LEISE RIESELT DER SCHNEE.....................

Lange hab ich mir überlegt, ob in die Palette aller Blog-Beiträge, die momentan auf der Plattform FISCHUNDFLEISCH erscheinen, dieser von mir hier überhaupt hineinpasst, Platz oder Aufmerksamkeit findet, da doch die ganze und alleinige Aufmerksamkeit vom Thema Nr. 1 voll in Beschlag genommen ist.

Aber schließlich bin ich zum Entschluß gekommen, das nicht zum Kriterium dafür zu machen, ob ich das JETZT veröffentlichen sollte, oder auch nicht.

Ein USER aus dem Ruhrgebiet hat mir vor etlichen Wochen einmal vorgeworfen, dass sich in meinen Blog-Beiträgen immer alles nur um mich dreht, und das habe für ihn keinerlei Relevanz mehr.

Nun denn:

Dieser Blog hier dreht sich wiederum vollkommen nur um mich und mein Sein und Erleben während eines ganzen vergangenen Jahres, der Duisburger User sollte also bereits hier mit dem Lesen aufhören, es wird ihn mit Sicherheit langweilen.

Ein anderer, blitzgescheiter User hat mich kürzlich quasi zum "Landtrottel mit Kuhdunggeruch" tituliert, auch ihm empfehle ich die Nicht-Lektüre, denn es geht hier wiederum um "NATUR und NATÜRLICHKEIT" und das macht diesen User fast allergisch, es "riecht ihm zu streng"..............

Vor beinahe einem Jahr - ich lebte noch in der österreichischen Groß-Hauptstadt Wien - bekam ich nach einigen Routinegesundenuntersuchungen ua in Folge eine Krebs-Diagnose zu hören.

Hätte ich so etwas aus dem Munde eines Arztes vor ein paar Jahren gehört, als es mir in seelischer Hinsicht nicht besonders gut ging - aus verschiedenen, hier nicht näher zu erläuternden Gründen - wer weiß, vielleicht hätte ich einen Schock bekommen oder eine wahnsinnige Angst aufgerissen. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht..........

Es gab damals keinen Schnee in der Stadt, alles war trocken und fast normal, meine Gemütslage war sehr stabil und sehr aufgeräumt, denn seit dem Beginn der Pandemie in Österreich am 16. März 2020 ging es stetig bergauf mit mir und ich begann sehr viel und sehr viel Gutes zu unternehmen, da ich damals schon spürte, dass da eine ganz große SAUEREI auf uns alle zukommt, die sich wahrscheinlich auch sehr nachteilig für das zukünftige Leben aller Menschen in Europa auswirken wird.

Daher machten meine Frau und ich in diesem Frühjahr 2020 ein sogenanntes VISION-BOARD, ein riesiger Bogen Packpapier, auf dem wir alles an Wünschen aufzeichneten und ganz genau beschrieben, wie wir in Zukunft leben und wohnen wollen, denn es war klar, dass wir unbedingt aus dieser Stadt Wien wegziehen wollten, mit aller Macht und Vehemenz!

Als wir, am Boden herum krabbelnd, alles auf dem riesigen Papierbogen aufgezeichnet hatten, nahmen wir das Werk und hängten es auf die Innenseite unserer Wohnungstüre, damit wir es jeden Tag mindestens einmal im Blickfeld hatten, beim Verlassen unserer Wohnung.

Zurück zum Dezember 2020:

Ich hatte also mit großer Ruhe und Nüchternheit meine Diagnose bekommen und begann sofort, sehr zielgerichtet, alle meine Optionen durchzudenken.

Mein Arzt war ein sehr kluger und verständiger Mediziner, kommunikativ wunderbar, aber er war natürlich ein Schulmediziner und riet mir zu all den von ihm bekannten und praktizierten operativen und strahlungsmäßigen Eingriffen. Ich hörte ihm sehr freundlich zu und nach ein paar Tagen Nachdenkpause sagte ich ihm, zu allen von ihm vorgeschlagenen Möglichkeiten, freundlich und bestimmt ab und tat ihm kund, dass ich mit der Heilung meiner "Erkrankung" auf massive Eingriffe verzichten werde und stattdessen Methoden anwenden will, die mich auf eine sehr natürliche Weise von der diagnostizierten Gefahr befreien werden.

