Österreichs BERGVÖLKER im DEMOKRATISCHEN PARADOXON?

Das "wilde Bergvolk hinter dem Semmering", wie die STEIRER gerne apostrophiert werden, wenn man von Wien aus nach Süden schaut, hat wieder einmal gewählt und alle "guten Demokraten" jubelten frenetisch auf, ob des Ergebnisses. Wobei ich hiermit nicht anzweifle, dass diese sich nicht auch berechtigterweise Demokraten nennen dürfen sollten, seltsam mutete nur deren frenetischer Jubel an, so als ob alles, aber auch wirklich alles nun paletti wäre in der Grünen Mark.

Denn erstens wäre diese Wahl überhaupt nicht nötig gewesen, wie wir alle wissen, es gab eine funktionierende Regierung im Land und auch eine effektive Opposition.

Doch die Gier schwarz-türkiser Opportunisten und der wiederbelebten GRÜNEN LEICHE brach sich Bahn in einer strategischen Taktik, die Gunst der Stunde des ibizäischen Murenabganges über BLAU dahingehend zu nützen, um die ehemals tiefschwarze Bastion STEIERMARK endgültig wieder von einer klaren Mehrheitsposition aus zu beherrschen. Doch auch hier, wie auch im Bund blieb ihnen die Absolute Mehrheit versagt und SCHÜTZENHOFER wird wohl historisch nicht mehr aufschliessen können zu den KRAINERS, dem NIEDERL und der KLASNIC, denn wollen hätt er schon mögen, wenn er ehrlich wäre, sein sehnsüchtig romantischer Blick konnte das niemals verbergen hinter all der gespielten Bescheidenheit, die beim steirischen Wahlvolk ja bisher immer gut angekommen ist.

ZWEITENS, und das führt zurück zum Titel des Blogs, blieb die Wahlbeteiligung erschreckend gering, sie pendelt um die 63 %.

TIROL 60 %

VORARLBERG 61 %

STEIERMARK 63 %

Den BERGVÖLKERN Österreichs gehen demokratische Wahlen zu ihren Landtagen immer mehr an ihrem Interesse vorbei und das ist besonders interessant auch deswegen, weil in allen drei Bundesländern in der Vergangenheit richtig patriarchale, jahrzehntelang herrschende Landeshauptleute der schwarzen ÖVP mit überwältigender Zustimmung ihrer Landesbevölkerungen paternalistisch göttergleich schalten und walten durften. Die STEIRER waren damit sogar jahrzehntelang dadurch sehr präsent in ihrer Macht auch in der Bundespartei, sie waren lästig, widerborstig und selbstbewusst und über sie hinweg ging gar nichts.

Was ist nun plötzlich der Grund für dieses immer mehr anwachsende Desinteresse?

Wollen sie wirklich keine partizipative Demokratie, sind sie beleidigt und wünschen sich zurück in die Vergangenheit nach einem Absoluten Landesvater oder einer Landesmutter?

Wünschen sie sich gar mehr HIMMELVATER und MUTTERGOTTES und wenden sich ab von der Gottlosigkeit einer opportunistischen, taktisch denkenden Landespolitik, die nur einem falschen Messias zur Macht verhelfen will?

Sind die STEIRER einfach nicht mehr die kernigen Steirer, als die ich sie kenne, die einstmals sagten:

"Mir gengan hin zu da Wohl und durtn zag mas eana, wo da Bartl den Most holt und da Teifi sui uns huuln, wenn ma des net zsammbringan tätn!"

Vielleicht, ich weiß es nicht, zu lange bin ich schon weg vom Land an der Mur und Mürz, in dem ich mich so lange wohl und heimisch gefühlt habe als Kärntner.

Über TIROL und VORARLBERG, die zwei anderen Bergstämme, kann ich ja nicht soviel Genaues sagen, ich versteh zwar deren urige Dialekte auch sehr gut, hab mir aber keine wesentlichen Gedanken über deren Verhalten an den Wahlurnen gemacht.

Doch bleiben wir beim aktuellsten Beispiel, dem Bergvolk hinterm Semmering und fragen wir nach, was die 37 % der Wahlberechtigten bewegt, ihre Stimmen nicht abzugeben, obwohl sie damit soviel - theoretisch - bewirken hätten können.

Wären zB. diese 37 % samt und sonders zur Entscheidung gekommen, ihre Stimme dem MARIO KUNASEK zu geben, so wie es die Mehrheit der Gössendorfer(Kunaseks Heimatgemeinde) getan hat, dann hätten wir heute in ganz Österreich die Option einer sicheren steirischen Südgrenze!

Denn ich bin felsenfest davon überzeugt, dass MARIO KUNASEK als erste Handlung sofort ein stehendes steirisches Freiwilligenheer aufgestellt hätte und mit dem Know How eines österreichischen Verteidigungsministers auf ein Level gebracht hätte, welches dem Level eines "technischen Hilfswerks", als das man das österreichische Bundesheer seit neuestem ja bezeichnen darf, weit überlegen gewesen wäre.

