Quantengeist

Herr Quantengeist. Hat 100 Fische.

Über mich

Seit meiner Kindheit frage ich mich nach der wahren Natur der Wirklichkeit, wie man sie erkennen kann und zu guter letzt, wie man sich verhalten soll. Erinnert an Platon:-) Als in meiner Diplomprüfung der Vorsitzende fragte, ob ich hier schon richtige bin, denn seiner Meinung nach gehört mein Diplomarbeit thematisch zur Fakultät für Physik und nicht in den Bereich Pädagogik, antwortete mein Betreuer, er solle sich gedulden und sich erst einmal anhören, was ich zu sagen hätte. Dann würde er besser verstehen, dass mein Thema sehr wohl bildungswissenschaftliches Niveau hätte, wenn auch nicht auf den ersten Blick. Wie auch? Ein Denken, das den kartesisch - Newtonschen Normen entspricht, ist für eine Denkleistung wie diese nicht fähig. Mein Thema hieß: „Das partizipierende Quantendenken und der Dialog nach David Bohm.“ Die Physikerin Danah Zohar ist der Ansicht, dass in einem Zeitalter wachsender Komplexität und immer schnelleren Wandels die Theorien des alten Newtonschen Denkens nicht mehr ausreichend sind, um über das Wesen des Menschen und seiner erlebten Wirklichkeitserfassung Auskunft zu geben. Die Erkenntnisse der neuen Naturwissenschaften des 20. Jahrhunderts ermöglichen ein aufregendes neues Verständnis unseres Universums. Vor allem in der Quantenphysik und in der Chaos- und Komplexitätsforschung sind Begriffe, Kategorien, Bilder und Metaphern entstanden, die eine Revolution des menschlichen Denkens darstellen und neue Wege aufzeigen können, sich mit dem breiten Spektrum von Problemen der Menschheit auseinanderzusetzen. Die Frage, so Zohar, wird sein, ob wir unser Menschsein womöglich neu denken müssten. (Literatur: Zohar, Danah und Maria Bühler, Am Rande des Chaos: Neues Denken für chaotische Zeiten. St. Gallen ;, Zürich ;, New York: Midas-Management-Verlag, 2000.) Meine Diplomarbeit an der Erziehungswissenschaft Innsbruck beschreibt das partizipierenden Quanten-Denken und inwieweit es mit Fragen nach der Entstehung von Problemen jeglicher Art und deren Lösung zusammenhängt, die darin besteht, sich der eigentlichen Natur der Probleme zu stellen. Was mich ein bisschen zögern ließ, darüber zu reden und zu schreiben, war meine Vermutung, dass jemand eventuelle Vorbehalte meiner Person und meinem Thema gegenüber haben könnte. Und so, wie manch einer einen „Verdacht“ hegen könnte, womit ich mich beschäftige. Ich sehe kein Problem darin, sowohl Religiöses, Wissenschaftliches und Spirituelles in meine Überlegungen einfließen zu lassen. Was soll ich sagen, ich denke und weiß, dass mein Zugang ein sehr spezieller ist. Ich sehe mich in der Rolle eines Philosophen, der nicht an irgendeine Denktradition gebunden ist. Ob nun wissenschaftlicher, religiöser oder spiritueller Natur. Mein Ansatz ist es ja gerade eben, aus diesen „Denk-Korsetten“ in ein übergeordnetes, weites „Feld“ einzutauchen.Die Beschreibung eines Korsetts, wie sie in folgendem Absatz zu lesen ist, ist wunderbar anschaulich. "Als Korsett (von frz. corset, ursprünglich Diminutiv von altfrz. cors „Körper“) wird ein steifes, zur Unterkleidung gehöriges Kleidungsstück bezeichnet, das eng am Oberkörper anliegt und diesen der jeweils geltenden Modelinie entsprechend formen soll. Daher veränderte das Korsett im Verlauf der Jahrhunderte mehrmals Form und Zuschnitt; die Versteifungsmethoden wandelten sich mit dem Fortschritt der Technik.“ ( Wikipedia) Kategorien wie, das ist wissenschaftlich, religiös oder spirituell sind lediglich „steife Körper“, die eng mit dem Denken und der Wahrnehmung von uns allen verbunden sind, und die durch die jeweils geltende Weltsicht entsprechend geformt sind. Lediglich die Versteifungsform ändert sich. Wir befinden uns seit ca. 100 Jahren in einem Wandel, den man gleichsetzen kann mit dem Übergang von einem geozentrischen in ein heliozentrisches Weltbild. Es ist die Abkehr vom newtonschen Weltbild hin zu einem auf quantentheoretischen Prämissen beruhendem Weltbild. Aber das brauche ich Ihnen ja nicht zu erzählen. In dieser Phase geht es darum, unsere bisherigen Annahmen, Meinungen und Werte einer Prüfung zu unterziehen, ihre angenommene Gültigkeit im Lichte eines neuen Realitätsverständnisses, wie es die Quantentheorie postuliert, neu zu überdenken. In meiner Diplomarbeit schreibe ich ausführlich darüber. Ich sehe mich der philosophischen Tradition verpflichtet, frei zu sein, um immer wieder unangenehme Fragen stellen zu können. (Cox 2015, S. 36) Der englische Philosoph John Stuart Mill schreibt, "[…] dass Freiheit des Denkens und des Ausdrucks für alle Menschen - solange diese andere Menschen nicht durch das Hervorrufen von Gewalt schädigen - zu den Grundpfeilern einer wahrhaft zivilisierten Gesellschaft gehören. Gesellschaften, die dies nicht aufweisen, seien primitiv und rückwärtsgewandt.“ (Cox 2015, S. 37) Mill weiter, „[…] dass ein Mensch, um wahrhaft gebildet zu werden und selbst nachdenken zu können, einen Gegenstand von allen möglichen Standpunkten aus studieren muss, anstatt auf einem Standpunkt hin indoktriniert zu werden, den Autoritätspersonen von ihm erwarten.“ (Cox 2015, S. 37) Und zu guter letzt noch einmal Stuart Mill: „Viele Menschen sind im Erwachsenenalter durch religiöse und / oder politische Indoktrination geistig so unbeweglich, unflexibel und unfähig zum freien, kritischen Denken geworden, dass die Menschen völlig unfähig wurden, zu Philosophieren oder bloß zu begreifen, was Philosophie überhaupt ist.“ (Cox 2015, S. 38) (Literatur: Cox, Gary, Wie werde ich Philosoph, WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) Darmstadt: Konrad Theiss Verlag 2015) Und mein Thema verlangt es förmlich, wenn man so will, in „Verdacht“ zu geraten. Ja, in Verdacht, Glaubenssätze auf ihre meiner Meinung nach nicht in Frage gestellten Aktualität hin zu überprüfen und eigene Thesen zu formulieren.

Interessen

Was ist die wahre Natur der Realität?; Wie kann man sie erkennen?; Wie sollen wir uns verhalten?