Ich hab natürlich ein sehr großes Vorwissen über alle Möglichkeiten von meiner Seite aus in 40 Jahren erworben, meine Sicherheit war weder fahrlässig, noch esoterisch nebulos, sondern sehr fest auf Wissen gegründet, welches zum Teil auch schon Hunderte von Jahren alt ist.

Im ersten Januardrittel feiere ich immer meinen Geburtstag, bis zu diesem wollte ich ganz normal mein Leben führen und mich geistig auf meine Heilung einstimmen, bis dorthin war es noch ein Monat.

Meine Laune war bestens, ich machte mit meiner Frau gemeinsam die Organisation aller Dinge, die ich dann in sehr präziser Zusammenstellung nach meinem Geburtstag (dem 68.) brauchen würde, ansonsten gab es sehr viele schöne Wanderungen, Läufe und tolle Ausflüge gemeinsam, trotz des damalig herrschenden Lockdowns, der kümmerte uns überhaupt nicht.

In dieser Zeit kamen aus dem Bundesland Kärnten so viele Tipps und Adressen, an denen wir uns Häuser zum Mieten oder zum Kauf anschauen können sollten.

Unser VISION-BOARD, seit einem guten halben Jahr "in Betrieb", funktionierte also schon.

3 Tage nach meinem Geburtstag, den wir gemeinsam mit einigen lieben Freunden bei bestem Essen und sehr guten Weinen und Whiskys in fröhlicher Art und Weise zelebrierten, begann dann die Zeit meiner Heilarbeit, die nun sechs Wochen andauern sollte und die auch eine Nachlaufzeit von mindestens drei Wochen haben würde, wenn ich sie einigermaßen gut überstehen würde.

Ich will das nun nicht im Detail beschreiben, mein Tag begann immer sehr pünktlich um 6 Uhr früh, es war kein Problem für mich, mit allerlei Vorbereitungen in der Küche.

Jeden Tag ging es um Bewegungseinheiten so um die ca. 2 Stunden herum, jeden zweiten Tag um Krafttraining oder um längere Ausdauerläufe und Walks.

Ich war auf alle möglichen Downs und eventuelle Kopfschmerzen gefasst, besonders in den ersten Tagen und Wochen, nichts dergleichen stellte sich ein!

Dann, am TAG 12, es war der 24. Januar, machten wir uns auf eine längere Reise nach Kärnten auf, um konzentriert und gesammelt 10 Objekte zu besichtigen, die vielleicht für unser zukünftiges Leben in Frage kommen würden. Wir bezogen dort eine Ferienwohnung, ich mit dem ganzen Inventar und Zeugs für meine Heilungszeit, und begannen dann unsere Besichtigungstour.

Am 25. Januar 2021 betraten wir zum ersten Mal das Haus, in dem wir jetzt leben, wohnen, arbeiten und glücklich sind!

Es ist jetzt UNSER HAUS, wir haben es gekauft, obwohl wir ein halbes Jahr vorher noch nicht wussten, wie wir uns so etwas überhaupt leisten können sollen, war unser Leben doch nie und niemals an der Erwirtschaftung von großem Kapital orientiert.

Alles, aber fast buchstäblich ALLES, was wir auf unser VISION-BOARD geschrieben haben und wofür wir jeden Tag gebetet hatten, war in Erfüllung gegangen!

An diesem Tag blieb ich im Wald, in der Nähe einer Immobilie, die wir auch besichtigt hatten, mit meinem E-Klasse Mercedes Kombi im Schnee stecken, und ich wusste, wenn wir hier einmal leben und wohnen, dann kommt der ziemlich schnell weg, das ist hier kein Gelände für diesen Wagen, wir schaufelten eineinhalb Stunden bis in die Dunkelheit hinein!

Ich wog inzwischen schon um einiges weniger als noch vor zwölf Tagen, doch ich war voll agil und voll Power.

