Ihr alle kennt sie: DIE kleine Nachtmusik ? Hier der nicht minder bekannte 3. Satz:

Nachthimmel und Sternenfall

Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung,

ein Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt.

Und wir, zu ferne für die Angestaltung,

zu nahe für die Abkehr hingestellt.

Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn,

bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen:

Was ist begonnen, und was ist verflossen?

Was ist verschuldet? Und was ist verziehn?

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

Ihr alle kennt sie: Die Mondscheinsonate

Mondnacht

Es war, als hätt’ der Himmel

Die Erde still geküßt,

Daß sie im Blütenschimmer

Von ihm nun träumen müßt'.

Die Luft ging durch die Felder,

Die Ähren wogten sacht,

Es rauschten leis’ die Wälder,

So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte

Weit ihre Flügel aus,

Flog durch die stillen Lande,

Als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff

Ihr kennt es alle: Das Menuett, das angeblich gar nicht von Boccerini sein soll, speziell für @gloriaviennae und den Clip widme ich @Charlotte

Denkst du dieses alte Spiel

Immer wieder aufzuführen?

Willst du denn mein Mitgefühl

Stets durch Tränen ausprobieren?

Oder möchtest du vielleicht

Mir des Tanzes Lust versalzen?

Früher hast du's oft erreicht;

Heute werd' ich weiterwalzen.

Wilhelm Busch (1832 - 1908)

Ihr alle kennt: Die Träumerei

Ich hab im Traum geweinet,

Mir träumte, du lägest im Grab.

Ich wachte auf, und die Träne

Floß noch von der Wange herab.

Ich hab im Traum geweinet,

Mir träumt', du verließest mich.

Ich wachte auf, und ich weinte

Noch lange bitterlich.

Ich hab im Traum geweinet,

Mir träumte, du bliebest mir gut.

Ich wachte auf, und noch immer

Strömt meine Tränenflut.

Heinrich Heine (1797 - 1856)

Ihr alle kennt die Humoresque

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,

Er flattert sehr und kann nicht heim.

Ein schwarzer Kater schleicht herzu,

Die Krallen scharf, die Augen gluh.

Am Baum hinauf und immer höher

Kommt er dem armen Vogel näher.

Der Vogel denkt: Weil das so ist

Und weil mich doch der Kater frißt,

So will ich keine Zeit verlieren,

Will noch ein wenig quinquilieren

Und lustig pfeifen wie zuvor.

Der Vogel, scheint mir, hat Humor.

Wilhelm Busch (1832 - 1908)

Ihr alle, und besonders @CK13 kennt das Katzenduett

Die Sphinx in einer Zimmerecke wacht,

schon länger, als ich denken kann,

die schöne Sphinx und schweigt mich an

im Wechselspiel von Tag und Nacht.

Mein träger Liebling, komm heran,

und leg den Kopf mir in den Schoß,

damit ich dir den Nacken kos'

und deinen Samtleib streicheln kann.

Oscar Wilde (1854 - 1900)

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Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat.

Victor Hugo

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Ihr alle kennt den Liebestraum

An dem Feuer saß das Kind,

Amor, Amor,

Und war blind;

Mit dem kleinen Flügel fächelt

In die Flamme er und lächelt,

Fächle, lächle, schlaues Kind!

Ach, der Flügel brennt dem Kind,

Amor, Amor

Läuft geschwind!

»O, wie mich die Glut durchpeinet!«

Flügelschlagend laut er weinet,

In der Hirtin Schoß entrinnt

Hülfeschreind das schlaue Kind.

Und die Hirtin hilft dem Kind

Amor, Amor,

Bös und blind.

Hirtin, sieh, dein Herz entbrennet,

Hast den Schelm du nicht gekennet?

Sieh, die Flamme wächst geschwind,

Hüt' dich vor dem schlauen Kind!

- Clemens Brentano

Ihr alle kennt den Walkürenritt:

@Margaretha G gewidmet:

Der ewige Wanderer, der Wind,

Kam hochgeschossen mit großen Schritten,

Hat die Bäume unbeirrt umhalst,

Die verwirrt geworden sind;

Sie haben verdrossen

Mit Holzarmen nach ihm gestoßen.

Der Wind hat mit tollen Griffen

Ihre glatten Blätter aneinander geschliffen.

Sie aber wollen beim Juliheu in Ruhe brüten

Und lautlos ihr Stück Erde behüten,

Wollen ihre Blätter stillen,

Wie Ammen den Kindlein zu Willen.

Da fährt der Wind ohne Fried’ herein,

Hochfahrig an Gestalt,

Macht keinen Unterschied zwischen jung und alt,

Treibt die Baumherden vor sich her

Und duckt ihre Hälse zur Erden,

Und gibt den Festgewachsenen fliehende Gebärden.

Durchfaucht das Einerlei

Und rührt in den grünen Blättern mit Gejohl und Geschrei.

Kennt keinen Besitz, und wenn er anrennt, keine Grenzen.

Stößt die Stille von ihrem Sitz

Und ist ein Drache mit tausend Schwänzen

Ich lausche gern seinem Gange,

Der ist gewunden wie eine Schlange

Und gleicht dem Klange der Wälder und ihrer Kühle, die er durchjagt,

Als ob er die Sehnsucht und die Gefühle

Von Tausendjährigem sagt.

Max Dauthendey

Wer anderen die Freiheit verweigert, verdient sie nicht für sich selbst.

Abraham Lincoln

Füz laoung scho !! In diesem Sinne ....

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bianka.thon

bianka.thon bewertete diesen Eintrag 24.02.2019 12:05:40

Petra vom Frankenwald

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nzerr

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Süval

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Der hat doch einen an der Klatsche!

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gloriaviennae

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