Jeder kennt die Geschichte um das Aussterben der Dinosaurier. Vor 65 Millionen Jahren schlug ein Asteroid auf der Halbinsel von Yucatan in Mexiko ein, überzog die Erde mit Feuer, Rauch und Dunkelheit und tötete die Dinosaurier. So zumindest glaubt man es heute.

Auch vor ca. 300 Millionen Jahren wurde das Leben auf der Erde fast ausgelöscht. Vermutlich Vulkanausbrüche sorgten über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren für eine Übersäuerung der Meere, was dazu führte, dass 95% der Arten ausstarben.

Dies sind zwei von fünf Ereignissen der Erdgeschichte, in der das Leben fast ausgerottet wurde. Es waren Naturkatastrophen, wie sie alle 100 Millionen Jahre einmal auftreten. Im Anschluss dauerte es viele Millionen Jahre bis die Artenvielfalt wieder zugenommen hatte.

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Ohne dass es uns auffällt, hat diese Apokalypse wieder begonnen. Dieses Mal sind es nicht Vulkane, Meteoriten oder Erdachsverschiebungen, dieses Mal ist es der Mensch. Es ist das erste Mal, dass eine einzige Spezies solch gravierenden Einfluss auf das Leben auf dem Planeten hat. Das sechste Massensterben in der Erdgeschichte ist in vollem Gange. Eine Tierart nach der anderen stirbt aus, verschwindet - für immer.

Die Erdgeschichte dauert nun schon 4,5 Milliarden Jahre an. Und es ist vermutlich das erste Mal, dass es so schnell geht. Selbst nach der Asteroidentheorie, die zum Aussterben der Dinosaurier führte, dauerte es damals zwei bis drei Millionen Jahre, bis die Entwicklung geendet hatte.

Das wahre Ausmaß ist den meisten Menschen schier unbegreiflich. Die Gleichgültigkeit, mit der wir dieser Tatsache begegnen, ist genauso unbegreiflich und so ist es wohl auch kaum noch aufzuhalten.

Eine Studie (s. Quellenangabe unten) kommt nun zum klaren Schluss, dass es kein vorübergehendes Ereignis ist, sondern ein Massenaussterben; das sechste der Erdgeschichte.

Aufgrund der umfangreichen Datengrundlagen, die zu erheben möglich gewesen wäre, hat sich die Studie auf die Wirbeltiere beschränkt und dort auch nur die gezählt, deren Aussterben bereits nachgewiesen ist. Ob eine Tierart ausgestorben ist, ist sehr schwer festzustellen und es dauert oft Jahrzehnte bis es als gesichert anerkannt ist. Die Dunkelziffer ist sicherlich um einiges höher, da auch Tierarten aussterben, die bislang noch gar nicht entdeckt wurden. Deshalb zeigt diese Studie nur das möglichst günstigste Ergebnis, ohne auf das worst scenario auch nur annähernd einzugehen. Der Vergleich erfolgte mit der Geschwindigkeit des Aussterbens von Tierarten zu anderen Zeiten der Erdgeschichte; deren Rate für die Studie verdoppelt wurde, um dem Vorwurf der Panikmache entgegen zu treten. Faktoren die zum Aussterben führen, wie Übersäuerung Klimawandel oder Umweltverschmutzung wurden nicht betrachtet, lediglich die gegenwärtigen Zahlen und Fakten. Und trotz all der „Schönrechnung“ geht das Aussterben von Tierarten in der 100fachen Geschwindigkeit vor sich, als zu normalen erdgeschichtlichen Evolutionszeiten. Wohlgemerkt, wir sprechen hier nur von den Wirbeltieren; da sind Wirbellose, wie Insekten, noch gar nicht eingerechnet. Auch die Pflanzenwelt wurde nicht untersucht, doch da sind ähnliche Ergebnisse zu erwarten.

Mit anderen Worten ausgedrückt: Im momentanen Trend weiter gedacht wird in 200 Jahren die Tierwelt zusammen gebrochen sein und die Artenvielfalt auf einen Level gesunken sein, wie er nach dem Asteroidenschlag vor 65 Millionen Jahren der Fall war – das sind gerade mal etwas mehr als zwei Menschenleben lang.

Einzigartig für dieses Sterben ist die Ursache; erstmals sind es keine äußeren Einflüsse, sondern eine einzige Spezies: der Mensch. Es ist nicht mal der Klimawandel, der den größten Effekt hat; es ist die Gier. Der Mensch wurde nicht nur an Land, sondern auch auf dem Wasser und in der Luft zum gefährlichsten aller Raubtiere. Er zerstört ein ganzes Ökosystem. Tiere werden in riesigen Fabriken gezüchtet, getötet und aufgegessen, gefüttert mit „Lebensmittel“, die auf immer mehr ausgelaugten Böden in immer größeren biologischen Einöden angebaut werden. Rohstoffe werden abgebaut, zurück bleiben Mondlandschaften; die Meere werden mit Gift und Müll vollgekippt, sie werden leergefischt und die Luft wird zur unsichtbaren Giftmülldeponie.

Nehmen wir die Fleischmasse aller Wirbeltiere: etwa 1/3 der Masse macht den Menschen aus, knapp 2/3 sind unsere hochgezüchteten Futtertiere. Wildlife, dazu zählen vom Mäusen, Hasen über Rehe bis hin zu Elefanten und Blauwalen machen höchsten noch 5% der Fleischmasse aus.

Wir haben den Planten in eine Fabrik verwandelt.

Das klingt bitter? Ja, aber es ist die Wahrheit. Und wir sind nicht nur erfolgreich im Zerstören, wir sind auch erfolgreich im Verdrängen dieser Wahrheit. Eine Tierart nach der anderen verlässt den Planeten für immer und wir fressen uns durch ihn hindurch, wir jagen unsere Bagger durch die Urwälder, stoßen unsere Reißzähne in die Tagebaue, wir schlürfen die Ozeane leer und ersticken mit unserem faulen Hintern das letzte Leben in unseren Böden..... so wie in Grimms Märchen „Der süße Brei“.

Werden wir Erwachen? Was kann uns aus unserem Schlaf erwecken? Viele schreien es laut aus; wir hören nicht zu. Wir sind durch unseren Egoismus taub geworden für den Schmerzschrei unseres Planeten, der Quelle unseres Daseins; wir versinken im tiefen Meer der Realitätsverleugnung; Wir legen unseren Fokus darauf uns selbst zu bekriegen, uns selbst zu töten. Die Zivilisation ist hypnotisiert. Wir müssen aufwachen, sonst werden wir selbst Teil der Evolution. Erdgeschichtlich wird dies die zwingende Folge sein, aber es ist jetzt noch nicht notwendig. Oder doch?

Auf der Arche 2.0 ist für den Menschen kein Platz mehr vorgesehen.

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Und so ist es nun wirklich schnurz, ob der Afghane seinen Tretroller ins Parkverbot vor dem Rathaus stellt.

Quelle: http://advances.sciencemag.org/content/1/5/e1400253

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