Von POMMES LEIBOWITZ | Mangel an Vorurteilen, Klischees, Kampfbegriffen und Feindbildern herrscht weder am linken noch am rechten Rand der Gesellschaft. EIN Klischee aber konnte sich großflächig in den Medien wie auch in den Köpfen vieler Menschen etablieren: „Links“ das ist gut und „rechts“ das ist böse.

Dabei sollte doch eigentlich jedes Kind wissen, dass es Gut und Böse nur im Märchen gibt. Dass das vermeintlich Böse oft, ja eigentlich immer im Mantel des vermeintlich Guten daherkommt. Und dass guter Wille nicht zwangsläufig zu guten Ergebnissen führt. Die Welt ist komplexer. Die Menschen sind komplexer. Sollte es nicht auch das Denken sein?

Greifen wir eine Reihe von Begriffen auf, die mit Links und damit mit gut, erstrebenswert, richtig assoziiert werden:

Links ist sozial, rechts ist Sozialdarwinismus:

Schon der Grundgedanke ist Unsinn, denn kein Prinzip kann ohne Gegenpol auskommen. Gesellschaften wie auch Individuen können nur überleben, wenn Egoismus und Altruismus im Gleichgewicht sind. Wer nur für andere sorgt, der wird bald untergehen und nicht mal sich selbst, geschweige denn anderen helfen können. Umgekehrt wäre eine Gesellschaft des puren Egoismus ebensowenig existenzfähig. Sie würde sich selbst zerfleischen. Die richtige Mischung macht's, der goldene Mittelweg. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Aber auch nicht mehr.

Auch wirtschaftswissenschaftlich betrachtet ist der Sozialstaat eben kein Selbstläufer, keine Frage des Wollens. Es muss ein Interessenausgleich geschaffen werden zwischen denen, die Wohlstand erwirtschaften und denen, die von Umverteilung leben. Wenn eine Gesellschaft ungünstige Bedingungen für das Kapital schafft, dann flüchtet das Kapital. Wenn eine Gesellschaft ungünstige Bedingungen für ihre Leistungsträger schafft, dann flüchten diese Leistungsträger. Das gilt umso mehr in einer globalisierten Welt. Es ist aber der kleine Prozentsatz der Leistungsträger, der Erfinder, der hochkarätigen Wissenschaftler, der risikofreudigen, visionären und kapitalkräftigen Unternehmer, der darüber entscheidet, ob ein Volk in Wohlstand oder Armut lebt. Fleiß in unproduktiven Rahmenbedingungen ist unproduktiv, egal wie eifrig die braven Bürger schuften.

Es kann in einer Gesellschaft also nicht primär um sozialen Ausgleich gehen, von Gerechtigkeit ganz zu schweigen, sondern primär muss es darum gehen, Wohlstand zu erwirtschaften, und erst sekundär kann man dann über dessen Verteilung nachdenken. Die sozial gerechte Verteilung von NICHTS nutzt Niemandem. Daran scheitert der Sozialismus. Immer wieder und unbelehrbar bis heute. Wie oben bereits gesagt: Guter Wille führt nicht automatisch zu guten Ergebnissen. Und oftmals mag man schon den "Guten Willen" in Frage stellen:

Antifa versus Pegida

Links ist intellektuell, rechts Stammtisch:

Womöglich ist es eine Frage, wie man intellektuell definiert. Es ist zB. äußerst selten, dass ein Wissenschaftler oder Wirtschaftsexperte oder erfolgreicher Unternehmer als „intellektuell“ bezeichnet wird. Aber viele Autoren und Künstler, deren Ausbildung oft wenig beeindruckend ist (Günter Grass hat zB. Hauptschulabschluss und dann Kunst studiert) und die weniger durch intelligente Analysen als vielmehr durch schlichte, moralisierende Weltbilder auffallen, bekommen mitunter das Prädikat "intellektuell" übergestülpt. Es scheint eher eine Auszeichnung für ideologische Konformität im linken Sektor zu sein, quasi eine gegenseitige Beweihräucherung.

Aber schauen wir doch einfach mal in die Statistik:

Was die Ausbildung angeht, führen die Mitglieder der Grünen, gefolgt von der FDP. Nachfolgend die Zahlen-Paare für Hochschulabschluss und Hauptschule bzw. kein Abschluss (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)

Grüne (Uni 68 %, Hauptschule 5 %); FDP (56 %, 10 %); Linke (46 %, 19 %); CDU (38 %, 22 %); SPD (37 %, 28 %).

