Als Mensch der schon sehr früh damit angefangen hat, über Ernährung nachzudenken und schlussendlich auch in seinem Studium unmittelbar mit Ernährung und der Erzeugung von Nahrungsmitteln befasst war, freue ich mich sehr, wenn das Bewusstsein der Menschen darüber, was sie mit der Nahrung zu sich nehmen, immer grösser, genauer und umfassender wird.

Mit vielen radikal engagierten Studienkollegen standen wir damals mit an der Wiege des österreichischen Bio-Landbaus und kämpften für diesen auf universitärem Terrain der damals noch stockkonservativen Hochschule für Bodenkultur.

Ich selbst ging dann mit einigen Freunden aus dieser Zeit in medias res und wir bewirtschafteten einige Jahre lang eine kleine Landwirtschaft in der Oststeiermark.

Deshalb ist mir Ernährung sehr nahe, jedoch nicht so, dass ich daraus eine militante Ideologie machen müsste.

Ich möchte hier anerkennen, dass alle Menschen, die aus den verschiedensten Gründen verschiedene Ernährungsrichtungen entwickelt oder für sich gefunden haben, wunderbare Menschen sind, denn sie haben ein Wissen darüber, dass es nicht egal ist, was man isst.

Das gilt in uneingeschränkter Weise auch für Menschen, die sich heute als VEGANER bezeichnen.

Und ebenso kann ich es nachempfinden, dass es auch eine Philosophie braucht, die grösser ist, als nur die Auswahl an Lebensmitteln, die man zu sich nimmt, oder die man weglässt.

Deshalb beziehe ich mich nun auf meinen Beitrag von gestern (5.11.) nachmittag, der offenbar bei vielen VEGANERN Beleidigung entstehen hat lassen, die aus meiner Sicht jedoch nicht gewollt oder beabsichtigt war.

Es ist mir auch bewusst, dass großes Tierleid entsteht in dieser Welt durch völlig degenerierte Sichtweisen in der Tierzucht und der daraus erfolgenden Produktion von Fleisch aller Art.

Und deshalb stehe ich auch den meisten Aktionen der Tierschützer mit eher grösserer Sympathie gegenüber als mit Ablehnung.

Was die Intention meines Beitrages war, ist jedoch eine, die hier völlig ignoriert wird:

Was mir total auf den Zeiger geht, ist die Verfestigung zu einer Ideologie, die dann intolerant und allwissend gegen alles angewandt wird, was sonst noch auf diesem Erdboden auf einem ähnlichen Spielfeld sich befindet.

Gegen diese Ideologie habe ich angeschrieben und auch gegen die Rechthaberei, etwas mittels Höchstgerichten anzugreifen, was als Kulturtechnik des Menschen sich entwickelt hat und niemals die Schuld trägt an den Leiden einer pervertierten, industriellen Tierproduktion in der Landwirtschaft.

Und ich habe weiters gezeigt, wo und in welchen Cliquen Ideologie entsteht und grenzenloser Eigendünkel, der sich dann anmasst, alles andere lächerlich machen zu dürfen.

Dieser Eigendünkel ist eine Quelle von Gewalt.

Ich will nicht näher in die Materie der Ernährung und der Landwirtschaft eindringen, doch ich möchte mich dagegen verwahren, dass URBANE PRESSURE GROUPS Menschen und Bevölkerungen terrorisieren.

In Großstädten entsteht nicht sehr viel Sinnvolles, weil zuviel Entwurzelung existiert.

Vieles, was Landmenschen in kleinem Massstab betreiben und produzieren, ist sehr sanft, ressourcenschonend und liebevoll eingebettet in das Ganze Lebendige.

Intellektuelle Großstädter sind gar nicht in der Lage, dies wirklich und wahrhaftig zu spüren, sonst würden sie nicht so sehr und so oft übers Ziel hinausschiessen.

Es geht hier auch nicht um Landromantik, nein, aber es geht um Leben und leben lassen.

Und die Jäger alle quasi als Mörder hinzustellen, ist übers Ziel hinausgeschossen. Tut mir leid!

Wenn die Jagd, die Fischerei, die Tierhaltung in Bauernhöfen und auf den Almen in einem gesamten verantwortlichen und liebevollen Zusammenhang betrieben werden, dann entspricht das einfach der Kulturgeschichte unseres Landes und daran ist nichts auszusetzen.

Vieles an Gegenbewegung läuft jedoch aus dem Ruder und gerade in dem Bereich der Ernährungsphilosophien entstand ein regelrechter Hype um die absolute Richtigkeit und wer das EI DES KOLUMBUS nun entdeckt hat und seine Wahrheit mit aller Militanz durchfechtet.

Mich bestätigen die Reaktionen darauf, ich muß in ein Wespennest gestochen haben!

Ausbalancierte Menschen reagieren nicht so herabwürdigend.

Ich möchte zum Schluß kommen:

Ich finde alle VEGANER, welche ihren Weg der Bewusstwerdung in der Ernährung gehen und zu dieser Ernährungs- und Lebensform gefunden haben, als wunderbare Lebewesen, die durch ihre Gedanken dem Planeten zeigen, wie sehr sie alles, was da kreucht und fleucht, ehren und respektieren.

Das sage ich nicht , weil mir das jemand geraten hat, und zwischenzeitlich werden auch die Letzten mitbekommen haben, dass mir äussere Domestizierungen am Arsch vorbeigehen – nein, ich sage das deshalb, weil mir das als bewusstem Menschen ebenso am Herzen liegt, wie jenen, die diese spezielle Philosophie leben.

Doch ich hasse jede Ideologie, die aus Langeweile und Anmassung entstanden ist und versucht, andere in ihrer Lebensart zu desavouieren.

Dabei gibt es von mir kein Zugeständnis, nicht einen mm oder auch nur einen Buchstaben.

Meine Liebe gilt, ohne Abstriche, allen bodenständigen Veganern, Vegetariern, Anthroposophen, Normalessern, die das in für sie möglichst grossem Einklang mit der Schöpfung tun.

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baur peter

baur peter bewertete diesen Eintrag 06.11.2016 16:50:30

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