Wie die Megaphilosophie der OBJEKTIVITÄT das SUBJEKT vernichtet.

Es dürfte so um das Jahr 1640 gewesen sein, als die folgenschweren Meditationen des RENE DESCARTES unter anderen Prinzipien auch den Satz

COGITO, ERGO SUM

hervorbrachten. Auch der „Discours de la Méthode“ entstand in jenen Jahren und all das leitete das CARTESIANISCHE ZEITALTER ein, welches die Grundlage der Naturwissenschaften schlechthin bildete und auch die Ausgangsgedanken für ein mechanistisches Weltbild waren, welches ungeheuer und epochal bahnbrechend erfolgreich wurde bis weit herauf in die Neuzeit und ins zeitgenössische Denken und Wirtschaften.

Die vorliegende Schrift soll jedoch keine explizite Abrechnung mit Descartes oder auch mit dem Erfolg der Naturwissenschaften werden oder sein, sondern mir fiel heute morgen ganz plötzlich ein besonderer Aspekt der ganzen Angelegenheit auf, sprang mir förmlich ins Auge und in den Kopf:

Wenn sich die Dominanz eines behaupteten Imperativs des sogenannten sachlichen Diskurses so sehr verselbständigt und ein exzessives Eigenleben zu führen beginnt, wie es der Begriff der eingeforderten OBJEKTIVITÄT in der Debatte/Diskussion bis in unsere Tage herauf zweifellos getan hat, dann führt das unweigerlich zum Verlust der Balance in eine ganz andere Richtung:

ES FÜHRT IN LETZTER KONSEQUENZ ZUM UNTERGANG DES SUBJEKTES resp. der SUBJEKTIVITÄT.

Wie in allen großen Imperien oder eben meinetwegen auch in allen großen Megaphilosophien der Menschheitsgeschichte, verkehren sich oftmals Erkenntnisse durch ihre unentwegte, fast schon gebetsmühlenartige Anwendung und wenig durchlüftete Alltagspraxis in ihr schieres Gegenteil.

Nicht nur einmal in meinem nun schon sehr langen, erfolgreichen Denkerleben ertappte ich mich bei der plötzlich intuitiv aufkommenden Vermutung:

Ha, bei dem Gesagten, Gehörten oder Gesehenem ist genau das Gegenteil richtig!

Somit ist das, was einst zum Zwecke dessen begann, sich von einem fatalistischen Glauben an einen auserwählten Gott freizumachen, der je nach Maßgabe strafen oder belohnen kann (dies jedoch nur im Jenseits), was sicherlich ein Wagnis in der damaligen Zeit war, wenn man weiß, wie es Zeitgenossen von Descartes ergangen ist, wie zB GALILEO GALILEI oder eben auch JOHANNES KEPLER.

Was bei der Berufung auf solch epochale Apodiktien und ihre extensive Beanspruchung als Wahrheitsgrundlage für viel zu viele Generationen auch immer wieder vergessen wird, der Begründer des Apodiktes hatte so nebenbei auch seine Zweifel und seine persönlichen Krisen, die ihn plagten und ihn nicht sicher sein ließen, welche Kräfte in ihm zum Widerstreit kamen. Manchmal diente die schließlich später als bahnbrechend betonierte Erkenntnis zur Zeit „ihrer Geburt“ bloß der Befriedung einer inneren Zerrissenheit des Begründers.

Heute stehen wir, besonders die im Westen und die in Europa allgemein, vor den unausweichlichen Trümmern und Ruinen einer sich noch immer auf OBJEKTIVITÄT und unangreifbare FAKTEN berufenden Naturwissenschaft, die sich angesichts einer Mega-Krise wie der AUSGERUFENEN PANDEMIE jeden Tag bis auf das Lächerlichste selbst karikiert und mit dem Verweis auf eine bis in das Groteske verzerrten OBJEKTIVITÄT dem einzelnen, individuellen SUBJEKT, und damit auch dem in seinem Gefolge unweigerlich stattfindenden SUBJEKTIVITÄTEN, in vollster Bedrohung an die existentielle Gurgel geht und dieses SUBJEKT und seine geglaubten SUBJEKTIVITÄTEN allen Ernstes auszurotten und zu separieren sich anschickt.

