Von POMMES LEIBOWITZ | Muss Kunst links sein? Muss Kunst überhaupt politisch sein? Ist der rechte Lebenswandel eines Künstlers von Belang? Muss ein "rechter" Lebenswandel zwangsläufig ein "linker" solcher sein?

Die Ereignisse um den Künstler Axel Krause werfen diese Fragen auf, zumal es längst kein Einzelfall mehr ist, dass Kunst aus der Öffentlichkeit verbannt wird, sobald sie einem linken und/oder politisch korrekten (vermeintlichen) Mainstream widerspricht.

Der Künstler Axel Krause vor einem seiner Bilder. (c) mdr.de

Im Rahmen eines demokratischen Auswahlprozesses wurden zwei Bilder des Künstlers Axel Krause für die 26. Leipziger Jahresausstellung erkoren. Daraufhin gab es Proteste von politisch linken Künstlern, mindestens einer drohte gar an, seine eigenen Werke zurückzuziehen, sollte Krause ausgestellt werden. Die linke Presse sprang auf, auf diesen Empörungszug, und schließlich wurde der Künstler Krause wieder ausgeladen. Dann die ganze Ausstellung abgesagt. Und dann trat der Vorstand geschlossen zurück, weil er es gewagt hatte, einen Künstler auszuwählen, der den „linken“ Künstlern und Medien nicht gefällt.

Das gefiel den „linken“ Künstlern dann auch wieder nicht, und jetzt findet die Ausstellung doch noch statt, nur eben ohne Krause. Erwähnenswert ist dabei noch, dass die Werke dieses Künstlers allesamt völlig unpolitisch sind und auch in Fachkreisen unumstritten.

Es geht nur darum, dass dieser Künstler wiederholt Sympathie für die AfD äußerte. Was natürlich ein ungeheuerlicher Vorgang ist: Sympathie für eine demokratisch gewählte Partei zu äußern, die trotz politischen Drucks der Altparteien nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird (werden muss) und laut Gerichtsbeschluss auch nicht „Prüffall“ genannt werden darf.

Wer die „falsche“ Partei unterstützt, erfährt also Ausstellungs- und für einen Künstler damit quasi Berufsverbot?

Dass linke, oft sogar linksextremistische (also selber verfassungsfeindliche) Studenten, Künstler und Medienvertreter - vielfach staatlich gefördert, von Steuergeldern - immer wieder gesellschaftlichen Druck ausüben, um die Meinungs- und Kunstfreiheit in ihrem eigenen Sinne einzuschränken, ist dabei beileibe kein Einzelfall mehr:

- Allen noch in Erinnerung sollte das Avenidas-Gedicht sein, ein romantisches Gedicht eines angesehenen Lyrikers, das von der Außenwand einer Universität entfernt wurde, weil es feministische Studentinnen als „sexistisch“ empfanden.

- Und zuletzt in Dresden: Dort fordern aufgebrachte linke (linksextremistische?) Studenten der Kunstakademie quasi Berufsverbot für ihre Bibliothekarin, da diese für die AfD kandidierte.

Dies sind aber nur die Fälle, die glücklicher Weise großes Medienecho hervorriefen. All die kleinen, alltäglichen Fälle von Gesinnungszensur bis Gesinnungsterror bilden leider eine erschreckende Dunkelziffer.

Wann gab es so etwas zuletzt?

Inszenierte Empörung gegen Menschen, die andere Meinungen vertraten? Bis hin zur sozialen oder gar physischen Vernichtung? Es ist noch gar nicht so lange her, man muss dafür nicht bis zurück ins 3. Reich gehen. Es ist vielmehr ein trauriges Muster, das IMMER wiederkehrt, in unserem von Diktaturen gebeutelten Land!

Deutschland: "Ein Paradies der Mitläufer, Schweiger und Duckmäuser (...) im Dickicht der Denunzianten"

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