Kein eindeutiges Ergebnis. Anders verhält es sich, wenn man nach Erfolg und Einkommen sortiert, also danach, wer Arbeitsplätze schafft und die größeren Beiträge zum Steueraufkommen leistet. Dann führt die AfD (dazu später), gefolgt von der FDP. Hier die Zahlenpaare (für die AfD gibt es beim bpb angeblich keine Daten):

FDP (Selbständig 41 %, Arbeiter 3 %); CDU (34 %, 7 %); Grüne (24 %, 4 %); Linke (16 %, 19 %); SPD (12 %; 16 %).

Zur AfD gibt es bei staatlichen Institutionen, wie so oft, wenn es gängige Klischees entlarven könnte, keine Daten. Es gibt aber eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln:

Demnach ist "die Alternative für Deutschland (AfD) eine Partei der Besserverdienenden und Gebildeten. 33,9 Prozent aller AfD-Sympathisanten gehören zum reichsten Fünftel der Bevölkerung, weniger als zehn Prozent der AfD-Anhänger machen sich große Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation."

Weit entfernt also vom Image des dummen Besorgtbürgers der am Stammtisch seinen Frust herauslässt.

Und wie ist es denn mit linken Statements: "Kampf gegen rechts"? Man kämpft gegen eine Himmelsrichtung? "Willkommenskultur"? Welt lass Dich umarmen, kommt alle her, und wenn Panzer kommen, stecken wir Blumen in die Kanone? Mal ganz allgemein gesprochen: Politische Parolen haben IMMER Stammtischniveau, egal ob von rechts oder links.

Justitia linksblind

Links ist fortschrittlich, rechts rückwärtsgewandt:

Da der Sozialismus weit älter ist als die modernen westlichen Gesellschaftsformen, da er zudem ein theoretisches Konstrukt ist, im Gegensatz zum gewachsenen, zwar fehlerhaften, aber nichtsdestotrotz realitätsgeprüften, generell allgemeinen Wohlstand hervorbringenden Kapitalismus (der sich zudem ständig weiterentwickelt), ist diese Vorstellung unfreiwillig komisch.

Auch die viel gepriesenen 68er sind weder gesellschaftlich noch wissenschaftlich "up to date", sondern muten geradezu seltsam altbacken, meist recht naiv und oft auch ein wenig diktatorisch an.

Aber beschränken wir uns mal auf die puren Begriffe „progressiv“ und „konservativ“, also fortschrittlich und bewahrend.

Ein Baum kann nur in die Höhe wachsen, wenn er fest verwurzelt ist. Es gibt keinen Fortschritt ohne Tradition. Gute Ideen bewahren, bis man neue, bessere Ideen hat. Funktionieren kann ohnehin nur ein Geflecht aus Neuem und Altem. Auch hier gilt, wie zuvor bei Altruismus/Egoismus: Nur ein Gleichgewicht der Gegenpole, nur der goldene Mittelweg kann zu brauchbaren Ergebnissen und echtem, weil die Situation tatsächlich verbesserndem Fortschritt führen.

International ist gut, national ist böse:

Der Trend in der Welt geht in die andere Richtung. Immer mehr Ethnien und Regionen erklären ihre Unabhängigkeit. Von 1900 bis heute stieg die Anzahl Staaten in Europa von 22 auf 50 und weltweit von 50 auf 195. Auch im 21. Jahrhundert dauert das Verlangen nach einem eigenen Nationalstaat an und setzt sich die Staatenvermehrung fort, wenn auch verlangsamt.

Bei fremden Ethnien gilt es interessanter Weise als "gut", wenn sie ihre Unabhängigkeit und Souveränität bekommen, bei der eigenen Ethnie, den westlichen Ländern aber ist es böse. Eine Schizophrenie, die denkenden Menschen eventuell auffallen könnte.

Aber gehen wir mal ganz pragmatisch auf den Nationalstaat ein.

Demokratie und Sozialstaat sind Produkte der Nationalstaaten. Auch Rechtsstaatlichkeit ist ein Produkt der Nationalstaaten. All das wurde realisiert von und in Nationalstaaten und funktioniert bis heute nur innerhalb der Grenzen von Nationalstaaten.

Ganz so böse können die also eigentlich nicht sein, oder?

Man kann sie natürlich für überholt halten, aber sie mit "böse" oder "gefährlich" zu assoziieren, ist albern. Die meisten Nationalstaaten auf der Welt leben friedlich mit ihren Nachbarstaaten zusammen und garantieren ihren Bürgern ein Leben in Sicherheit und, wenn sie Glück haben und in westlich geprägten Ländern leben, Wohlstand und Demokratie. Die meisten.

Das "Böse" muss wohl andere Wurzeln haben. Ich selber vermute diese Wurzeln u. a. im Sozialismus, der, egal ob er sich national oder international gibt, stets imperialistisch und militaristisch auftritt und weltweit inzwischen weit mehr Opfer gefordert hat als der historisch singuläre Nationalsozialismus, der ja im Übrigen auch sozialistisch, in jedem Fall alles andere als konservativ (also rechts) war. Den Nationalsozialismus pauschal als "rechts" zu bezeichnen ist eine abenteuerliche Verdrehung und Umdeutung der Geschichte.

