Flüchtling. Moslem. Krimineller. Terrorist. Alle raus, alle abschieben? Das ist der Tenor, den ich oft, so auch hier, zu lesen bekomme. Dabei ist das alles gar nicht so einfach, wie der Fall von Yangdon Chorasherpa, einer jungen Tibeterin, zeigt, die in der Schweiz Asyl beantragt hatte und Anfang Februar nach Nepal abgeschoben wurde (die Schweizer nennen das *Ausschaffung*). Dort wurde sie unmittelbar verhaftet und sitzt im Gefängnis. Es ist zu befürchten, dass Nepal sie in die Hände der chinesischen Behörden ausliefert. Nepal hängt am Gängelband der Chinesen und wird sich schwerlich gegen Auslieferungsbegehren wehren. In China drohen ihr lange Jahre in Umerziehungslagern mit anschließender Dauerüberwachung und der ständigen Gefahr der Wiederverhaftung. Dabei war sie in der Schweiz gut integriert.

Dieser Fall zeigt auch die ganzen Facetten der Beschwernisse, die ein Flüchtling zu ertragen hat. Schwierigkeiten, von denen wir uns kaum Vorstellungen machen können, es geht um das Schicksal, ums Leben der Menschen, um ihre Hoffnungen und ihre Ängste.

Yangdon Chorasherpas Fall zeigt die Unmenschlichkeit der Kettenabschiebungen. Es wird in ein scheinbar/angebliches sicheres Drittland abgeschoben, in dem der Schutz geringer ist, als hier bei uns. Von dort wird dann mit verschlechteren Rechten erneut über das Asyl beschieden und oft abgeschoben. Es geht für diese gut integrierte Frau von der Schweiz nach Nepal und, beten wir dass es nicht passiert, nach China. So geschieht es mit Anderen von Österreich und Deutschland nach Kroatien, dann in die Türkei, dann in den Iran und schließlich nach Afghanistan.

Der Fall zeigt auch die Krux des Passbesitzes, bzw. Nichtbesitzes. China stellt für diese Menschen schlichtweg keine Reisepässe aus. Sie könnte nur mit einem gefälschten Pass in die Schweiz einreisen. Gemäss Flüchtlingskonvention dürfen sie deswegen aber weder benachteiligt noch bestraft werden. Sie hatte es angegeben, und das wurde ihr nun zum Verhängnis. Sie wurde für ihre Ehrlichkeit bestraft. Hätte sie geschwiegen, wäre alles anders/besser verlaufen.

Hüseyin Aydemir www.schwizerchrüz.ch

Jetzt ist es traurige Gewissheit: Yangdon Chorasherpa wurde in ein Gefängnis an der chinesischen Grenze verlegt, eine Tagesreise von der Hauptstadt Kathmandu entfernt und somit praktisch einer Betreuung durch einen Ehrenamtlichen vor Ort entzogen.

Bevor ihr nun in die Tasten haut, lest bitte den Artikel hier noch durch:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/abgeschoben-ins-gefaengnis/story/21681241?sc_src=email_1197710&utm_source=emarsys&utm_medium=email&utm_campaign=TA17EDIT_DerMorgen_23022017

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