Christian Klinger - ein Screenshot

Schon wieder einer .... neben: Cicero, J. W. Goethe, E.T.A. Hoffmann, Franz Kafka, Ludwig Thoma ... John Grisham, Ferdinand von Schirach und Eva Rossman, ein Schreibender und wie er selber sagt, "wegen Paragrafenaffinität ungefähr die letzten 20 Jahre erfolglos in Behandlung."

Es kommt noch schlimmer und um mit E.T.A. Hoffmann zu sprechen: „An Wochentagen bin ich Jurist und höchstens etwas Musiker“, spielt Christian Klinger den Bass.

2010 erscheint nach „die Spur im Morgenrot“ (2005) und „Tote Augen lügen nicht“ (2008) der dritte Kriminalroman aus der Reihe um den tollpatschigen Ermittler Seidenbast mit dem Titel „Codewort Odysseus“.

"Kommen sie zu Sache, Anwalt", sozusagen in medias res und ins hic et nunc ....

Da kennt sich jemand gut in Triest aus - nicht wirklich verwunderlich, wenn man da wohnt und der historische Hintergrund des Romans scheint ausgezeichnet und penibel recherchiert.

Christian nimmt uns an seiner literarischen Hand mit einer ausgesprochen gut und flüssig lesbaren Sprache; er führt uns in die Geschichte dreier Generationen und beginnt mit seiner Erzählung in den Schützengräben des ersten Weltkrieges, in einer Zeit, in der Triest noch dem Habsburgerreich "unterthan" war:

Ein später dem Moussolini Regime anhängiger Kriegskamerad, rettet Vittorio, der Hauptperson des Romans, das Leben. Unter einem toten Pferd begraben, hätten ihn die Sanitäter nicht wahrgenommen.

"Freust du Dich denn gar nicht, wir haben Krieg", lässt der Autor den Onkel von Vittorio sagen. Vittorio, der im Schützengraben lag: "Links und rechts von Vittorio spritzten Erde und Steine durch die Luft. Es war Mittwoch und die Schlacht dauerte nun schon fünf Tage. Fünf Tage, in denen sie zum ersten Mal etwas vorrücken konnten. Doch dann mussten sie wieder in die Stellungen zurück. Vor, zurück. Etwas vor, weiter zurück. Ein bisschen vor. Ein Todesreigen."

"Mit dem Anflug eines Lächelns streckte er sich [Pino Rubusti, meine Anmerkung] auf der Pritsche aus. Vorsichtig, damit ihn die Prellungen nicht schmerzten.

Unter ihm regte sich Stipe. Der stöhnte, als er seinen Körper auf die Seite drehte. Auf ihn hatten es die Aufseher gestern besonders abgesehen. Er hatte die lauteste Stimme. Und die schönste.

Die abgestandene Luft in dem engen Kabuff roch sauer. Nach Schweiß und nach Urin. Es kam vor, dass man es nicht mehr halten konnte, wenn sie einen in eine Ohnmacht hineinprügelten."

Sozusagen als ultima ratio, der Klappentext: Der junge Triestiner Vittorio überlebt knapp den Ersten Weltkrieg und kann sich in den bewegten Zeiten danach eine Existenz als Rechtsanwalt aufbauen. Als seine Frau ihm einen Sohn, Pino, schenkt, scheint das Glück perfekt. Im Italien des Faschismus hilft Vittorio Juden und Slowenen dabei, Geldmittel für die Emigration aufzubringen, womit er allerdings die Behörden auf sich aufmerksam macht. Pino, der unterdessen behütet und geliebt aufgewachsen ist, beginnt ein Architekturstudium, das ihn 1940 vor der Einberufung bewahrt. Mit der jungen Lehrerin Laura verbindet ihn eine große sehnsuchtsvolle Liebe. Mehr oder weniger unabsichtlich gerät er in Kontakt mit Partisanen – was ihn ins Visier der Gestapo bringt … Eine Familiensaga aus Triest, ein Epochenroman, der von den letzten Tagen des Habsburgerreichs bis ans Ende des Zweiten Weltkriegs führt, und eine tragische Liebesgeschichte in einer Stadt am Schnittpunkt der Kulturen.

Neugierig geworden ? Dann aber zu Recht !

Die Fotos hat mir Christian Klinger zur Verfügung gestellt.

Andere Quellen:

**** https://www.christian-klinger.at/biographie/

Eine Leseprobe: https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/ID147990969.html

**** http://www.picus.at/produkt/die-liebenden-von-der-piazza-oberdan/

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