Beim Besichtigen des Hauses, welches jetzt unseres ist, redeten meine Frau und ich kaum ein Wort miteinander, wir sahen uns zwei- dreimal an und jeder von uns wusste, was diese Blicke bedeuteten.

Das Haus hatte haargenau die Atmosphäre, die wir liebten!

Ein paar Tage später wurde die Zusage am Telefon verbindlich gemacht, die Eigentümerin des Hauses lebt in Basel und konnte wegen des rigiden Lockdowns nicht nach Österreich kommen.

Wir waren mit ihr sehr amikal per DU, es war sehr harmonisch und entgegenkommend!

Heute ist der 5. DEZEMBER, es ist der ERSTE TODESTAG der 96jährigen Dame, die Mamma der Eigentümerin, die das Haus bis vor einem Jahr bewohnt hatte.

Um 9 Uhr war die TOTENMESSE zu ihrem Gedenken, wir gingen selbstverständlich hin, obwohl wir beide keiner Konfession wirklich anhängen oder verpflichtet sind.

Morgens öffneten wir die Vorhänge unseres Schlafzimmers und blickten in eine SCHNEEWEISSE WUNDERWELT!

Der Winter hat sich hier schon in zwei kleinen Vorschritten in der letzten Woche angekündigt, doch immer wieder kam auch strahlende Wintersonne und holte sich den Schnee wieder.

Doch heute ist alles anders, als wir unser Anwesen verließen, um zu Fuß zur Kirche zu gehen, lagen schon gut 12 cm da und es schneite stark und beständig.

Zur Kirche hatten wir es ca. 12 Minuten, jeder Schritt im Schnee knirschte so herrlich und es war das einzige Geräusch in der Luft, alles war atemlos still, die sehr wenigen Autos, die man sah, hörte man nicht, lautlos glitten sie die Straße entlang.

Ich empfand ein UNBESCHREIBLICHES GLÜCKSGEFÜHL, ich bin zuhause angekommen - endgültig!

Denn der Winter ist MEINE LIEBLINGSJAHRESZEIT, ich liebe die Kälte, die Frische, die Reduktion auf das Wesentliche und Elementare und es ist der Geruch und Geschmack des Winters, die zugedeckte, schneeweiße Landschaft und die Ruhe, die damit verbunden ist.

Seit vielen Jahren hab ich keinen wirklichen Winter mehr erlebt, denn die Winter in der Großstadt waren tendenziell eher ungustiös, besonders für mich als Berufsfahrer war es eine unwirtliche, mörderisch stressige Zeit, und zwar das ganze Drumherum, die Strassenverhältnisse, die unglaubliche Dichte des Verkehrs immer besonders vor Weihnachten, wenn aus dem Schnee dann sehr, sehr schnell einfach nur mehr Dreck wurde und dann dazu noch der Stress der geplagten urbanen Menschen, die gerade in dieser herrlichen Adventszeit unerträglich zu werden schienen. Jede Fahrt zu irgendeiner schönen Winterwandergegend war ein langes umständliches Unterfangen, ich hatte keine Lust darauf, wenn Schnee lag, war mir der Wilhelminenberg auch ein ausreichend schönes Refugium und von unsrer Wohnug aus unkompliziert zu erreichen.

Aber so ein richtiger Winter bzw. so ein richtiges WINTERGEFÜHL wollte sich nie mehr so richtig einstellen!

Im Nachhinein kann ich sagen, auch das war ein Grund für Depressionen, die mich damals von Zeit zu Zeit plagten und mir die Lebensfreude nahmen, denn MEIN WINTER ist Teil meines Lebenselixiers.

Nach der Messe in der Kirche wanderten wir durch unsere kleine Stadt hinunter zum Friedhof, der hinter dem Bahnhof am Waldrand liegt. alles war still und plötzlich war ich wieder der kleine Junge, für den die Zeit ab Ende November bis zum Januar, in dem dann immer mein Geburtstag als Krönung kam, die herrlichste Zeit seines Lebens war!

