Drei bis vier Blogs über Geopolitik spuken mir im Kopf herum.

Viele warten auf solche Beiträge von mir, heute allerdings muß ich die Wartenden vertrösten, denn ich bin erst seit knapp 40 Stunden zurück aus einer Welt, wie sie mir wirklich gefällt!

Ich war im tiefsten Winter.

Ich war in einer Umgebung, die meinem Naturell und meiner Vorstellung von #wahremLeben und meinen Vorlieben entspricht.

Ich war 4 Tage in einer Welt, wo die Schneeflocken dauernd still und stetig vom Himmel fielen.

Ich war dort, wo es auch klirrend kalt war, der Temperaturbereich, den ich liebe und wo mein Herz sich so richtig erwärmt.

Meine #Beziehung zum Winter durfte endlich mal ausgiebigst und rundum erneuert werden und so wie ich den letzten Sommer als einen der schönsten, was das Klima anlangt, empfand, so kann ich das nach diesen 4 Tagen auch von diesem Winter sagen.

Zumindest dort, wo ich war, in Bischofshofen und Umgebung.

Bevor ihr euch die Bilder anschauen dürft, gibt es noch ein paar Wortskizzen zum Winter:

Mein Metier dort war das SCHITOURENGEHEN.

Ich könnte eine umfangreiche Philosophie darüber anstellen, doch ich kann auch nur kurz sagen: Die Parabel vom Gehen ist für mich nirgendwo wahrer und authentischer erlebbar, als in dieser speziellen Fortbewegungsart im bergigen Gelände.

Im Anstieg brauchst Du Felle unter den Schiern, um hinauf, auf die Höhen zu kommen.

Du musst Dich schon zuvor vorbereiten und dann kurzfristig auch umentscheiden können, wo Du hinaufgehst, weil es nicht überall und zu jeder Zeit möglich ist.

Ich wollte gemeinsam mit 2 Freunden ursprünglich auf die OSTPREUSSENHÜTTE (oberhalb von Werfen) aufsteigen,doch der beständige, anhaltende Schneefall zwang uns,mit einfacheren Angelegenheiten zufrieden zu sein. Nicht wegen der Gefahr von Lawinen, sondern weil Straßen und Zufahrtswege so exponiert sind, dass sie bei Dauerschneefall nicht nutzbar sind.

So hatten wir ein quasi 4 Tagesprogramm immer auf der gleichen Aufstiegsroute.

Das kam einerseits unserer Untrainiertheit zugute und andrerseits bekamen wir die Gelegenheit, auch noch andere Seiten von B'hofen kennenzulernen.

Zum Beispiel: Eines Nachmittags - wir saßen schon bei einem köstlichen Bier nach unserer Tour - öffnete sich die Tür des Restaurants BürglHöh und herein kam eine zwölfköpfige Frauengruppe, alles Schitourengeherinnen aus B'hofen, alle fesch (!), alle total sportlich und alle fit und mit einer unglaublich schönen und attraktiven Ausstrahlung!

Nicht alle Gesichter waren bilderbuchmäßig schön, doch alle strahlten eine weibliche Schönheit aus, die beinahe unfassbar war.

Sie waren schön durch ihr Tun, durch ihr autonomes Sportbetreiben, durch ihre Begeisterung für ihr Gemeinschaftserlebnis, diese Schitour ganz allein, ohne Männer und auch nicht als Anhängsel von Männern, zu unternehmen.

Genauso schön war dann auch ihr Zusammensein dort am Wirtshaustisch und wir 3 waren begeisterte und angetörnte Zeugen dieser grazilen,sportlichen Wucht von Frauen!

In den nächsten Tagen sahen wir dann noch viel mehr Exemplare dieser uneitlen, direkten und freundlichen Offenheit der weiblichen Bewohner B'hofens, egal wo und egal mit wem die grade sich bewegen, es kommt sofort und klar und freundlich ein Willkommensgruß aus deren Mund, ohne jede Anbiederung und immer als "DU". Es war gewaltig und es war Ausdruck dieser Menschen, die dort mitten in den Bergen leben und die GERNE mit den Bergen leben!

Auch, um zum Anfang zurückzukommen, im Aufstieg begrüßen sich alle, egal, welche Geschwindigkeit jemand hat. Es ist keinerlei Konkurrenzgefühl spürbar, kein Wetteifern, sondern die gemeinsame Freude und das Glück, dass wir uns in diesem Metier dort bewegen dürfen.

Im Ansteigen erlebt man dann das Unterschiedlichste und ich möchte nicht verhehlen, dass man auch ganz schön leidet, wenn man es schon länger nicht mehr praktiziert hat.

Man schwitzt buchstäblich Blut, Schweiß und Tränen und man hat aber die Gewißheit, dass das mit jedem Tag weniger wird und mit jedem Tag schöner.

So war es dann auch.

Der letzte Tag war die absolute Krönung. Nach dem Frühstück hörte es zu schneien auf. Die Sonne brach durch, anfangs noch zaghaft und wir trauten, angesichts des gültigen Wetterberichts, unseren Augen kaum und vermuteten ein Wechselspiel.

Doch dann kam sie voll und unmißverständlich und zeigte uns eine Glitzerwelt, die uns magisch in ihren Bann zog.

Wir mussten hinaus, hinauf und heute durften wir die ganze Länge in Angriff nehmen, wir entschieden uns, den Gipfel des Hochkeils zu erklimmen.

Es war ein zähes mentales Ringen, durchzugehen, Du gehst durch ein mentales Wechselbad, besonders dann, wenn es zwischendrin in den Steilpassagen wieder dunkel wird und zu schneien beginnt.

Doch ab einem gewissen Punkt ist die Umkehr auf dieser Strecke nicht mehr möglich und Du gehst mit Mantren auf den Lippen: "Korak za korakom", oder "steter Tropfen höhlt den Stein" und Du wirst belohnt!

Der Gipfel ist zwar ein wenig im Trüben gelegen, doch eine unendlich lange Abfahrt im herrlichsten Champagnerschnee war die überreichliche Belohnung für jeden Schweißtropfen und jeden Meter bergauf.

Ich war glücklich und zufrieden und heute spüre ich dieses Glücksgefühl noch immer und auch den immensen Kraftzuwachs,der durch diese 4 Tage im Winterschnee gekommen ist.

Viel Vergnügen bei den Fotos!

https://www.dropbox.com/sh/uur0r5x4vhil8tk/AAB9cAeb2j5Ul8o2se1WqvnGa?dl=0

pirandello

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