Waren die 37 % vorwiegend bildungsferne FPÖler oder irre ich mich da?

Eine ganz andere, aber durchaus auch segensreiche Wirkung für alle, besonders von Wohnungsnot betroffene Steirer wäre es gewesen, hätten die 37 % Nichtwähler alle die KPÖ gewählt!

Deren Spitzenkandidat(kenn leider keinen Namen) hätte sofort sein segensreiches Wirken auf die ganze Steiermark ausdehnen können und gegen zu hohe Mieten überall ankämpfen können. Wenn schon so ein Unikat wie die KPÖ in einem Land in Österreich existiert, dann sollte man dieses Unikat hegen und pflegen und mit genügend Stimmen versorgen, bei denen weiß man wenigstens, wofür sie eintreten. Es wäre sehr delikat gewesen, hätte die KPÖ mit der SPÖ Platz getauscht, wäre auch gerechter gewesen, denn bei der SPÖ hiess es schon von Anfang an: "SCHICK den HOFER weg, wir wissen eh net wofür der do is." Heut hat er sich gleich weggeschickt. Aber statt der KPÖ zu 23 % zu verhelfen, geht man lieber nicht wählen, das soll einer verstehen!

Was ich aber gar nicht verstehe, ist, dass die 37 % Nichtwähler nicht alle den SCHÜTZENHÖFER gewählt haben!?

Sie hätten Geschichte geschrieben, sie hätten ihn als steirischen Allzeitheiligen neben Göttern und Göttin wie KRAINER sen., NIEDERL, KRAINER jun. und KLASNIC verewigt, sie hätten ihm die Macht gegeben, immer und zu jeder Zeit über den Semmering "umezuplärren" zum Jungspund-Messias, um eam zum sogn, wie man etwas für Österreich in der Steiermark mocht.

ERZHERZOG JOHANN hätte im Grab einen zufriedenen Schnaufer gemacht, der Stolz wäre angeschwollen vom Ausseer Land bis zu den Klöcher Weinbergen und von den Gipfeln des Hochschwabs bis zu den Wänden des Dachsteins wäre steirisches Selbstbewusstsein in unzähligen Jodlern erklungen, vom Joglland bis zur Soboth hätten alle gewusst:

STEIRER BLUT IST GUT UND GIBT GANZ ÖSTERREICH VIEL MUT!

Ja, das wär was gewesen, doch leider ist es nicht.

Denken Nichtwähler nicht mit?

Mehr als ein Drittel Nichtwähler, das muß doch auch in Familien auffallen?

Helfen die dann nicht zusammen und redn miteinander, um ihre Angehörigen davon abzubringen?

Oder ist die Sturheit der Bergvölker doch viel grösser als jede demokratische Verheissung?

Ist diese Verweigerung vielleicht sogar richtig und richtungsweisend, um den bis dato noch Gewählten zu zeigen, bald bekommt ihr überhaupt keine demokratische Legitimation mehr, wenn ihr so weitermacht wie bisher?

Sagen sie denen, dass sie kein Schachern und Taktieren mit Wahlterminen mehr wollen, stattdessen durcharbeiten sollen für das Land und seine Bewohner?

Auf meiner nächsten Expedition und Abenteuerreise in die Steiermark werde ich versuchen, nur NICHTWÄHLER aufzuspüren, sie zu erforschen und ihnen zu erzählen, welch herrliche Möglichkeiten sie versäumt haben. Vielleicht gelingt es mir, auch Fotos von dieser Spezies zu machen, wenn sie nicht zu scheu sind. Vielleicht gibt es aber auch stolze Bekenner und solche, die die Gelegenheit nützen für ein überraschendes Coming-Out, mal sehen, was sich zeigt. Dann kommen Tirol und Vorarlberg dran, vielleicht gibt es alpine Korrelationen und Kohärenzen, die bergvolkspezifisch sind, so in der Art:

In einem Land mit Berg und Tal, da ist das Wählen eine Qual. Oder so ähnlich...

Also, ähh, abschliessend bin ich der Meinung, dass........

aber lass ma das!

6
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

rigoletta

rigoletta bewertete diesen Eintrag 26.11.2019 07:31:07

nzerr

nzerr bewertete diesen Eintrag 26.11.2019 06:54:43

Matt Elger

Matt Elger bewertete diesen Eintrag 25.11.2019 23:15:36

Aron Sperber

Aron Sperber bewertete diesen Eintrag 25.11.2019 19:37:47

tantejo

tantejo bewertete diesen Eintrag 25.11.2019 18:46:03

Michlmayr

Michlmayr bewertete diesen Eintrag 25.11.2019 15:11:13

8 Kommentare

Mehr von pirandello