Wir stapften durch den inzwischen gut 20 cm hohen Schnee, es war zum Glück fast nichts geräumt, wir gingen durch den ruhig da liegenden Friedhof hin zum Grab der im Vorjahr am 5. Dezember verstorbenen Dame, deren Geist immer noch so wundervoll in unserem Haus anwesend ist und zündeten eine Kerze für sie und ihre Seele an. Ich grub den kleinen Engel aus dem tiefen Schnee aus, den ich zu Allerheiligen auf ihr Grab gestellt habe und setzte ihn oben auf die Schneekuppe. Er wird auch jetzt schon wieder verschwunden sein, denn es schneit noch immer unaufhörlich. Langsam wanderten wir nach Hause zurück, das Knirschen der Schritte im Schnee genießend und in uns aufsaugend, am lieben kleinen Stadtteich, der so schön zugefroren daliegt, vorbei und dann immer wieder im kurzen Plaudern mit Bewohnern der Häuser, die fleißig ihren Schnee schippten, bis wir dann zu Haus ankamen. Einer unserer jungen Nachbarn war freudestrahlend auf seinem Minischneepflug durch die kleine kurze Sackgasse unterwegs, er ist wie ein kleines Kind, wenn er seine Maschinchen besteigen darf! Normal macht mich das grantig, doch ich dachte mir insgeheim:

Gönne ihm doch auch sein kindliches Winterglück mit seinem Herumgurken, es ist genug für alle da, sowohl Glück als auch Schnee!

Wir feuerten unsere Öfen wieder an, es war mollig warm, ich bereitete die Maroni vor und legte sie dann auf das Backblech in unserem Küchensparherd, nach einer Stunde hatten wir einen Duft in der Wohnung, erzeugt von einem kleinen Vormittagsgenuß gebratener Maroni und einem guten Glas SCHILCHERSTURM!

Das kurze Schneeschaufeln zur Holzlage hin und zu den Abfallbehältern war ein weiteres intensives Wintergenießen, ansonsten ließ ich den Schnee auf unserem Anwesen fast gänzlich unberührt, die Autos beließ ich unter ihrer Schneehaube, wer weiß, vielleicht sind sie morgen schon ganz unter dem hohen Schnee verschwunden und ich dachte mir, dass ich nun dieses magisch wunderbare Jahr Revue passieren lassen sollte!

Die Wochen meiner Heilung waren Ende Februar zu Ende, die Aufbauzeit war dann bis zum Ende des März abgeschlossen und ich fühlte mich längst ungefähr wie 35!

Ab Anfang April waren wir dann auf unserem Anwesen schon tätig, am ersten Mai wurden die Erdäpfel gelegt, die Ernte wird vermutlich bis Ende Januar ausreichen, desgleichen auch Zwiebeln und Karotten.

Im Juni begann eine heftige Umbauphase der Sanitärräume, die alte Dame hatte nur ein sehr kleines Badezimmer und der Dachstock war nicht benutzt und nicht mit Heizung versehen.

Seit dem 17. SEPTEMBER erzeugen wir hier schon unseren eigenen Strom durch eine SUNTRACKER-Photovoltaikanlage, bei der die Paneele der Sonne nachgeführt werden, es einen Batteriespeicherturm gibt für die Zeit, in der die Sonne nicht scheint, und außerdem eine 48 Stunden Notstromversorgung bei einem etwaigen Blackout.

Heute blicken wir zurück auf 12 Monate, in denen sich unser Leben ganz plötzlich auf eine wundersame Weise gedreht und verändert hat, auf sehr viele Arbeiten, die wir selbst gemacht haben, doch vor gut einem Jahr gar nicht wussten, ob wir das auch können und wir sind sehr dankbar für das ganze unverhoffte Glück, welches uns da widerfahren ist.

Wir sind, um es in einem Satz zu bündeln:

"Der Hölle der Großstadt Wien noch rechtzeitig entkommen und unverhofft im Paradies gelandet!"

DAS JAHR IST FÜR MICH RUND GEWORDEN, MIR WURDE WIEDER DER WINTER GESCHENKT.

pirandello

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