Was Links darf, darf Rechts noch lange nicht, dargelegt am Beispiel zweier Bilder, die beide nicht unbedingt Kunst sind.

Ein Lieblingskind der linken Szene, bekannt unter dem Kampf- und Decknamen Banksy, verwendet in der Regel bekannte, meist urheberrechtlich geschützte Motive und fertigt daraus mit Computerfiltern oder fototechnischen Verfahren Schwarzweiß-Schemen an. Auf Basis dieser automatisch erstellten Entwürfe fertigt er dann Schablonen an, sprüht das Ganze mehr oder weniger illegal an irgendwelche Wände, sogar in Museen, und signiert es schließlich als Kunst.

Hier seine Pippi Langstrumpf:

Großes Kunstwerk, keine Frage.

Und überhaupt, darauf muss man erst mal kommen: Pippi per automatischen Filter in Schwarz und Weiß umwandeln und mit Schablone illegal an eine Wand sprühen und seinen Namen drüber setzen. Genial. Eines der größten Genies unserer Tage!

Zum anschaulichen Vergleich jetzt "rechte" Möchtegernkunst!

Da klaut einer ein Pippiporträt, schreibt bisschen was drumrum, malt die freien Stellen aus wie ein Kind im Malbuch, und behauptet dann, etwas Eigenes geschaffen zu haben.

Linke Mythen

Ja, wie lächerlich ist das denn? Zumal bestimmt irgendwie illegal, oder? Und Hassrede außerdem. Immerhin handelt es sich um kein über dem Recht stehendes Genie wie Schablonen-Banksy.

Zur Erläuterung:

Mir und der F+F-Redaktion wurde ja vorgeworfen, Urheberrechtsverletzung mit der Pippi zu begehen. Wenn das allerdings der linke Graffiti-Sprayer Banksy macht, ist es große Kunst. Es geht hier also nicht wirklich um Kunst, sondern um linke Doppelmoral und des weiteren um Urheberrecht.

Aber jetzt mal im Ernst:

Für mich ist Banksy kein Künstler, sondern ein politischer Aktivist, der geklaute Motive, Graffiti-Kitsch und illegale Aktionen nutzt, um infantile Botschaften zu verbreiten, die primär an Gefühle appellieren. Gewissermaßen bebilderte Küchensprüche für selbsternannte Linksintellektuelle.

Zum rechtlichen Hintergrund der Verwendung geschützter Motive:

Memes, wie sie Banksy an Wände sprüht, und wie sie generell heute durchs Internet geistern, sind häufig rechtliche Grauzone, können sich aber in der Regel auf § 24 des deutschen Urheberrechtes berufen, die sogenannte "freie Benutzung":

Ein bereits bestehendes, geschütztes Werk darf frei genutzt werden, wenn dabei etwas Neues entsteht. Dieses "Neue" muss nicht optisch neu sein, es reicht, wenn das Originalwerk in anderem Zusammenhang erscheint und dadurch unter neuem Aspekt gesehen wird. Dies gilt z. B. für Parodien und Karikaturen, und auch für viele im Internet verbreitete Memes. Diese Rechtsauffassung ist inzwischen durch den BGH bestätigt.

In Österreich ist diese "freie Benutzung" nicht ausdrücklich im Gesetz geregelt, aber offenbar im Zuge europäischer Harmonisierung in die Rechtsprechung eingeflossen. In vielen anderen Ländern, u. a. den USA, ist das ohnehin durch die Doktrin des Fair Use sogar noch viel großzügiger geregelt.

Eine gute, leicht verständliche Zusammenfassung zur derzeitigen Rechtsprechung in dieser Thematik findet man bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Benutzung

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