nächsten Umgebung vor allem dafür Sorge trug, dass ihr niemand ihren Arbeitsplatz streitig machen konnte.

Darin entwickelte sie mit den Jahren eine hohe Meisterschaft und Perfektion.

Was aber an dem Standort an diesem Pol auch immer mehr sichtbar wurde, war, dass das Land nicht mehr seiner Energie gemäß lebte, sich nicht mehr wirklich selbst behauptete und sich um Dinge kümmerte, die seine Größe eher beeinträchtigten, als erhöhten.

Schon die Unterordnung durch die Zustimmung zum Euro zugunsten der maroden Länder in Europa wie zB Frankreich oder Italien, dann in weiterer Folge die ganze Krise um Griechenland (wurzelt in der Ära Schröder), dann die gesamte Finanzkrise und die Auslieferung eines Großteils der wirtschaftlichen Souveränität an das internationale Finanzkapital und die EZB brachte zutage, dass hier die wirkliche Größe und Klarheit Deutschlands nicht mehr gelebt wurde.

Der Organismus „Deutschland“ entwickelte in seinem Inneren immer mehr Dissonanz, immer mehr Zerrissenheit, immer mehr offene Feindseligkeit, ein Zeichen für die Generierung von Gewalt.

Die SELBSTBESCHÄDIGUNG fand dann ihren endgültigen Ausdruck und Gipfel in der Willkommensbewegung und in der Haltung WIR SCHAFFEN DAS.

Der STAAT als Organismus und Einheit hat sich in letzter Konsequenz sogar die Haut abziehen lassen, wenn man den Grenzschutz im übertragenem Sinne als die äußere Schutzschicht betrachtet.

Die innere Immunabwehr agiert wie ein System der AUTOAGGRESSION vorwiegend gegen eigene Körperzellen und nicht gegen eingedrungene Fremdkörper.

Einzelne Organe und Kompartimente in diesem Gesamtorganismus STAAT reagieren feindseliger gegen die eigene Strukturiertheit und Integrität als gegen von außen herangetragene Einflüsse und Lebenssaftströme. Die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks wird täglich größer und größer, trotzdem agieren die Organe im Körper vorwiegend gegeneinander und nicht vereint miteinander im Sinne eines Abbaus des Gewaltstaus und der selbstbeschädigenden Energie.

Was jedoch in der eingetretenen Situation das Schlimmste ist:

DEUTSCHLAND hat kein Hirn mehr!

Das Gehirn ist ja das im Körper ganz oben sitzende Organ, welches steuert, denkt und lenkt.

In einem Staat ist das die Regierung, doch das geschäftsführende Hirn legt es gerade darauf an, dass es für längere Zeit kein Hirn mehr geben wird, außer das eh schon sattsam bekannte Konstrukt aus CDU/SPD.

Die verlorenen, verbrauchten, abgewixten und abgewählten zwei Gehirnhälften versuchen nun wieder ein gemeinsames Gestammel, was dabei herauskommen wird, ist vorhersehbar:

Der gesamte ORGANISMUS DEUTSCHLAND kann an dieses Althirn nicht mehr glauben, die Saat der Gewalt ist gesät und zwar nicht durch ein neu entstandenes Organ namens AfD, sondern durch die Penetranz einer ganz lange nicht gelebten Größe und eigentlichen Gestalt.

DEUTSCHLAND gehört in die Mitte dieser zwei Pole der gesamten Bandbreite.

Deutschland darf keine Angst davor haben, zu größenwahnsinnig zu sein, denn die Geschichte wiederholt sich nicht zwangsläufig, wenn man nicht die gleichen Fehler macht. Außerdem ist das Personal und die technische Ressourcensituation weltweit auf einem ganz anderen Level als in der unseligen Vergangenheit.

Die Mitte-Position in der Bandbreite wird patriotisch sein und voll Stolz auf die eigenen Fähigkeiten.

Selbstbehauptung und WIRKLICHER Friede wird nur von dieser Position aus möglich sein, indem man die eigene Stärke ganz unmißverständlich und klar in die Welt hinein kommuniziert.

Die wirkliche Größe wird aber auch durch eine wirksame und gestaltete Abgrenzung gegen Eindringlinge sichtbar gemacht, natürlich auch mit einer militärischen Stärke nach außen hin.

Und die wirklich gelebte Größe würde sich auch dadurch auszeichnen, dass man sich die Freunde sucht, die man wirklich freiwillig haben will und die in einem wirklich großen und erfolgreichen Europa auch dazu gehören müssten wie zB RUSSLAND. Und man dies nicht ausschliesst, weil man einem externen Militärbündnis angehört.

Das wäre meine Vision von Deutschland und ich hoffe, dass sich dieses deutsche Selbstbewusstsein rechtzeitig entfaltet und zeigt, damit am Ende nicht das erbärmliche Endprodukt des verächtlichsten Menschen aus der Rede des Zarathustra steht.

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Petra vom Frankenwald

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philip.blake

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