RIEN NE VA PLUS!

DAS MASS IST VOLL!

BIS HIERHER UND NICHT WEITER!

DER KRUG GEHT SOLANGE ZUM BRUNNEN BIS ER BRICHT!

Nichts kann eine fundamentale Zeitenwende treffender charakterisieren, als die Vorkommnisse der letzten 6 Jahre in Europa und vielleicht muss auch noch die Heilige Zahl SIEBEN dafür ausgeschöpft werden.

Der Paradigmenwechsel erfordert wieder das volle intakte SUBJEKT, diesmal jedoch nicht als ein, fatalistisch an einen auserwählten Gott sich ausgeliefert fühlendes Individuum, welches abgeschnitten von jeglichem Zusammenhang verloren im Universum herumsteht oder lungert oder couchpotatoet, sondern es erfordert ein voll verbindlich, risikobewusstes SUBJEKT, dessen SUBJEKTIVITÄTEN so stark sein müssen, dass jede brüchige Kollektivität, die im Zeichen einer vordergründigen gemeinschaftlichen Verbrüderung als Allheilmittel angepriesen wird, bei ihrem Auftauchen zu Staub und Asche zerbirst.

Es gibt keinen Staat mehr, der schützt, es gibt auch keine Gemeinschaft mehr, der man sich verpflichtet fühlen müsste, wenn diese Gemeinschaft allen Ernstes von jedem SUBJEKT apodiktisch verlangen will, sich selbst zu verletzen und ins buchstäblich eigene Fleisch zu ritzen oder zu schneiden.

DER STAAT IST IN DIESEM FALLE EINE KOMPLETTE ANMASSUNG, die es abzuwehren und in gewisser Weise auch leidenschaftlich zu bekämpfen und in die Schranken zu weisen gilt.

Die moderne NATURWISSENSCHAFT (in Gestalt der Medizin) und der Verbund der Staaten Europas (in Gestalt der EUROPÄISCHEN UNION) sind seit einigen Jahren zu einem verbrecherischen Syndikat verkommen, dessen Kriminalität nur mehr von der der urwüchsigen MAFIA übertroffen wird, die sich auch nur deshalb so vorteilhaft nähren kann, weil ihr die Komplizenschaft von OBJEKTIVER WISSENSCHAFT und STAAT so ungeheuer zahlreiche Kundschaft in Massen zutreibt.

Das SUBJEKT und seine SUBJEKTIVITÄTEN werden nur dann erfolgreich in einem neuen Gefäß menschlichen Zusammenlebens aufblühen und sich von den gewaltigen Attentaten insbesondere der letzten 14 Monate erholen können, wenn es sich bewusst wird, wie eng und fest verwoben alles in der All-Natur ist und bleiben wird, ganz gleich, welches gedankliche Gerüst der Mensch in seiner ideologischen Eitelkeit darüber zu stülpen versucht.

Zum Abschluss nur ganz kurz etwas in eigener Sache:

Ich war hier wieder mal gesperrt, ich bin den Verursachern nicht böse, sie können und dürfen nicht anders, bestimmte User erzwingen es.

Ich werde hier weiter für ungezügelte Subjektivität stehen, denn die Lebendigkeit des Diskurses steht und fällt damit, die Konvention des guten Benehmens ist eben nichts weiter...., als eben eine Konvention.

SUBJEKTIVE, UNMITTELBARE SPRACHE ist die Wurzel all unseres Seins und unserer Selbstmacht, das Andere ist DOMESTIZIERUNG, VERKLEINERUNG und MANIPULATION.

Mein Bekenntnis ist weder dem Wahnsinn, Geisteskrankheit, Größenwahn oder sonstigen abnormen Zuständen entsprungen, ich bin ein ganz normaler Zeitgenosse, der gerne im Garten arbeitet. Jetzt noch viel mehr, seit ich mich an meinem neuen Heimatplatz befinde.

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