Linksfahrender Geist

Abrüstung ist gut, Waffen sind böse:

Und wieder ein komplett realitätsfernes Klischee. Man ist nicht von den eigenen Waffen bedroht, sondern von denen der Anderen. Und die eigenen Waffen sind genauso gut oder böse wie man selbst. Ob man selber Waffen besitzt, hat zudem keine Auswirkung auf die Bewaffnung der Anderen.

Nicht einmal gegenseitige Abrüstung ist ein Garant für Frieden. Im Gegenteil, je geringer und überschaubar die Schäden und Risiken eines Krieges sind, desto wahrscheinlicher wird er wieder.

Waffen schützen!

Was wäre, wenn die Polizei unbewaffnet wäre? Mafia, Clans und lokale Gewalttäter würden die Kontrolle übernehmen. Das gilt auch und ganz genauso International. Und so lange es keine internationale Polizei gibt, muss sich jeder selber schützen, so gut er kann.

In den allermeisten Fällen dienen Waffen der Befriedung. Sie verhindern aggressive Übergriffe. Darüber wird nur keine Statistik geführt. Statistiken werden naturgemäß nur über die Opfer von Waffen geführt, nicht aber über die durch Waffen verhinderten Übergriffe und Straftaten. Es gibt keine Statistik darüber, wieviele Gewalttaten Polizei, Ermittler und Rechtsprechung verhindern, durch Abschreckung und nötigensfalls Wehrhaftigkeit.

Und jetzt mal ernsthaft: Nicht einmal Linke können auf eine bewaffnete Polizei verzichten wollen, weil Waffen angeblich böse und Polizisten "Mörder" wären. Genau dieser menschenverachtende Unfug wird aber über Soldaten erzählt.

Fazit:

Wer die Welt in Gut und Böse einteilt, in Schwarz und Weiß, der offenbart sicherlich KEIN besonders hochstehendes intellektuelles Niveau. Die Welt ist komplexer, unendlich viele Schattierungen von Gut und Böse, unendliche Verwicklungen und Verknüpfungen dazwischen, manchmal bringt das Böse Gutes hervor und umgekehrt. Immer kommt das Böse im Gewand des Guten daher, eher selten umgekehrt. Hört auf zu trennen und zu verunglimpfen. Lösungen können nur gemeinsam und ohne rechte oder linke Scheuklappen gefunden werden.

Der Wahrhaft "Gläubige" aber weiß auch ohne kompliziertes Denken, Wissen und Analysieren, wo es lang geht:

Himmel und Hölle

25
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Petra vom Frankenwald

Petra vom Frankenwald bewertete diesen Eintrag 16.10.2018 06:11:03

Tourix

Tourix bewertete diesen Eintrag 15.10.2018 16:47:28

OnkelOtto

OnkelOtto bewertete diesen Eintrag 15.10.2018 13:29:56

Sophie Troll

Sophie Troll bewertete diesen Eintrag 15.10.2018 12:30:55

vera.schmidt

vera.schmidt bewertete diesen Eintrag 15.10.2018 12:24:10

WibkeT

WibkeT bewertete diesen Eintrag 15.10.2018 11:18:34

mike.thu

mike.thu bewertete diesen Eintrag 15.10.2018 10:36:58

Claudia56

Claudia56 bewertete diesen Eintrag 15.10.2018 10:18:31

Michlmayr

Michlmayr bewertete diesen Eintrag 15.10.2018 10:15:51

zeininger karin

zeininger karin bewertete diesen Eintrag 15.10.2018 08:29:13

Stefun103

Stefun103 bewertete diesen Eintrag 15.10.2018 07:51:47

Frank und frei

Frank und frei bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 21:45:37

Radiergummi

Radiergummi bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 21:30:02

philip.blake

philip.blake bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 19:33:03

Bachatero

Bachatero bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 17:43:32

CK13

CK13 bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 16:04:05

nzerr

nzerr bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 15:03:30

Margaretha G

Margaretha G bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 14:10:15

Spinnchen

Spinnchen bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 13:31:06

bianka.thon

bianka.thon bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 12:55:59

rigoletta

rigoletta bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 11:37:12

Zaungast_01

Zaungast_01 bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 11:29:47

Charlotte

Charlotte bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 11:28:39

Scherzkeks

Scherzkeks bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 11:26:07

Aron Sperber

Aron Sperber bewertete diesen Eintrag 14.10.2018 11:23:18

223 Kommentare

Mehr von Pommes